0:0! Hoffenheim bremst FCB-Express
Nach zehn Pflichtspielsiegen in Folge ist der FCB-Express in Hoffenheim abgebremst worden. Bei den Kraichgauern musste der Rekordmeister den Anstrengungen der letzten Wochen Tribut zollen und
sich am Ende mit einem 0:0 zufrieden geben. Trotzdem geht der FCB als Tabellenführer in die Länderspielpause. Bremen müsste am Sonntag in Hannover mit 13 Toren Unterschied gewinnen, um die
Münchner an der Spitze abzulösen.
Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena fanden die Münchner über weite Strecken der Partie nicht zu ihrem Spiel. Die aggressiven, laufstarken und taktisch bestens
eingestellten Gastgeber ließen den FCB kaum zur Entfaltung kommen und beschäftigten Manuel Neuer so sehr wie noch nie in dieser Saison. Doch der FCB-Keeper hielt auch im elften Spiel in Folge
die Null fest, knackte die 1.000er Marke und stellte mit mittlerweile 1.018 Minuten ohne Gegentor einen neuen FCB-Rekord auf (Oliver Kahn: 1.011 Minuten).
Reaktion:
Jupp Heynckes: „Wir haben sehr gut angefangen. Die ersten 20 Minuten haben wir das Spiel bestimmt. Aber dann hat Hoffenheim mit seinem läuferischen und kämpferischen Potenzial das Zepter
übernommen. Das Unentschieden ist aus meiner Sicht in Ordnung. Wir haben am Dienstag ein Riesenspiel gemacht, auch in den letzten Wochen haben wir sehr viel läuferischen Aufwand betrieben.
Heute hat man bei einigen Spielern gemerkt, dass einfach die Frische nicht so da war. Aber das ist ganz normal. Die Jungs haben kämpferisch voll überzeugt, sehr clever gespielt und wir haben
wieder zu null gespielt.“
Aufstellung:
Anatoliy Tymoshchuk für Luiz Gustavo - im zehnten Pflichtspiel in Folge ließ Jupp Heynckes diese beiden Spieler rotieren. Es war gleichzeitig die einzige Änderung im Vergleich zur Partie
gegen Manchester City vier Tage zuvor, die der FCB-Coach vorgesehen hatte. Kurz vor dem Anpfiff musste Heynckes aber noch einmal reagieren. Rafinha hatte sich beim Aufwärmen eine
Muskelverhärtung zugezogen. Für ihn rutschte Boateng auf die Rechtsverteidigerposition, in der Innenverteidigung füllte der wiedergenesene Holger Badstuber (grippaler Infekt) den freien
Platz neben Daniel van Buyten.
Auf der Bank nahm Arjen Robben Platz. Der Holländer habe nach seiner Schambeinentzündung noch leichte Beschwerden, berichtete Heynckes: „Wir sind übereingekommen, dass es besser ist, wenn
er heute noch nicht von Anfang an spielt.“ In der Halbzeit wechselte der FCB-Coach seinen Turbodribbler dann für den angeschlagenen Franck Ribéry (Wadenverhärtung) ein. In der
verbleibenden Spielzeit kamen zudem David Alaba für Mario Gomez (58.) - Müller rückte daraufhin in die Sturmspitze - und Luiz Gustavo für Daniel van Buyten (75.) ins Spiel.
Die Hoffenheimer, bei denen Ex-Bayer Edson Braafheid in der ersten Elf stand und der lange verletzte Stürmer Vedad Ibisevic erstmals in dieser Saison zumindest auf der Bank Platz nahm,
lief in einer 4-3-3-Grundordnung auf.
Spielverlauf:
Von Beginn an sahen sich die Bayern in der Rhein-Neckar-Arena einem aggressivem Pressing ausgesetzt. Mit hohem läuferischem Einsatz setzten die Gastgeber den Tabellenführer schon am
eigenen Strafraum unter Druck. Dennoch erspielten sich die Münchner zunächst ein Übergewicht und hatten die erste Chance des Spiels durch Boateng (17.) - es sollte jedoch die einzige im
ersten Durchgang bleiben.
Mit zunehmender Spielzeit wurde Hoffenheim immer spielbestimmender. In der Schlussphase der ersten Halbzeit kamen die Bayern kaum mehr aus der eigenen Spielhälfte heraus und Manuel Neuer
musste mehrfach eingreifen. Der FCB-Keeper war ein sicherer Rückhalt, zeigte bei einem Kopfball von Marvin Compper (22.) seine ganze Klasse und hielt zur Halbzeit die Null fest.
Mit Robben für den angeschlagenen Ribéry kamen die Bayern aus der Kabine, am Spiel änderte sich jedoch nichts. Hoffenheim war weiter im Vorwärtsgang, der FCB tat sich schwer, sein
Angriffsspiel aufzuziehen. Auch die Einwechslung von David Alaba für Mario Gomez (58.) hatte kaum einen Effekt. Erst in der Schlussphase der zweiten Halbzeit, als die Gastgeber müde
wurden, kamen die Bayern zu einigen kleineren Gelegenheiten. Am Ende blieb es aber beim 0:0.
Höhepunkte:
17. Minute: Fast das 1:0! Boateng dringt nach klasse Zuspiel von Kroos von rechts in den Strafraum ein und bringt den Ball aus spitzem Winkel am herausstürmenden 1899-Keeper Tom Starke vorbei,
aber Vorsah schlägt ihn von der Torlinie!
22. Minute: Klasse Parade von Neuer! Nach einem Freistoß von Sebastian Rudy lenkt Compper den Ball mit dem Hinterkopf aufs Tor - Neuer fliegt und pariert die Kugel!
31. Minute: Flanke Sigurdsson, Kopfball Roberto Firmino - kein Problem für Neuer.
34. Minute: Chinedu Obasi zieht halblinks von der Strafraumgrenze ab - kein Problem für Neuer.
37. Minute: Fernschuss von Ryan Babel aus 18 Metern, drei Meter am Tor vorbei.
38. Minute: Fallrückzieher von Babel fünf Meter vor dem FCB-Tor nach einer Ecke - genau in die Arme von Neuer.
51. Minute: Sigurdsson nimmt sich aus gut 30 Metern ein Herz, sein abgefälschter Schuss landet auf dem Tornetz.
51. Minute: Nach dem anschließenden Eckball kommt erneut Sigurdsson zum Schluss, diesmal aus 25 Metern - genau auf Neuer.
55. Minute: Der nächste Hoffenheimer Fernschuss: Daniel Williams zielt aus rund 22 Metern aber zu hoch.
66. Minute: Aus spitzem Winkel kommt Roberto Firmino zum Schuss, aber verzieht deutlich.
67. Minute: Wieder Roberto Firmino, diesmal versucht es der Brasilianer aus 18 Metern - wieder am Tor vorbei.
70. Minute: Flanke von rechts, aber Vorsah klärt in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Müller.
70. Minute: Nach dem anschließenden Eckball zappelt der Ball im Netz - doch Schiri Kinhöfer gibt den Schweinsteiger-Treffer zu Recht nicht. Der FCB-Profi, der nach einem Van-Buyten-Kopfball
abstaubte, stand im Abseits.
72. Minute: Fehlpass von TSG-Keeper Tom Starke genau auf Kroos, der allein Richtung Strafraum läuft. Doch anstatt selbst abzuschließen entscheidet er sich für einen Querpass auf den mitgelaufenen
Müller, der abgefangen wird.
79. Minute: Müller legt an der Strafraumgrenze ab für Kroos, dessen Schuss Starke sicher hält.
84. Minute: Obasi kommt aus halblinker Position im Strafraum zum Schuss - vorbei.
Spielstatistik 1899 Hoffenheim - FC Bayern 0:0
1899 Hoffenheim Starke - Beck, Vorsah, Compper, Braafheid - Sigurdsson (85. Schipplock), Rudy, Williams (69. Kaiser) - Obasi, Firmino (73. Musona), Babel
FC Bayern Neuer - Boateng, Van Buyten (75. Luiz Gustavo), Badstuber, Lahm - Tymoshchuk, Schweinsteiger - Müller, Kroos, Ribéry (46. Robben) - Gomez (58. Alaba)
Ersatz: Butt, Contento, Usami, Petersen
Schiedsrichter: Torsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer 30.150 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Musona / Tymoshchuk, Schweinsteiger, Lahm, Kroos
3:0! FCB lässt auch Leverkusen keine Chance
Wieder gewonnen, wieder zu null, weiter Erster - der FC Bayern hat auch gegen Vizemeister Bayer 04 Leverkusen seinen grandiosen Lauf fortgesetzt. Am siebten Bundesligaspieltag besiegte der
Rekordmeister die Werkself mit 3:0 (2:0) und behauptete die Tabellenführung. Für die Münchner war es der neunte Zu-null-Sieg in Folge, mit dem sie Karl-Heinz Rummenigge einen Tag vor
seinem 56. Geburtstag das passende Geschenk machten.
Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena sorgten Thomas Müller (5. Minute) und Daniel van Buyten (19.) früh für klare Verhältnisse. In der Schlussminute besorgte der
eingewechselte Arjen Robben den Endstand und krönte damit sein Comeback nach einem Monat Verletzungspause. Die Bayern dominierten die Partie fast nach Belieben, schonten mit zunehmender
Spielzeit ihre Kräfte und dürfen sich bestens gerüstet fühlen für das Champions-League-Duell mit Manchester City am kommenden Dienstag. Insgesamt ist der FCB jetzt seit 838
Pflichtspielminuten ohne Gegentor und stellte mit einer Tordifferenz von +20 nach sieben Spieltagen einen neuen Bundesligarekord auf.
Eine Woche nach dem 2:0-Sieg auf Schalke änderte Jupp Heynckes seine Startformation auf drei Positionen. Mit Daniel van Buyten (für Jérôme Boateng) und Anatoliy Tymoshchuk (für
Luiz Gustavo) standen zwei neue Defensivakteure in der ersten Elf, im Sturm begann der wieder genesene Mario Gomez (für Nils Petersen). Für den FCB-Torjäger war es sein 100. Pflichtspiel
im FCB-Trikot. Erfreuliches auch von Arjen Robben: Nach fünf Spielen Pause wegen einer Schambeinentzündung gehörte er erstmals wieder zum Kader und nahm zunächst auf der Bank Platz.
Im Laufe der zweiten Halbzeit nahm Heynckes Gomez (65.), Kroos (78.) und Ribéry (82.) aus dem Spiel und brachte Luiz Gustavo, Robben und David Alaba. Robben kam so zu seinem ersten
Einsatz seit einem Monat, Müller rückte in die Sturmspitze.
