1977-1990
Umbruch und Aufbruch

Es folgten Jahre der Veränderungen, Jahre ohne Titel. 1977 verabschiedete sich Franz Beckenbauer vom FC Bayern und wechselte in die US-Profi-Liga zu Cosmos New York. Nur ein Jahr später folgte ihm Gerd Müller über den großen Teich, sein Ziel waren die Fort Lauderdale Strikers.

1979 übernahm Uli Hoeneß, im Alter von 27 Jahren, das Amt das Managers und löste somit Beckenbauer-Berater Robert Schwan ab. Pal Csernai kam für Trainer Gyula Lorant. Und Präsident Neudecker ging, weil die Mannschaft Ex-Löwe Max Merkel als Coach abgelehnt hatte. Neuer Chef wurde Willi O. Hoffmann.

Doch es begannen wieder neue, bessere Zeiten. Paul Breitner und der junge Karl-Heinz Rummenigge, zusammen "FC Breitnigge" genannt, führten die Bayern 1980 zum ersten Meistertitel nach sechs Jahren. Auch im darauffolgenden Jahr kam die Schale nach München, der HSV, Stuttgart und Lautern hatten in beiden Spielzeiten jeweils in dieser Reihenfolge das Nachsehen.

1982 folgte der schon legendäre Pokalsieg gegen den 1. FCNürnberg: Nach einem 0:2-Rückstand drehte der FC Bayern das Spiel und siegte schließlich mit 4:2. Dieter Hoeneß, am Kopf blutend, führte dabei den Verbandsturban zur Platzreife, traf obendrein einmal. Verloren ging in diesem Jahr jedoch das Finale im Cup der Landesmeister: 0:1 unterlagen die Bayern gegen Aston Villa. Verloren ging auch das WM-Finale gegen Italien - immerhin ging Breitner in die Geschichtsbücher ein als bisher einziger Deutscher, der in zwei WM-Endspielen ein Tor erzielt hat.

Ehre,wem Ehre gebührt, dies am Rande: Zwischen 1965 und 1981 stellten die Bayern elfmal den Fußballer des Jahres: Beckenbauer (4), Maier (3), Müller (2), Rummenigge und Breitner (je 1).

1983 kam Lattek zurück zu den Bayern. Im DFB-Pokal-Finale 1984 besiegte sein Team Gladbach im Elfmeterschießen. Lothar Matthäus vergab dabei einen Strafstoß für die Fohlen und wechselte in der darauffolgenden Saison an die Isar. Dafür zog es Kalle Rummenigge, derart berühmt, dass sogar eine englische Popband seine "sexy Knie" besang, über den Brenner zu Inter Mailand - und zwar für die damalige Rekord-Ablösesumme von elf Millionen Mark.

Ein Jahr später, mit Sören Lerby und dem jungen Wiggerl Kögl, wurden die Bayern Meister. Die Klubführung übernahm Professor Dr. Fritz Scherer. Wiederum ein Jahr später gab's das nächste Double zu feiern, 1987 noch eine Meisterschaft. Doch das bittere 1:2 im Finale des Landesmeister-Cups in Wien gegen den FC Porto riss einen tiefen Krater ins Teamgefüge.

1988 kam Jupp Heynckes. Seine Aufgabe: Nach dem Abschied von Matthäus, Brehme, Eder, Hughes, Michael Rummenigge und Pfaff ein neues, schlagkräftiges Team aufbauen. Heynckes holte zwar 1989 und 1990 den Meistertitel, das große Ziel Europacup aber blieb unerreicht. Immerhinwurde Deutschland 1990 Weltmeister (mit den Bayern-Spielern Augenthaler, Reuter, Thon, Kohler, Pflügler, Aumann).