Leverkusen war mit Personalsorgen nach München gereist. Trainer Robin Dutt, der erstmals in dieser Saison drei Sechser aufstellte (Balitsch, Bender, Rolfes), musste insgesamt auf
sechs verletzte oder gesperrte Spieler verzichten, darunter Ex-Bayer Michael Ballack (Grippe). Die Personaldecke war so dünn, dass hinten rechts der 18-jährige Danny da Costa sein
Bundesligadebüt feierte und ein Platz auf der Ersatzbank leer blieb.
Spielverlauf:
Die Bayern erwischten einen Traumstart. Schon den ersten geordneten Angriff nutzten sie zur 1:0-Führung durch Müller (5.). Danach zogen sie ihr gewohntes Pass- und Positionsspiel auf,
verlagerten das Spiel immer wieder von der einen zur anderen Seite und ließen den Gegner laufen. Leverkusen, das in der ersten Halbzeit nur einen einzigen Torschuss verbuchte (11.), kam
kaum aus der eigenen Spielhälfte heraus und wusste sich immer wieder nur durch Fouls zu helfen. Einen der daraus resultierenden Freistöße verwandelte Van Buyten zum 2:0 (19.).
Insgesamt hatten die Münchner in der ersten Halbzeit Spiel und Gegner total im Griff. Den einzigen Vorwurf, den man ihnen machen konnte, war, dass sie ihre Überlegenheit nicht konsequent
ausnutzten und zur Pause höher führten. Halbzeitstatistik: 8:1 Schüsse, 3:0 Ecken, 57% gewonnene Zweikämpfe, 64% Ballbesitz.
Ohne Wechsel kamen beide Mannschaften aus der Kabine. Die Bayern dominierten weiterhin das Spiel, schalteten aber einen Gang zurück. So kam Leverkusen zunächst zu ersten kleinen
Gelegenheiten, es blieb jedoch bei einem Strohfeuer. Die Bayern hatten schnell wieder alles unter Kontrolle, ließen Ball und Gegner laufen und schließlich traf Robben in der Schlussminute
zum Endstand. Spielstatistik: 12:4 Schüsse, 4:1 Ecken, 53% gewonnene Zweikämpfe, 61% Ballbesitz.
Höhepunkte:
5. Minute: 1:0! Gleich der erste Angriff sitzt. Über Rafinha, Kroos und Gomez kommt der Ball zu Ribéry, der links im Strafraum Debütant Da Costa aussteigen lässt, flach vors Tor passt, wo
Müller den Ball ins Tor spitzelt.
7. Minute: Chance für Gomez! Müllers Hereingabe von rechts befördert der hart bedrängte Gomez am rechten Fünfmetereck neben das Tor.
11. Minute: Erste Möglichkeit für Leverkusen! Kießlings Flachschuss aus halbrechter Position ist aber kein Problem für Neuer.
19. Minute: 2:0! Van Buyten trifft per Freistoß. Aus 20 Metern hämmert er die Kugel durch die Mauer flach ins linke Toreck.
31. Minute: Flanke Müller und im Fallen kommt Gomez zum Kopfball - die Bogenlampe landet klar über dem Tor.
40. Minute: Reinartz verschätzt sich am eigenen Fünfmeterraum, Schweinsteiger schnappt sich die Kugel und läuft entlang der Tor-Aus-Linie auf Bayer-Keeper Leno zu, sein Rückpass auf den
einschussbereiten Gomez wird aber abgefangen.
52. Minute: Conzalo Castro schießt aus 16 Metern, kein Problem für Neuer.
67. Minute: Kopfball von Ömer Toprak nach einem Eckball, genau in die Arme von Neuer.
70. Minute: Erster Torschuss der Bayern im zweiten Durchgang: Der eingewechselte Luiz Gustavo verzieht aber aus 18 Metern.
71. Minute: Freistoß Ribéry, Kopfball Van Buyten - knapp über das Tor.
78. Minute: Schweinsteiger mit einem Freistoß aus gut 20 Metern - am Tor vorbei.
81. Minute: Tymoshchuk nagelt den Ball aus 20 Metern in die Maschen, aber der Treffer zählt nicht. Müller hatte zuvor ein Foulspiel begangen.
90. Minute: 3:0! Perfekt getimter Pass von Schweinsteiger in den Lauf von Robben, der nur noch Bernd Leno vor sich hat und souverän verwandelt.
Spielstatistik FC Bayern - Bayer 04 Leverkusen 3:0 (2:0)
FC Bayern Neuer - Rafinha, Van Buyten, Badstuber, Lahm - Tymoshchuk, Schweinsteiger - Müller, Kroos (78. Robben), Ribéry (82. Alaba) - Gomez (65. Gustavo)
Ersatz: Butt, Contento, Boateng, Petersen
Bayer 04 Leverkusen Leno - Da Costa (64. Bellarabi), Toprak, Reinartz (86. Friedrich), Castro - Balitsch, Bender, Rolfes - Renato Augusto, Sam - Kießling
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Müller (5.), 2:0 Van Buyten (19.), 3:0 Robben (90.)
Gelbe Karten: Van Buyten / Kießling, Toprak, Reinartz, Sam
FCB feiert achten Zu-null-Sieg in Folge
Der FC Bayern befindet sich in beeindruckender Form! Bei Schalke 04 siegte der deutsche Rekordmeister am Sonntagabend ohne den verletzten Toptorjäger Mario Gomez mit 2:0 (1:0) und baute die
Bundesliga-Tabellenführung aus. Es war der achte Pflichtspielerfolg des FC Bayern in Folge - allesamt zu null. Das bedeutet einen neuen Vereinsrekord. Für Manuel Neuer, Rafinha und
Cheftrainer Jupp Heynckes war es eine erfolgreiche Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.
Neuers Appell vor dem Spiel („Wir müssen hungrig bleiben“) setzten die Münchner perfekt in die Tat um. Mit der jüngsten Startelf seit 16 Jahren dominierten die Bayern vor ausverkauftem Haus
in der Schalker Veltins-Arena von Beginn an das Geschehen. Gomez-Ersatz Nils Petersen belohnte die Gäste mit seinem zweiten Saisontreffer (21.). Auch nach dem Wechsel ließen die Bayern
Schalke nicht zur Entfaltung kommen und setzten in die Offensive immer wieder Nadelstiche. Thomas Müller sorgte schließlich für den Schlusspunkt (75.).
Aufstellung:
Es war ein Wettlauf mit der Zeit, am Ende reichte es nicht: Mario Gomez (Adduktorenbeschwerden) - mit acht Saisontoren Führender der Bundesliga-Torschützenliste - stand Trainer Heynckes
beim Spitzenspiel auf Schalke nicht zur Verfügung. Stattdessen feierte Neuzugang Nils Petersen sein Startelf-Debüt für den FC Bayern. Im Vergleich zum 2:0-Sieg in Villarreal gab es zwei
weitere Wechsel. Luiz Gustavo ersetzte Anatoliy Tymoshchuk auf der Sechser-Position, Rafinha rückte für den zuletzt angeschlagenen Daniel van Buyten (Achillessehnenprobleme) in
die erste Elf.
Schalke-Trainer Ralf Rangnick veränderte seine Mannschaft, die erst Freitagabend von der Europa-League-Reise aus Cluj (Rumänien) zurückgekehrt war, nur auf einer Position: Peer Kluge lief
für Cipirian Marica auf. In der Offensive agierte Raul, der unter Heynckes bei Real Madrid in der Saison 1997/98 46 Pflichtspiele bestritten und die Champions League gewonnen hatte.
Der FC Bayern ließ von Beginn an keine Zweifel aufkommen, wer der aktuelle Tabellenführer der Bundesliga ist. Schalke kam kaum aus der eigenen Hälfte. Einen Freistoß von Holger Badstuber
konnte Schalkes Torhüter Ralf Fährmann noch parieren (16.). Machtlos war er hingegen beim abgefälschten Schuss von Petersen, der zur verdienten Führung des FCB führte (21.). Es war
Petersens zweites Saisontreffer und das erste Kontertor der Münchner in dieser Bundesliga-Spielzeit.
In der Folge wurden die Gastgeber stärker, Bayern verwaltete das 1:0 und setzte auf Konter. Schalkes Stürmerstar Klaas-Jan Huntelaar brachte das Tor von Neuer zweimal in Gefahr (29.,
33.), eingreifen musste der Nationaltorhüter allerdings nicht. Dann übernahmen die Bayern, angeführt von einem starken Ribéry, wieder das Kommando. Um ein Haar wäre Jérôme Boateng dann
kurz vor der Pause per Kopf das 2:0 gelungen. Einziger Wermutstropfen in Durchgang eins: Gustavo musste in der 43. Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Tymoshchuk ersetzte ihn
und kam so zu seinem 50. Bundesliga-Spiel für den FCB.
Nach dem Wechsel das gleiche Bild: Die Münchner das bessere Team. Petersen (51.) und Müller (53.) hatten das 2:0 auf dem Fuß. Doch beide Male fehlten Zentimeter zur Vorentscheidung.
Schalke entwickelte kaum Torgefahr. Rund 20 Minuten vor dem Ende verließ dann Torschütze Petersen den Platz, Müller avancierte zum Mittelstürmer - und netzte Sekunden später nach schöner
Vorarbeit von David Alaba und Ribéry ein. In den Schlussminuten ließ der souveräne FCB nichts mehr anbrennen.
Höhepunkte:
3. Minute: Franck Ribéry steckt stark auf Petersen durch. Der zögert etwas zu lange und wird in letzter Sekunde vom Ball getrennt.
16. Minute: Badstuber bringt einen Freistoß aus dem Halbfeld nach innen. Der Ball springt einmal auf, Schalke-Keeper Fährmann kratzt ihn aus dem langen Eck.
19. Minute: Erste Torannäherung von Schalke: Eine Flanke von der rechten Seite sorgt für einen Moment für Unordnung im Strafraum der Bayern. Boateng klärt die unübersichtliche
Situation.
21. Minute: Die verdiente Führung für den FCB!!! Ribéry erobert am eigenen Strafraum den Ball und marschiert unwiderstehlich durchs Mittelfeld. Dann setzt er Petersen perfekt in
Szene. Der scheitert zunächst an Fährmann, setzt aber nach und versenkt den zweiten Ball von halbrechts im langen Eck. Kluge fälschte den Schuss noch leicht ab.
25. Minute: Toni Kroos fasst sich ein Herz und hält aus 25 Metern drauf - knapp zwei Meter links vorbei.
26. Minute: Schalkes Lewis Holtby schießt von der Strafraumgrenze, Neuer muss nicht eingreifen.
29. Minute: Beste Chance für Schalke: Ribéry spielt einen Querpass Huntelaar in die Füße. Der Niederländer läuft auf Boateng zu, schlägt einen Haken und zieht ab - knapp vorbei.
33. Minute: Wieder Huntelaar: Diesmal verfehlt sein Volleyschuss hauchdünn das Tor von Neuer.
43. Minute: Ecke von Ribéry. Am kurzen Pfosten steigt Boateng zum Kopfball hoch - Außennetz.
47. Minute: Schalkes Österreicher Christian Fuchs prüft Neuer aus der Distanz. Kein Problem für Bayerns Schlussmann.
51. Minute: Weltklasse-Kombination der Bayern über Ribéry und Schweinsteiger. Der spielt Petersen völlig frei. Doch der Stürmer trifft aus wenigen Metern den Ball nicht richtig -
Abstoß.
53. Minute: Die nächste Riesenchance für den FCB! Kapitän Philipp Lahm passt in die Schnittstelle der Viererkette. Dort rauscht Müller heran, verfehlt das Gehäuse aber um Zentimeter.
60. Minute: Abgefälschter Freistoß von Kroos. Keeper Fährmann rutscht weg und entschärft den mit viel Drall versetzten Ball mit Mühe.
69. Minute: Kroos tanzt vier Gegenspieler im Mittelfeld aus. Sein Pass auf Petersen ist etwas zu steil.
69. Minute: Ribéry mit einem verdeckten Schuss aus halblinker Position. Fährmann ist zur Stelle.
75. Minute: Die Entscheidung! Alaba tankt sich auf links durch, passt zu Ribéry. Da der Grieche Kyriakos Papadopoulos am Ball vorbeischlägt, landet die Kugel bei Müller. Der lässt
sich die Chance zu seinem ersten Saisontor aus wenigen Metern nicht entgehen.
90. Minute: Tymoshchuk zieht aus 25 Metern volley ab - zwei Meter über das Tor.
Spielstatistik FC Schalke 04 - FC Bayern 0:2 (0:1)
FC Schalke 04 Fährmann - Uchida, Höwedes, Matip, Fuchs - Papadopoulos, Kluge (57. Draxler) - Farfan, Raul, Holtby (84. Marica) - Huntelaar (66. Pukki)
FC Bayern Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm - Gustavo (43. Tymoshchuk), Schweinsteiger - Müller, Kroos (90. Contento), Ribéry - Petersen (71. Alaba)
Ersatz: Butt, Contento, Van Buyten, Pranjic, Alaba, Usami
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Zuschauer 61.673 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Petersen (21.), 0:2 Müller (75.)
Gelbe Karten: Kluge / Badstuber
FCB ist für die Königsklasse gerüstet
Der FC Bayern ist bestens gerüstet für den Start der Champions-League-Gruppenphase. Am 5. Bundesligaspieltag errang der deutsche Rekordmeister einen begeisternden 7:0 (3:0)-Heimsieg gegen
den SC Freiburg und feierte damit eine gelungene Generalprobe für die Auftaktpartie in der Königsklasse am kommenden Mittwoch beim spanischen Vertreter FC Villarreal.
Die überragenden Mario Gomez (8./52./55./71. Minute) mit seinem ersten Viererpack für den FCB, Franck Ribéry (27./41.) sowie der eingewechselte Nils Petersen (90.) mit seinem ersten
Bundesligator sorgten vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena gegen die in allen Belangen unterlegenen Freiburger für den höchsten Saisonsieg der Münchner, die damit auch
im siebten Pflichtspiel in Folge ohne Gegentreffer blieben und ihre Tabellenführung eindrucksvoll behaupteten. Für Freiburg war es die höchste Bundesliga-Niederlage der
Vereinsgeschichte.
Reaktion:
Jupp Heynckes: „Ich bin natürlich hochzufrieden. Meine Mannschaft hat heute nicht nur, aber besonders in der ersten Halbzeit ein Klassespiel gezeigt hat. Nach der 3:0-Pausenführung haben
wir auch in der zweiten Halbzeit weiter auf Torerfolg gespielt - das ist wichtig für den Charakter eine Mannschaft. Was mir besonders gefällt, ist, dass alle Spieler mit in der Defensive
arbeiten. Aber ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass wir noch besser Fußball spielen können.“
Aufstellung:
Nach der zweiwöchigen Länderspielpause gab es beim FCB gegenüber dem 3:0 in Kaiserslautern drei Änderungen in der Startelf. Für David Alaba, Anatoliy Tymoshchuk und Daniel van Buyten spielten
Toni Kroos, Luiz Gustavo und Rafinha von Beginn an. Letzterer rückte wieder nach rechts in die Viererkette, dafür spielte Boateng in der Innenverteidigung. Arjen Robben fehlte weiterhin wegen
einer Schambeinentzündung, dafür war Mario Gomez nach überstandener Muskelverhärtung wieder fit.
Die Gäste aus Freiburg boten hingegen die gleiche Formation auf, die zuletzt ihr Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg mit 3:0 gewann. Nach der Pause reagierte Trainer Marcus Sorg auf den klaren
Rückstand, brachte Garra Debélé und Mensur Mujdza für Jendrisek und Nicu.
Spielverlauf:
Vier Tage vor dem ersten Gruppenspiel in der Königsklasse präsentierten sich die Bayern in prächtiger Spiel- und Torlaune. Von Beginn an wurden die Breisgauer unter Druck
gesetzt, gleich den ersten gelungenen Spielzug nutzte Gomez (8.) zur frühen Führung. Der FCB kontrollierte daraufhin das Geschehen nach Belieben und hätte frühzeitig weitere Treffer
erzielen können, beim letzten Zuspiel in die Spitze fehlte jedoch mehrfach die Präzision.
Vor allem wenn die Münchner mit direkten Kombinationen das Tempo forcierten, blieb den Gästen aus dem Breisgau nur das Nachsehen. Immer wenn der glänzend aufgelegte Ribéry seinen
Gegenspieler zum Eins-gegen-Eins-Duell zwang, kam sofort Torgefahr auf. Mit seinem dritten Doppelpack (27./41.) sorgte der torfgefährlichste Franzose der Bundesliga-Geschichte schon vor
der Pause für die Vorentscheidung.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielverlauf, Gomez (52./55.) erhöhte kurz nach Wiederbeginn auf 5:0. Danach schalteten die Bayern einen Gang zurück, kamen aber durch
Gomez’ vierten Treffer (71./Foulelfmeter) und Petersens Debüt-Tor (90.) zum auch in dieser Höhe verdienten Erfolg.
Höhepunkte:
3. Minute: Kroos zieht nach Vorarbeit von Ribéry aus 16 Metern ab, Baumann pariert.
8. Minute: Traumkombination zwischen Schweinsteiger, Müller und Kroos, der legt quer auf Gomez, der nur noch zum 1:0 einschieben muss. 1:0 für den FCB!
13. Minute: Cissé zieht nach weitem Pass von Schuster aus halbrechter Position ab, der Ball geht klar am zweiten Pfosten vorbei.
15. Minute: Fernschuss aus 16 Metern durch Flum, kein Problem für Neuer.
27. Minute: Kroos schickt Gomez auf die Reise, dieser legt auf für Ribéry, der bekommt den Ball erst nicht unter Kontrolle, um dann mit der Hacke auf 2:0 zu erhöhen.
Genial!
30. Minute: Flanke von Schweinsteiger auf Gomez, dessen Kopfball aus acht Metern Baumann klasse pariert.
39. Minute: Müller sieht den mitgelaufenen Rafinha, dessen Schuss von der rechten Seite wird abgefälscht und prallt gegen den Pfosten.
40. Minute: Wieder versucht es Rafinha, diesmal per Direktabnahme nach einem Eckstoß, der Ball wird gerade noch abgeblockt.
41. Minute: Ribéry bekommt den Ball im Strafraum, versetzt Nicu und schiebt locker zum 3:0 ein. Einfach nur klasse!
52. Minute: So einfach geht’s: Schweinsteiger auf Ribéry, Querpass auf Gomez, 4:0!
55. Minute: Wenn es erst mal läuft! Barth versucht zu klären, schießt Gomez dabei ans Schienbein, von da prallt der Ball über Torhüter Baumann zum 5:0 ins Tor.
71. Minute: Im zweiten Versuch versenkt Gomez einen an Müller verursachten Foulelfmeter zum 6:0. Zuvor war Ribéry zu früh in den Strafraum gelaufen.
79. Minute: Müller kommt aus kurzer Distanz frei zum Kopfball, setzt den Ball aber knapp am Tor vorbei.
83. Minute: Müller zieht aus halbrechter Position ab, Krmas wirft sich in den Schuss und verhindert Schlimmeres.
87. Minute: Alaba versucht's aus 20 Metern, Baumann taucht ab und hält glänzend.
89. Minute: Petersen kommt aus sechs Metern zum Kopfball, wieder ist Baumann zur Stelle.
90. Minute: Diesmal ist auch Baumann machtlos: Flanke von der linken Seite, Petersen trifft humorlos aus vier Metern zum 7:0-Endstand.
Spielstatistik FC Bayern - SC Freiburg 7:0 (3:0)
FC Bayern Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm (63. Contento) - Gustavo, Schweinsteiger - Müller, Kroos, Ribéry (73. Alaba) - Gomez (73. Petersen)
Ersatz: Butt, Van Buyten, Usami, Tymoshchuk
SC Freiburg Baumann - Nicu (46. Mujdza), Barth, Krmas, Bastians - Schuster, Flum - Makiadi (84. Abdessadki), Reisinger, Jendrisek (46. Dembélé) - Cissé
Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Gomez (8.), 2:0 Ribéry (26.), 3:0 Ribéry (41.), 4:0 Gomez (51.), 5:0 Gomez (55.), 6:0 Gomez (71./Fouelelfmeter), 7:0 Petersen (90.)
Gelbe Karten: - / -
Bayern stürmen an die Tabellenspitze
27.08.2011
„Wenn wir dieses Spiel gewinnen, können wir von einem guten Start sprechen“, hatte Christian Nerlinger vor der Bundesliga-Partie beim 1. FC Kaiserslautern gesagt. Und der Wunsch des
Sportdirektors ist in Erfüllung gegangen! Der FC Bayern siegte am Samstagnachmittag auf dem Betzenberg mit 3:0 (1:0) und feierte damit den dritten Dreier im vierten Ligaspiel der noch jungen
Saison. Die Folge: Der deutsche Rekordmeister springt auf Platz eins der Tabelle - zumindest vorübergehend. Gladbach und Hannover könnten am Sonntag, sofern sie ihre Auswärtsspiele gewinnen, noch
am FC Bayern vorbeiziehen.
Mann des Spiels war Mario Gomez. Mit einem Dreierpack (37., 55., 69.) hatte der deutsche Nationalstürmer großen Anteil am 13. Triumph des FC Bayern auf dem Betzenberg. Neben Gomez ragte Thomas
Müller aus einer starken Mannschaft heraus. Der Zehner bereitete die Treffer zwei und drei von Gomez vor, an der Entstehung des Handelfmeters in der ersten Halbzeit war er unmittelbar beteiligt.
Zudem blieben die Münchner erneut ohne Gegentreffer - zum sechsten Mal im siebten Pflichtspiel dieser Spielzeit.
Reaktion:
Jupp Heynckes: „Es ist nicht so einfach, hier 3:0 zu gewinnen. Wir hatten eine wunderbare Raumaufteilung und haben ballsicher kombiniert. Für mich war das heute unser bestes Saisonspiel.“
Aufstellung:
Manuel Neuer im Tor, Jérôme Boateng rechts, Philipp Lahm links und Daniel van Buyten sowie Holger Badstuber innen - Chefcoach Heynckes ließ seine Defensivformation im Vergleich zum
Champions-League-Qualifikationsspiel in Zürich unverändert. Nicht aber das Mittelfeld: Anatoliy Tymoshchuk rückte für Luiz Gustavo auf die Sechser-Position neben Bastian Schweinsteiger. David
Alaba ersetzte Toni Kroos und stand damit zum ersten Mal seit März 2010 wieder in der Bundesliga-Startelf des FC Bayern.
In der Spitze lief Mario Gomez auf, der nach seiner Muskelverhärtung grünes Licht für einen Einsatz gab. Nicht im Kader stand der an einer Schambeinentzündung leidende Arjen Robben. „Er muss
seine Verletzung auskurieren“, sagte Heynckes. Auch Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz brachte einige frische Kräfte: Thanos Petsos, Clemens Walch und Pierre de Wit, die am vergangenen Wochenende
beim 1:1 in Köln noch auf der Ersatzbank saßen, rutschten neu in die Startelf.
Spielverlauf:
Heynckes Marschroute vor der Partie war eindeutig: „Wir müssen den FCK weit von unserem Tor weghalten.“ Seine Spieler hatten gut zugehört. Denn der FC Bayern legte auf dem Betzenberg los wie die
Feuerwehr! Gomez (2.), Van Buyten (3.), Schweinsteiger (9.) und Lahm (9.) kamen in den ersten zehn Spielminuten zu hochkarätigen Chancen, die hochverdiente Führung sprang dabei jedoch zunächst
nicht heraus.
In der Folge schalteten die Münchner einen Gang herunter - verständlich nach diesem furiosen Beginn. Kaiserslautern präsentierte sich in der Offensive über die kompletten ersten 45 Minuten
äußerst harmlos, die FCB-Defensive stand sicher. Kurz vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse noch einmal: Der Pfälzer Rodnei beging im Strafraum ein Handspiel. Gomez nahm das Geschenk an
und erzielte sein zweites Tor in dieser Bundesliga-Saison (37.).
Nach der Pause das gleiche Bild: Der FCB ließ einen schwachen 1. FC Kaiserslautern nicht zur Entfaltung kommen und dominierte die Partie nach Belieben. Dann sorgte Gomez mit seinen Saisontreffern
drei und vier für die endgültige Entscheidung: Erst verwandelte er Elfmeter Nummer zwei im Nachschuss (55.), dann tunnelte er FCK-Torhüter Trapp aus kurzer Distanz (69.). Der Rest war Schaulaufen
gegen die an diesem Tag zahmen Roten Teufel.
Höhepunkte:
2. Minute: Erste dicke Chance für die Bayern! Ribérys Freistoß von der linken Seite wird von Martin Amedick gefährlich abgefälscht. FCK-Keeper Trapp pariert, der Abpraller landet bei Gomez. Doch
ein Fuß eines Pfälzers verhindert die frühe Führung.
3. Minute: Ecke von Badstuber, Kopfball Van Buyten - Trapp ist per Fußabwehr zur Stelle.
9. Minute: Einbahnstraßenfußball! Schweinsteiger hämmert aus 25 Metern drauf, Trapp reißt die Fäuste hoch.
9. Minute: Traumkombination über Thomas Müller und Lahm, der alleine vor Trapp auftaucht. Lahms Schuss streicht Zentimeter am Pfosten vorbei.
24. Minute: Lahm versucht es flach aus der Distanz, kein Problem für Trapp.
25. Minute: Einwurf-Flanke von Boateng. Ribéry setzt zu einem Volley-Schuss an, trifft den Ball aber nicht richtig. Abstoß.
32. Minute: Erster nennenswerter Torschuss der Gastgeber durch Christian Tiffert. Doch Neuer hat keine Mühe.
36. Minute: Elfmeter für den FC Bayern - und das völlig zu Recht! Gomez leitet den Ball mit der Brust weiter auf Müller. Rodnei geht dazwischen, dabei springt ihm die Kugel an die Hand.
Schiedsrichter Peter Gagelmann zögert keine Sekunde.
37. Minute: 1:0! Gomez schnappt sich den Ball und verlädt FCK-Keeper Trapp.
45. Minute: Eckball von Ribéry. Gomez steigt hoch. Seinen Kopfball klärt Itay Shechter auf der Linie.
47. Minute: Lahm schickt Ribéry auf der linken Seite steil, der legt nach innen. Gomez lauert, bekommt in Bedrängnis hinter seinen Schuss aber nicht genügend Druck.
51. Minute: Konter der Bayern. Gomez setzt Tymoshchuk in Szene. Dessen Schuss landet neben dem Tor.
55. Minute: Zweiter Elfmeter für den FCB!!! Und erneut gibt es keine zwei Meinungen: Rodnei, der bereits den ersten Elfmeter verschuldete, fährt Müller in die Parade.
55. Minute: Gomez tritt erneut an. Diesmal pariert Trapp den Flachschuss. Aber der Stürmer setzt nach und bringt den Abpraller locker im Netz unter. Das 2:0!
69. Minute: Gomez zum dritten! Müller vernascht seinen Gegenspieler auf der linken Seite, spielt Gomez mustergültig am Elfmeterpunkt frei. Der nimmt den Ball an und versenkt in durch die Beine
von Trapp trocken im Tor.
90. Minute: Rote Karte für Ivo Ilicevic! Der Mittelfeldspieler des FCK senst Tymoshchuk böse um.
Spielstatistik 1. FC Kaiserslautern - FC Bayern 0:3 (0:1)
1. FC Kaiserslautern Trapp - Dick, Amedick, Rodnei, Jessen - Petsos (87. Orban) - Walch (62. Sukuta-Pasu), Tiffert, De Wit (57. Fortounis), Ilicevic - Shechter
FC Bayern Neuer - Boateng, Van Buyten, Badstuber, Lahm - Tymoshchuk, Schweinsteiger (88. Kroos) - Alaba (83. Gustavo), Müller, Ribéry - Gomez (85. Petersen)
Ersatz: Butt, Contento, Rafinha, Pranjic
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Zuschauer 49.780 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Gomez (37., Handelfmeter), 0:2 Gomez (55.), 0:3 Gomez (69.)
Gelbe Karten: Petsos, Rodnei, Fortounis / Alaba
Rote Karten: Ilicevic (90.)
5:0! Die Bayern setzen ein Ausrufezeichen
Was für ein Sturmlauf in der Allianz Arena! Im 93. Nord-Süd-Derby feierte der FC Bayern am Samstagnachmittag einen 5:0 (3:0)-Kantersieg gegen den Hamburger SV - ein hochverdienter Erfolg, der
sogar noch höher hätte ausfallen können. Der FCB war den Hanseaten in allen Belangen überlegen und kletterte nach der bislang besten Saisonleistung zumindest vorübergehend auf den zweiten
Tabellenplatz.
Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena sorgten Daniel van Buyten (13.), Franck Ribéry (17.), der in seinem 100. Bundesligaspiel mit seinem 32. Treffer zum torgefährlichsten
Franzosen der Liga-Geschichte avancierte, und Arjen Robben (34.) schon in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse. Im zweiten Durchgang erhöhte Mario Gomez (56.) schnell auf 4:0, in der
Schlussphase traf der eingewechselte Ivica Olic (80.) zum Endstand. Für den lange verletzten Kroaten war es das erste Ligator seit über einem Jahr (8. Mai 2010).
Aufstellung:
Im dritten Spiel innerhalb von acht Tagen warf Jupp Heynckes die Rotationsmaschine an. Jérôme Boateng, Luiz Gustavo und Toni Kroos bekamen eine Pause. Dafür feierten Daniel van Buyten und
Anatoliy Tymoshchuk ihr Startelfdebüt in dieser Saison. Thomas Müller, der drei Tage zuvor gegen Zürich pausierte hatte, stand ebenso wieder in der Anfangsformation. „Eine Mannschaft
besteht aus mehr als elf Spielern“, erklärte Heynckes diese sowohl präventive als auch „gruppendynamische Maßnahme“. Auflaufen konnte auch Mario Gomez, dessen Einsatz wegen muskulärer
Probleme unsicher gewesen war. Mitte der zweiten Halbzeit wechselte Heynckes Robben, Ribéry und Gomez aus und schonte sie für das anstehende Playoff-Rückspiel in der
Champions-League-Qualifikation.
Beim Gegner ließ schon die Aufstellung Rückschlüsse auf die taktische Ausrichtung zu. HSV-Trainer Michael Oenning bot mit Heung-Min Son, Gökhan Töre und Marcell Jansen nur drei
Offensivleute auf. Die beiden torgefährlichen Angreifer Mladen Petric und Paolo Guerrero fehlten verletzt.
Spielverlauf:
Wie Gladbach zwei Wochen zuvor versuchte auch der HSV, den eigenen Strafraum mit zwei Viererketten abzuriegeln. Mit plötzlichen Tempoverschärfungen über die Flügel brachten die Münchner
die Gäste aber vom Anpfiff weg immer wieder in größte Verlegenheit. Und ihre Chancen münzten die Münchner sofort in Tore um. Van Buyten (13.) und Ribéry (17.) sorgten schnell für eine
beruhigende 2:0-Führung.
Auch danach waren die Bayern den Hanseaten, die sich oft nur durch Fouls zu helfen wussten und in der ersten Halbzeit einen einzigen Torschuss verbuchten (29.), in allen Belangen
überlegen. Robben, Müller und Ribéry tauschten häufig die Positionen und waren zu keinem Zeitpunkt von den Hanseaten unter Kontrolle zu bekommen. Nur HSV-Keeper Jaroslav Drobny und der
Pfosten (43.) boten dem FCB echte Gegenwehr. Robben erhöhte in der 34. Minute auf 3:0 (34.) - der Pausenstand, mit dem die Gäste bestens bedient waren.
Nach Wiederanpfiff änderte sich nicht viel am Spiel, auch wenn die Bayern spätestens nach dem 4:0 durch Gomez (56.) einen Gang zurückschalteten. Trotzdem beherrschten die Münchner die
Hamburger weiter nach Belieben, ließen aber einige gute Chancen ungenutzt. In der Schlussphase besorgte schließlich Olic (80.) den 5:0-Endstand.
Höhepunkte:
2. Minute: Erster Torschuss durch Gomez! Der Torschützenkönig zieht aus spitzem Winkel ab, Drobny pariert.
8. Minute: Flanke Ribéry, Kopfball Robben aus zehn Metern - genau in die Arme von Drobny.
13. Minute: 1:0! Robbens serviert per Freistoßflanke für Daniel van Buyten, der aus elf Metern einköpft.
17. Minute: 2:0! Eine Hereingabe von Müller landet bei Ribéry, der Dennis Diekmeier schwindlig spielt und vom linken Eck des Fünfmeterraums flach ins lange Toreck trifft.
27. Minute: Flachschuss von Müller aus 18 Metern, kein Problem für Drobny.
29. Minute: Erster Torschuss des HSV. Nach einem Konter kommt Diekmeier halbrechts im Strafraum zum Abschluss, Neuer lenkt die Kugel neben das Tor.
33. Minute: Fast das 3:0! Gomez hechtet in eine Freistoßflanke von Robben und drückt den Ball als Aufsetzer Richtung Tor - Drobny pariert in höchster Not.
34. Minute: Jetzt ist es passiert! Robben dribbelt vom rechten Flügel In den Strafraum, lässt zwei Gegenspieler einfach stehen und chippt den Ball am machtlosen Drobny vorbei ins lange
Eck - 3:0.
43. Minute: Pfostenschuss Müller! Der WM-Torschützenkönig nimmt eine Robben-Flanke im Strafraum mit der Brust an und nagelt den Ball im Fallen ans Aluminium.
45. Minute: Erneut Müller fast mit dem 4:0! Er legt sich den Ball weit vor, überläuft die zwei HSV-Verteidiger, scheitert dann aber im Eins-gegen-Eins an Drobny.
51. Minute: Gomez‘ Hereingabe nimmt Müller volley, der Ball segelt am Kasten vorbei.
53. Minute: Knaller von Tymoshchuk! Eine Ablage von Ribéry schießt er aus 20 Metern nur knapp am Tor vorbei.
54. Minute: 4:0! Müller lupft den Ball auf Gomez, der an Drobny vorbeizieht und aus spitzem Winkel ins leere Tor trifft.
59. Minute: Fast das 5:0! Drobny kann einen Flatterball von Ribéry nur abklatschen, im Nachsetzen bekommt Gomez den Ball aber nicht unter Kontrolle und Drobny sichert sich die Kugel doch
noch.
61. Minute: Gomez fälschte eine Ribéry-Flanke ab, der Ball landet dennoch bei Robben, der sich halblinks im Strafraum einmal um die eigene Achse dreht und einen Lupfer über Drobny versucht - doch
der HSV-Keeper hat die Kugel.
64. Minute: Riesenchance für Müller! Lahm legt von der Grundlinie zurück auf seinen Nationalmannschaftskollegen, der den Ballaus zwölf Metern knapp am Tor vorbeischlenzt.
72. Minute: Gute Schusschance für Gomez! Nach Zuspiel von Alaba schießt er aus 20 Metern aber über das Tor.
80. Minute: Riesenchance für Olic! Nach einer Rafinha-Flanke scheitert der Kroate aus kurzer Distanz an Drobny, ein HSV-Verteidiger schlägt den Ball weg. Doch die Situation ist noch nicht
geklärt.
80. Minute: Schweinsteiger holt sich auf dem linken Flügel den Ball zurück, flankt auf den zweiten Pfosten, Badstuber köpft vors Tor, wo Olic sich in den Ball hechtet und per Kopf
einnetzt. 5:0!
Spielstatistik FC Bayern - Hamburger SV 5:0 (3:0)
FC Bayern Neuer - Rafinha, Van Buyten, Badstuber, Lahm - Tymoshchuk, Schweinsteiger - Robben (66. Alaba), Müller, Ribéry (70. Olic) - Gomez (76. Petersen)
Ersatz: Butt, Boateng, Gustavo, Kroos
Hamburger SV Drobny - Diekmeier (68. Tesche), Bruma, Mancienne, Aogo - Westermann, Jarolim - Rincon, Jansen - Töre (68. Kacar), Son (87. Elia)
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Van Buyten (13.), 2:0 Ribéry (17.), 3:0 Robben (34.), 4:0 Gomez (56.), 5:0 Olic (80.)
Gelbe Karten: Tymoshchuk, Rafinha / Aogo, Westermann, Mancienne, Jansen
Luiz Gustavo erlöst die Bayern
13.08.2011
Dank Luiz Gustavos Last-Minute-Treffer hat der FC Bayern wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Eine Woche nach der Auftaktniederlage gegen Borussia Mönchengladbach gewann der Rekordmeister am
Samstag beim VfL Wolfsburg dank einer starken Leistung in der zweiten Halbzeit verdient mit 1:0 (0:0) und feierte damit den ersten Sieg in der noch jungen Bundesligasaison.
Vier Tage vor dem Champions-League-Qualifikationsspiel gegen den FC Zürich war es Luiz Gustavo, der in der Nachspielzeit das goldene Tor erzielte. Zuvor sahen die 30.000 Zuschauer in der
ausverkauften Volkswagen-Arena eine abwechslungsreiche Partie, in der die Bayern vor allem nach dem Seitenwechsel die größeren Chancen hatten.
Aufstellung:
Im ersten Auswärtsspiel der Saison setzte Heynckes auf die gleiche Mannschaft wie beim 0:1 in der Vorwoche gegen Gladbach. Einzig der angeschlagene Arjen Robben fehlte, für ihn rückte Franck
Ribéry wieder in die Startelf. Der Franzose kam auf seiner angestammten Position auf der linken Außenbahn zum Einsatz, Thomas Müller wechselte dafür auf die rechte Seite. Mitte der zweiten
Halbzeit kam Takashi Usami für Müller ins Spiel und feierte sein Bundesliga-Debüt. Kurz vor Schluss feierte auch Olic sein Bundesliga-Comeback nach langer Verletzungspause.
Der VfL trat in der gleichen Formation an wie beim 3:0-Erfolg vor einer Woche in Köln, also auch mit den beiden ehemaligen Bayern-Spielern Hasan Salihamdzic und Patrick Ochs, der in der
Halbzeitpause wegen einer Fußverletzung aus dem Spiel musste. In der zweiten Halbzeit musste auch Brazzo vom Feld, für ihn kam Koo.
Spielverlauf:
Die Gastgeber begannen aggressiv und druckvoll, störten früh den Spielaufbau der Bayern, schafften es aber nicht, zwingende Chance herauszuspielen. Immer wieder änderten die Wolfsburger den
Rhythmus, zogen sich mal zurück, attackierten dann wieder am Strafraum der Bayern, die in der Defensive jedoch nicht viel zuließen und so den Anfangsschwung der Wolfsburger unbeschadet
überstanden.
Mit zunehmender Spielzeit übernahm der FCB mehr und mehr die Spielkontrolle, der Heynckes-Elf fehlten aber zunächst die Ideen und die letzte Konsequenz, um selbst Chancen zu kreieren. Wie schon
in der Vorwoche gegen Gladbach fehlte bei Ballgewinn auch das Tempo beim Umschalten, die Schüsse von Kroos (22.) und Gomez (44.) blieben die einzigen nennenswerten Möglichkeiten vor der
Halbzeitpause, auf der Gegenseite blieb der nicht anerkannte Treffer von Helmes (39.) die einzige Chance der Wolfsburger.
Nach dem Seitenwechsel agierten die Bayern deutlich druckvoller und kamen durch Schweinsteiger (46./50.) und Kroos (57.) zu aussichtsreichen Chancen. Von den Wolfsburgern kam nicht mehr viel,
erst Mitte der zweiten Halbzeit konnten sich die Gastgeber vom Druck befreien, bis auf einen Fernschuss von Träsch (86.) sprang aber nichts Zwingendes heraus. Auf der Gegenseite war es Luiz
Gustavo (90.+1), der die Bayern mit seinem späten Siegtreffer jubeln ließ.
Höhepunkte:
1. Minute: Scharfe Hereingabe von Ochs von der rechten Seite, doch der Ex-Bayer findet keinen Abnehmer.
22. Minute: Gomez spielt Kroos frei, der zieht aus halbrechter Position ab und verfehlt das Tor nur knapp.
38. Minute: Flanke von Ochs vor das Tor des FCB, Boateng kann gerade noch per Kopf klären.
39. Minute: Helmes trifft aus spitzem Winkel zum 1:0, doch das Tor findet wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung keine Anerkennung.
44. Minute: Starker Einsatz von Ribéry im Strafraum, Querpass zu Gomez, doch der scheitert mit dem Außenrist an VfL-Torwart Benaglio.
46. Minute: Große Chance durch Schweinsteiger, der nach Zuspiel von Müller aus halblinker Position mit links über das Tor zielt.
50. Minute: Schweinsteiger setzt zum Alleingang an gegen vier Wolfsburger und wird im letzten Augenblick von Josue gestört.
54. Minute: Dejagah legt quer auf Helmes, der aus 16 Metern aber klar über das Tor schießt.
57. Minute: Klasse Kombination zwischen Ribéry, Schweinsteiger und Kroos, der den Ball aus 14 Metern am Tor vorbei setzt.
82. Minute: Ribéry flankt von links auf Usami, der verlängert Richtung Tor, doch Benaglio hat keine Mühe.
86. Minute: Träsch zieht aus 16 Metern ab, Neuer kann den verdeckten Schuss aber parieren.
90.+1. Minute: Ribéry legt zurück auf Luiz Gustavo, der aus 16 Metern abzieht und die verdiente Führung erzielt.
90.+2. Minute: Mandzukic kommt aus halbrechter Position zum Schuss, verfehlt das Tor aber klar.
Spielstatistik VfL Wolfsburg - FC Bayern 0:1 (0:0)
VfL Wolfsburg Benaglio - Hasebe, Kjær, Russ, Schäfer - Träsch, Josué - Ochs (46. Dejagah), Salihamidzic (69. Koo) - Helmes (88. Lakic), Mandzukic
FC Bayern Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm - Schweinsteiger, Luiz Gustavo - Müller (69. Usami/90.+3 Van Buyten), Kroos (86. Olic), Ribéry - Gomez
Ersatz: Butt, Tymoshchuk, Alaba, Pranjic
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Zuschauer 30.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Luiz Gustavo (90.+1)
Gelbe Karten: - / Kroos, Lahm, Rafinha
Überlegener FCB verliert gegen Gladbach
07.08.2011N
Nach zehn Jahren ist der FC Bayern mal wieder mit einer Niederlage in die Bundesliga-Saison gestartet. Am Sonntagabend musste sich der
Rekordmeister trotz klarer Überlegenheit und guter Tormöglichkeiten gegen Borussia Mönchengladbach unglücklich mit 0:1 (0:0) geschlagen geben.
Vor 69.000 Zuschauern in der wie immer ausverkauften Allianz Arena scheiterten die dominanten Bayern an Gäste-Torhüter Marc-André ter Stegen, dem Pfosten (55.) und hatten zudem Pech, dass
Schiedsrichter Babak Rafati ein regelgerechtes Tor von Thomas Müller (77.) nicht anerkannte. Die Borussia, die sich fast nur aufs Verteidigen konzentrierte, kam durch Igor de Camargo (62.) zum
Treffer des Tages.
Reaktion:
Jupp Heynckes: „Gladbach hat sehr gut organisiert gespielt. Sie haben ein Spinnennetz aufgebaut, in dem wir uns immer wieder verfangen haben. Wir haben es versäumt, unsere Überlegenheit in
Torchancen umzumünzen. Wir müssen einfach mehr Druck aufbauen und den Gegner zu Fehlern zwingen. Das war heute nicht so der Fall. Der Gegentreffer kam aus dem Nichts, es war ein Missverständnis
zwischen Jérôme Boateng und Manuel Neuer.“
Aufstellung:
Heynckes vertraute zum Ligastart im Grunde der Elf, die sechs Tage zuvor beim Pokalspiel in Braunschweig (3:0) überzeugt hatte. Nur der wiedergenesene Arjen Robben war neu in der ersten Elf und
begann wie üblich auf dem rechten Flügel. Für ihn machte Thomas Müller Platz, der auf die gegenüberliegende Seite wechselte, David Alaba rutschte auf die Bank. Dort saß zum ersten Mal in einem
Pflichtspiel des FCB auch Takashi Usami. Ebenso Reservist war zunächst Franck Ribéry, der ein paar Tage länger als Robben verletzt pausieren hatte müssen. Der Franzose kam in der zweiten Halbzeit
ins Spiel, kurz darauf auch Nils Petersen, der damit zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz im FCB-Trikot kam.
Bei den Gästen fehlte der verletzte Martin Stranzl, für ihn begann Roel Brouwers in der Innenverteidigung. Ansonsten bot Lucien Favre als einer von nur drei Bundesliga-Trainern eine
Startformation ohne Neuzugänge auf.
Spielverlauf:
Es entwickelte sich ohne Umschweife das erwartete Spiel. Die Bayern dominierten, ließen Ball und Gegner immer wieder von einer Seite zur anderen laufen und suchten nach einer Lücke im dichten
Deckungsverbund der Fohlen. Die Borussia verschanzte sich mit zwei Viererketten vor dem eigenen Strafraum und doppelte die Außen des FCB, die Bayern mussten es daher meist mit Fernschüssen
probieren. Zwei Gomez-Kopfbälle (7., 45.+1) waren in der ersten Halbzeit die einzigen Abschlüsse der Münchner im gegnerischen Strafraum.
Bei den Gladbachern, deren wenige schnellen Gegenstößen von der FCB-Defensive meist rechtzeitig entschärft wurden, sorgte hauptsächlich Marco Reus in der Offensive für etwas Wirbel. Kurz vor der
Pause hatten die Borussen auch eine gute Tormöglichkeit durch Juan Arango, der an Neuer scheiterte (42.).
Nach der Halbzeit erhöhten die Bayern das Tempo und den Druck. Ter Stegen (49.) und der Pfosten (55.) verhinderten gegen Gomez die überfällige Bayern-Führung. Dann wechselte Heynckes auch noch
Ribéry ein (60.). Das Tor fiel aber kurz darauf für die Borussia, der zuvor bereits ein Treffer zur Recht aberkannt worden war (59.). In der 62. Minute köpfte de Camargo den Ball dann aber erneut
ins Tor - 0:1.
Wütende Angriffe der Bayern, bei denen ab der 76. Minute mit Nils Petersen ein zweiter Stürmer im Spiel war, waren die Folge. Ter Stegen hielt seinen Kasten aber weiter sauber. Zudem wurde ein
regelgerechter Treffer von Thomas Müller (77.) vom Schiedsrichter nicht anerkannt. Bis zum Schlusspfiff drängten die Bayern auf den Ausgleich, doch an der erst zweiten Heimniederlage gegen
Gladbach in der Bundesligageschichte war nichts mehr zu ändern.
Höhepunkte:
5. Minute: Langer Diagonalball von Lahm in die Spitze, Gladbach-Keeper Marc-André ter Stegen kommt weit aus seinem Kasten und schnappt sich die Kugel einen Schritt vor Toni Kroos.
7. Minute: Flanke Müller, Kopfball Gomez - in die Arme von ter Stegen.
26. Minute: Flachschuss Kroos aus 18 Metern - ter Stegen hält.
33. Minute: 18-Meter-Schuss von Robben - über das Tor.
34. Minute: Bogenlampe am Fünfmeterraum der Borussia. Müller versucht, bedrängt von zwei Gegenspielern, mit der Fußspitze an den Ball zu kommen, hat jedoch kein Glück.
38. Minute: 18-Meter-Schuss von Kroos - am Tor vorbei.
42. Minute: Außenristschuss von Juan Arango - Neuer pariert klasse.
43. Minute: Nach der anschließenden Ecke kommt Reus aus 16 Metern zum Schuss - wieder hält Neuer.
44. Minute: Kopfball von Schweinsteiger nach einem Eckball - über das Tor.
45.+1 Minute: Kopfball Gomez - in die Arme von ter Stegen.
49. Minute: Flanke Müller, klasse Kopfball Gomez - ter Stegen pariert reaktionsschnell!
55. Minute: Pfosten! Gomez wuchtete eine Kroos-Ecke per Kopf ans Aluminium!
59. Minute: Tor Gladbach, doch Schiedsrichter Babak Rafati gibt den Treffer nach einem Arango-Freistoß zu Recht nicht. De Camargo hatte Schweinsteiger am Fünfmeterraum gefoult.
62. Minute: Tor für Gladbach! Nach einem weiten Schlag von Brouwers eilt Neuer aus seinem Tor, nach einem Missverständnis mit Boateng kommt er an der Strafraumgrenze gegen den heranstürmenden de
Camargo aber etwas zu spät und der Gladbach-Stürmer köpfte den Ball ins leere Tor.
65. Minute: Robben-Schuss nach Solo - ter Stegen hält.
71. Minute: Fernschuss Arango, aber er verzieht.
77. Minute: Schweinsteiger von der Strafraumgrenze, ter Stegen pariert und Müller köpft den Abpraller ins Tor. Doch Rafati gibt den Treffer wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht - eine
Fehlentscheidung.
Spielstatistik FC Bayern - Borussia Mönchengladbach 0:1 (0:0)
FC Bayern Neuer - Rafinha, Boateng (76. Petersen), Badstuber, Lahm - Luiz Gustavo, Schweinsteiger - Robben, Kroos (60. Ribéry), Müller - Gomez
Ersatz: Butt, Van Buyten, Tymoshchuk, Alaba, Usami
Borussia Mönchengladbach ter Stegen - Jantschke (90. Marx), Brouwers, Dante, Daems - Reus (90. Rupp), Nordtveit, Neustädter, Arango - de Camargo, Hanke (83. Herrmann)
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 de Camargo (62.)
Gelbe Karten: - / de Camargo
Sieg im Südgipfel zum Abschluss
14.05.2011
Der FC Bayern hat sich mit einem 2:1 (1:1)-Sieg gegen den VfB Stuttgart erfolgreich aus der Saison verabschiedet, das erhoffte kleine Fußballwunder blieb aber aus. Da Leverkusen zeitgleich in
Freiburg gewann (1:0), verteidigte die Werkself ihren Drei-Punkte-Vorsprung vor dem Rekordmeister ins Ziel. Die Bayern beenden die Saison somit auf dem dritten Platz.
69.000 Zuschauer in der auch im letzten Saisonspiel ausverkauften Allianz Arena sahen noch einmal ein spannendes Fußballspiel zwischen zwei Teams auf Augenhöhe. Die Gäste aus Stuttgart boten dem
FCB Paroli und gingen durch Shinji Okazaki (24. Minute) sogar in Führung. Mario Gomez (37.) glich mit seinem 28. Saisontor aus und beendete die Saison als Torschützenkönig. In der zweiten
Halbzeit machte Bastian Schweinsteiger (71.) den 19. Saisonsieg des FC Bayern perfekt und sorgte gleichzeitig für den ersten Sieg im neuen rot-goldenen Trikot.
Eine Woche nach dem Rekordsieg gegen St. Pauli (8:1) war Andries Jonker gezwungen, seine Erfolgself zu ändern. Anstelle des verletzten Luiz Gustavo begann Holger Badstuber in der
Innenverteidigung, für den gelb-gesperrten Franck Ribéry rückte Miroslav Klose in die erste Elf. Der Nationalstürmer agierte auf der Zehn, Ribérys Position auf dem linken Flügel übernahm Thomas
Müller.
Bevor zum letzten Mal in dieser Saison der Anpfiff ertönte, hieß es erst einmal, „Servus“ zu sagen. Hamit Altintop, Andreas Ottl und Thomas Kraft wurden von den FCB-Vorständen Karl-Heinz
Rummenigge und Karl Hopfner sowie Sportdirektor Christian Nerlinger feierlich verabschiedet. Dann wurde noch einmal Fußball gespielt in der Allianz Arena. Schiedsrichter Florian Meyer gab das
Startsignal zum Duell des besten Rückrundenteams gegen das drittbeste.
Klose über das Tor
Es entwickelte sich eine offene Partie. Die Bayern hatten mehr vom Spiel, der VfB hielt aber entschlossen dagegen und versteckte sich nicht. Mit einem gefährlichen Aufsetzer von Zdravko
Kuzmanovic (4.) hatten die Schwaben auch die erste Tormöglichkeit - Butt parierte.
Danach übernahmen aber die Bayern das Kommando und hatten ihre beste Phase in der ersten Halbzeit. VfB-Keeper Sven Ulreich bewahrte sein Team gegen Arjen Robben (7.) und Klose (8.) vor einem
Rückstand. Die beiden FCB-Profis waren kaum zu halten. In der zehnten Minute kam Klose nach Robben-Vorlage aus halbrechter Position zum Schuss, zielte aber zu hoch. Kurz darauf hatten die
Zuschauer schon den Torjubel auf den Lippen, als Robben zwei Gegenspieler umdribbelte und vors leere Tor passte, doch Klose schoss den Ball aus zwei Metern Torentfernung über die Querlatte
(12.).
Flanke - Tor
Diese vergebene Hundertprozentige führte zu einem kleinen Bruch im Bayern-Spiel. Die Münchner agierten zu statisch und konnten sich kaum mehr gefährlich in Szene setzen. Anders die Stuttgarter,
die geschickt verteidigten und bei Ballgewinn mit Tempo Richtung FCB-Tor durchstarteten. Kuzmanovic (11.) und Christian Träsch (15.) scheiterten mit ihren Schüssen nur knapp, dann war’s passiert:
Martin Harnik flankte und am zweiten Pfosten drückte Okazaki den Ball ins Tor - 0:1 (24.)!
Nur drei Minuten später verhinderte Jörg Butt bei einem Schlenzer von Träsch einen zweiten VfB-Treffer. Dann meldeten sich die Bayern zurück: Robben setzte mit einem Weltklasse-Pass Gomez in
Szene, der allein vor Ulreich souverän zum 1:1 traf (37.). Wenig später verpasste der FCB-Toptorjäger eine Freistoßflanke von Robben nur knapp (40.). Auch die Stuttgarter hatten kurz vor der
Pause noch eine Gelegenheit: Gegen den durchgebrochenen Pavel Pogrebnyak war Butt aber zur Stelle (45.). Dann war Halbzeit.
20 Minuten ohne Torschuss
Ohne Wechsel kamen die beiden Mannschaften zurück auf den Rasen, wo sie sich weiter ein ausgeglichenes Duell lieferten. In der Offensive passierte zunächst aber nicht viel. In den ersten 20
Minuten der zweiten Halbzeit gab kein der beiden Mannschaften einen Torschuss ab. Eine Volley-Abnahme von Serdar Tasci (67.) war die erste nennenswerte Aktion im zweiten Durchgang - der Ball flog
Richtung Mittelrang.
Kurz zuvor hatte Jonker durch die Einwechslung von Toni Kroos und Andreas Ottl (für Klose und Tymoshchuk) versucht, für frischen Wind zu sorgen. Die Rechnung ging auf. In der 71. Minute flankte
Kroos einen Freistoß gefährlich vors Tor, wo Schweinsteiger einnickte - 2:1 (71.).
An die Latte
Die Bayern versuchten danach, auch noch ein drittes Tor zu erzielen, hatten aber kein Glück mehr. Nach Flanke von Philipp Lahm bugsierte Gomez den Ball mit dem Unterkörper Richtung Tor, der Ball
prallte an die Unterkante der Latte und sprang von dort auf die Torlinie (80.). Der VfB hatte durch einen zu hoch angesetzten Kuzmanovic-Freistoß nur noch einen Torschuss. Es blieb beim 2:1.
Spielstatistik FC Bayern München - VfB Stuttgart 2:1 (1:1)
FC Bayern München Butt - Lahm, Van Buyten, Badstuber, Contento - Tymoshchuk (65. Ottl), Schweinsteiger - Robben, Klose (65. Kroos), Müller - Gomez (87. Pranjic)
Ersatz: Kraft, Jüllich
VfB Stuttgart Ulreich - Boulahrouz, Niedermeier, Tasci, Boka - Träsch (86. Didavi), Kuzmanovic - Harnik, Hajnal (81. Gentner), Okazaki - Progebnyak (78. Schipplock)
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Okazaki (24.), 1:1 Gomez (37.), 2:1 Schweinsteiger (71.)
Gelbe Karten: Klose, Van Buyten / Boka, Niedermeier
Bayern machen CL-Qualifikation perfekt
07.05.2011
Der FC Bayern hat das Minimalziel in der laufenden Saison erreicht. Dank eines klaren 8:1 (2:0)-Sieges am vorletzten Spieltag beim FC St. Pauli sicherte sich der deutsche Rekordmeister vorzeitig
den dritten Tabellenplatz und damit die Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League. Am letzten Spieltag könnte der FCB sogar noch den zweiten Platz erreichen, vorausgesetzt Bayer
Leverkusen punktet nicht beim SC Freiburg.
Mario Gomez (10. Minute) und Daniel van Buyten (32.) sorgten vor 24.487 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion für die beruhigende 2:0-Halbzeitführung. Ein Doppelschlag von Gomez (52.)
und Arjen Robben (54.) machte zu Beginn des zweiten Durchgangs alles klar. Franck Ribéry (74./88.), Robben (83.) und Gomez (86.), der sein Torekonto auf 27 Treffer erhöhte, machten den höchsten
Auswärtssieg in der Bundesliga-Geschichte perfekt. Marcel Eger (78.) gelang der Ehrentreffer für die Kiezkicker.
Bayern-Trainer Andries Jonker nahm gegenüber dem klaren 4:1-Erfolg am vergangenen Wochenende gegen den FC Schalke 04 eine Änderung in seiner Aufstellung vor. Luiz Gustavo kehrt nach seiner
Gelbsperre wieder in die Innenverteidigung zurück, für ihn musste Holger Badstuber zunächst auf die Bank.
Volle Konzentration von Beginn an hatten FCB-Kapitän Philipp Lahm und auch Trainer Jonker im Vorfeld gefordert und die Mannschaft setzte dies vom Anpfiff weg um. Ribéry (1.) und Robben (7.) gaben
die ersten Warnschüsse Richtung St. Pauli-Tor ab, ehe Gomez (10.) einen Abwehrfehler von Markus Thorandt zur frühen Führung nutzte.
Nur zwei Minuten später hatte Schweinsteiger (12.) das 2:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss von der Strafraumgrenze strich knapp am linken Pfosten vorbei. Die Bayern blieben auch in der Folgezeit
die Spiel bestimmende Mannschaft, ließen aber vor dem Tor die letzte Konsequenz vermissen, um die mögliche Vorentscheidung herbeizuführen.
St. Pauli brauchte nach dem Rückstand eine ganze Weile, um ins Spiel zurückzufinden, agierte in der Offensive aber insgesamt zu harmlos, um die Deckung der Bayern in Bedrängnis zu bringen. In der
32. Minute erhöhte Van Buyten nach einem Robben-Eckball per Kopf auf 2:0, Thorandt hatte den Ball noch leicht abgefälscht und seinem Torwart Thomas Kessler so keine Abwehrchance gelassen.
Mit zwei frischen Kräften stemmten sich die Hanseaten nach dem Seitenwechsel noch einmal mit aller Macht dem drohenden Abstieg entgegen. Zunächst wurde der Schuss des eingewechselte Florian Bruns
(46.) abgeblockt, kurz darauf traf Florian Lechner (51.) aus rund 30 Metern nur den Außenpfosten.
Mitten in die Hamburger Drangperiode hinein sorgte Gomez (52.) nach feinem Zuspiel von Robben für die Vorentscheidung. Nur zwei Minuten später erhöhte Robben (54.) nach Vorlage von Thomas Müller
aus zehn Metern auf 4:0.
Die Partie war nun gelaufen, Ribéry (74./88.), Robben (83.) und Gomez (86.) schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe, Eger (78.) gelang lediglich der zwischenzeitliche Ehrentreffer für am Ende
sich auflösende Hamburger, die nach der Niederlage zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte in die 2. Liga absteigen.
Spielstatistik FC St. Pauli - FC Bayern 1:8 (0:2)
FC St. Pauli Kessler - Lechner, Morena, Thorandt (46. Bruns), Eger - Daube, Lehmann (68. Kalla) - Kruse, Takyi (46. Ebbers), Bartels - Asamoah
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten, Luiz Gustavo (44. Badstuber), Contento - Tymoshchuk, Schweinsteiger (69. Kroos) - Robben, Müller (69. Klose), Ribéry - Gomez
Ersatz: Kraft, Breno, Pranjic, Ottl
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer 24.487 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Gomez (10.), 0:2 Van Buyten (32.), 0:3 Gomez (52.), 0:4 Robben (54.), 0:5 Ribéry (74.), 1:5 Eger (78.), 1:6 Robben (83.), 1:7 Gomez (86.), 1:8 Ribéry (88.)
Gelbe Karten: Bartels, Lechner, Bruns / Müller, Ribéry
Fulminante Bayern überrollen Schalke
30.04.2011
Mit einem fulminanten Auftritt hat der FC Bayern am 32. Spieltag einen großen Schritt Richtung Champions League gemacht. Der wie entfesselt aufspielende Rekordmeister besiegte den FC Schalke 04
mit 4:1 (3:1) und kletterte auf den dritten Tabellenplatz. Zwei Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf Verfolger Hannover (0:1 gegen Gladbach) zwei Punkte.
69.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena sahen eines der besten Bayern-Heimspiele in dieser Saison. Die Elf von Trainer Andries Jonker überzeugte sowohl kämpferisch als auch
spielerisch und ließ Schalke keine Chance. Die Münchner überrollten die Gäste und führten schon zur Pause durch Treffer von Arjen Robben (6. Minute), Thomas Müller (4) und Mario Gomez (19.) mit
3:1. Selbst den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgte der FCB selbst, Holger Badstuber (8.) traf ins eigene Tor. Kurz vor Spielende besorgte Müller (84.) mit seinem zweiten Treffer den
Endstand.
Andries Jonker konnte gegen den Tabellenzehnten endlich wieder auf Robben zurückgreifen, dessen Rot-Sperre abgelaufen war. Der Holländer begann auf seiner angestammten Position auf dem rechten
Flügel, Müller rückte dafür ins Zentrum, Miroslav Klose rutschte auf die Ersatzbank. In der Innenverteidigung ersetzte Badstuber den gelb-gesperrten Luiz Gustavo. Dies waren die einzigen
Änderungen im Vergleich zum Spiel in Frankfurt eine Woche zuvor.
Aggressiv und mit Tempo
Mit dem Wissen, dass Hannover gepatzt hatte, gingen die Münchner in die Partie und ließen vom Anpfiff weg keinen Zweifel daran, dass sie diesen Ausrutscher unbedingt ausnutzen wollten. Aggressiv
in den Zweikämpfen und mit Tempo Richtung Schalker Tor - so war die Ausrichtung, die schon nach sechs Minuten fruchtete: Gomez jagte Anthony Annan den Ball ab, bediente Robben, der vom
Fünfmeterreck zum 1:0 traf.
Die Gäste, die trotz des anstehenden Halbfinal-Rückspiels in der Champions League in Bestbesetzung angetreten waren, antworteten praktisch im Gegenzug. Nach einer Ecke behinderten sich die Bayern
im Fünfmeterraum gegenseitig und Badstuber bugsierte den Ball unglücklich ins eigene Tor - 1:1 (8.). Es sollte vor der Pause die einzige nennenswerte Szene im FCB-Strafraum bleiben.
FCB im Rausch
Der Gegentreffer stachelte die Hausherren umso mehr an. Robben war in der 13. Minute knapp vor dem Strafraum nur noch durch ein Foul zu stoppen. Der fällige Freistoß verhedderte sich in der
Schalker Mauer, doch der Abpraller landete vor den Füßen von Müller, der aus acht Metern sicher zum 2:1 traf.
Jetzt spielten sich die Bayern immer mehr in einen Rausch. Schalke kam kaum hinterher, geschweige denn aus der eigenen Spielhälfte heraus. Drei Minuten nach der neuerlichen Führung streifte ein
Ribéry-Schuss aus zwölf Metern das Außennetz, dann war der Ball wieder im Tor: Eine Robben-Flanke verlängerte Müller am ersten Pfosten mit dem Hinterkopf, S04-Keeper Manuel Neuer flog ins Leere
und am zweiten Pfosten drückte Gomez den Ball zum 3:1 über die Linie (19.).
Chancen, zu erhöhen
Auch jetzt ließen die Bayern nicht locker und drängten weiter Richtung Schalker Tor. In der 22. Minute hatte die Jonker-Elf gleich drei gute Gelegenheiten: Tymoshchuk rutschte an einer
Gomez-Hereingabe vorbei, Neuer parierte zweimal aus kurzer Distanz gegen Müller. Kurz darauf verfehlte Robben mit einer Direktabnahme das Tor (25.), dann klärte Christoph Metzelder einen Heber
des Holländers für seinen geschlagenen Keeper vor der Torlinie (30.). Noch ein Fernschuss von Ribéry (42.), dann hieß es nach stürmischen 45 Minuten Durschnaufen - Halbzeit!
Mit zwei Wechseln versuchte Schalke-Coach Ralf Rangnick in der Pause, für mehr Stabilität in seiner Mannschaft zu sorgen. Doch schon ein paar Minuten nach Wiederanpfiff übernahmen wieder die
Bayern das Kommando. Wie in den ersten 45 Minuten rollte ein Angriff nach dem anderen auf das Tor von Neuer, der alle Hände voll zu tun hatte, um weitere Gegentreffer zu verhindern.
Müller zum Zweiten
Gegen Müller (55.) und Robben (56.) parierte der Schalker Schlussmann klasse, ein Distanzschuss von Müller rauschte am Tor vorbei (62.). Fünf Minuten später klärte Kyriakos Papadopoulos einen
Schuss des WM-Torschützenkönigs vor Neuer (67.), gegen den durchgebrochenen Robben vereitelte Neuer im Verbund mit Atsuto Uchida ein Tor (75.).
In der Endphase der Partie war der deutsche Nationalkeeper dann aber doch noch einmal geschlagen. Müller kam im Strafraum frei zum Schuss und traf im zweiten Versuch zum 4:1 (84.). In der
Schlussminute verpasste Robben sogar noch einen fünften Bayern-Treffer. Dann war Schluss.
Spielstatistik FC Bayern München - FC Schalke 04 4:1 (3:1)
FC Bayern München Butt - Lahm, van Buyten, Badstuber, Contento (72. Ottl) - Tymoshchuk, Schweinsteiger - Robben, Müller (85. Kroos), Ribery - Gomez (83. Klose)
Ersatz: Kraft, Breno
FC Schalke 04 Neuer - Uchida, Papadopoulos, Metzelder, Sarpei (46. Baumjohann) - Kluge, Matip (79. Escudero), Annan - Farfan, Raul (46. Edu), Jurado
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Robben (6.), 1:1 Badstuber (8./Eigentor), 2:1 Müller (14.), 3:1 Gomez (19.), 4:1 Müller (84.)
Gelbe Karten: Ribéry / Metzelder, Farfan
Gomez rettet Bayern einen Punkt
23.04.2011
Der FC Bayern muss wieder um die Teilnahme an der Champions League bangen. Der deutsche Rekordmeister kam am 31. Bundesligaspieltag bei Eintracht Frankfurt nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und
fiel in der Tabelle auf Rang vier zurück, einen Punkt hinter Hannover 96.
Vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank Arena waren die Bayern die spielbestimmende Mannschaft. Nach der Pause gingen jedoch die Gastgeber durch Sebastian Rode (54.) überraschend
in Führung. Kurz vor Schluss belohnte Mario Gomez das Anrennen der Bayern und traf vom Elfmeterpunkt zum hochverdienten Ausgleich (89.).
Im zweiten Spiel unter seiner Regie vertraute Andries Jonker bis auf eine Änderung der gleichen Aufstellung wie in der Vorwoche gegen Bayer Leverkusen. Diego Contento nahm den Platz des
verletzten Danijel Pranjic auf der linken Abwehrseite ein.
Die erste Chance der Partie hatten die Gastgeber, die unter anderem auf Maik Franz, Georgios Tzavellas und Alexander Meier verzichten mussten. Martin Fenins Hereingabe senkte sich gefährlich
Richtung Tor, Jörg Butt konnte den Ball aber zur Seite abwehren, wo Patrick Ochs die Kugel nicht unter Kontrolle bringen konnte (3.).
Fährmann auf dem Posten
Das war der Weckruf für das Jonker-Team, das sich in der Folgezeit eine Reihe Torchancen herausspielten, allerdings in der gesamten ersten Hälfte zu keiner wirklich hundertprozentigen
Einschussmöglichkeit kam. In der 5. Minute eroberte Miroslav Klose energisch den Ball, aber Ribéry scheiterte an Ralf Fährmann. Kurz darauf brachte Müller keinen Druck hinter den Ball, erneut
blieb der Eintracht-Schlussmann Sieger (7.).
Kein Abschlussglück hatte in der Anfangsphase auch Mario Gomez. In der 19. Minute wurde ein Kopfball des FCB-Goalgetters im letzten Moment abgefälscht. Eine Minute später setzte er aus halblinker
Position einen Schuss aus acht Metern über den Kasten von Eintracht-Keeper Ralf Fährmann.
Frankfurt kontert
Die Bayern kontrollierten bis zur Pause das Spiel. Allerdings ließ der Rekordmeister im Spiel nach vorne die letzte Konsequenz vermissen. Gute Kontermöglichkeiten wurden nicht entschlossen zu
Ende gespielt. Lediglich Klose hatte noch einmal die Führung vor Augen, kam bei eine Flanke von Franck Ribéry am Fünfmeterraum aber eine Stiefelspitze zu spät (27).
Aber auch die auf Konter lauernden Frankfurter hätten im ersten Durchgang in Führung gehen können. Nach einem Missverständnis zwischen Anatoliy Tymoshchuk und Daniel van Buyten kam Theofanis
Gekas, zielte aber drüber (27). Kurz vor der Pause musste dann Jörg Butt bei einem Weitschuss von Fenin erstmals seine Klasse unter Beweis stellen, den anschließenden Abpraller setzte Halil
Altintop in die Wolken (40.).
Gomez frei vor Fährmann
Bei Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine. Gomez scheiterte zwei Minuten nach Wiederanpfiff völlig freistehend am glänzend reagierenden Fährmann (47.). Das Tor fiel auf der anderen Seite.
Nach einem Freistoß legte Gekas ab auf Rode, der unhaltbar für Butt ins lange Eck zur 1:0-Führung traf (54.).
Die Bayern stemmten sich mit Kampfgeist gegen die drohende Niederlage. Zudem verstärkte Jonker die Offensive und brachte Toni Kroos für Tymoshchuk (69.). Die Münchner schnürten die Gastgeber am
Strafraum ein, doch immer wieder verhinderte ein Frakfurter Fuß einen Abschluss.
Gomez vom Punkt
Beinahe hätte sogar Gekas die Partie entschieden, doch der Grieche trat in der dramatischen Schlussphase freistehend vor dem leeren FCB-Tor über den Ball (82.). Auf der anderen Seite übersah
Schiedsrichter Dr. Jochen Drees ein klares Handspiel von Ricardo Clark im Strafraum (83.).
Der Elfmeterpfiff erfolgte ein paar Minuten später. Luiz Gustavo wurde im Strafraum gefoult, den fälligen Elfmeter verwandelte Gomez sicher (89.). In der Nachspielzeit drängten die Bayern sogar
noch auf den Siegtreffer, doch der wollte nicht mehr fallen.
Spielstatistik Eintracht Frankfurt - FC Bayern 1:1 (0:0)
Eintracht Frankfurt Fährmann - Jung, Russ, Clark, Köhler - Schwegler, Rode - Ochs, Altintop, Fenin (90. Caio) - Gekas (90. Heller)
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten, Luiz Gustavo, Contento - Tymoshchuk (69. Kroos), Schweinsteiger - Müller, Klose, Ribéry - Gomez
Ersatz: Kraft, Breno, Badstuber, Ottl
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Münster-Sarmsheim)
Zuschauer 51.500 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Rode (54.), 1:1 Gomez (89./Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Köhler, Ochs, Jung, Fenin / Schweinsteiger, Gomez, Gustavo
Furiose Bayern stürmen auf Platz drei
17.04.2011
Es bleibt dabei: Bayer Leverkusen kann beim FC Bayern einfach nicht gewinnen. Eine Woche nach der Trennung von Trainer Louis van Gaal hat der Rekordmeister mit einem furiosen 5:1 (4:0)-Erfolg
gegen die Rheinländer den dritten Tabellenplatz zurückerobert und wohl alle Hoffnungen der Leverkusener auf die erste Deutsche Meisterschaft zerstört. Van Gaal-Nachfolger Andries Jonker feierte
damit einen perfekten Einstand als Chefcoach.
Ein Eigentor von Simon Rolfes (7. Minute) und ein Hattrick von Mario Gomez (28./44./45.) sorgten bereits vor der Halbzeitpause für klare Verhältnisse. Im zweiten Durchgang nahmen die Bayern etwas
das Tempo aus dem Spiel und ließen die Leverkusener kommen, mehr als der Ehrentreffer durch Eren Derdiyok (62.) sprang aber nicht heraus. Franck Ribéry (75.) sorgte vor 69.000 Zuschauern in der
ausverkauften Allianz Arena für den Schlusspunkt.
Die beste Nachricht ereilte den FCB kurz vor Spielbeginn: Ribéry und Bastian Schweinsteiger konnten trotz ihrer Blessuren von Beginn an auflaufen. Ansonsten nahm Jonker gleich vier Änderungen
gegenüber dem Nürnberg-Spiel vor: Jörg Butt hütete für Thomas Kraft das Tor, Daniel van Buyten und Miroslav Klose ersetzten die gesperrten Holger Badstuber und Arjen Robben, und Anatoliy
Tymoshchuk rückte ins zentrale defensive Mittelfeld. Verzichten musste Jonker kurzfristig auf Toni Kroos (Magen-Darm-Infekt) und Hamit Altintop (Rückenbeschwerden).
Von Beginn an entwickelte sich eine packende Partie, in der beide Mannschaften ohne langes Taktieren den Vorwärtsgang einlegten. Dabei erwischten die Bayern den besseren Start. Nach einem Eckball
von Ribéry und einer Kopfballverlängerung von Schweinsteiger lenkte Rolfes den Ball zur Münchner Führung ins eigene Tor (7.). Wenig später musste Danijel Pranjic angeschlagen vom Feld, für ihn
kam Diego Contento.
Der Führungstreffer spielte den Bayern, die im Vergleich zu den letzten Partien mit deutlich größerer Präsenz und Aggressivität in den Zweikämpfen auftraten, in die Karten. Die Hausherren
kontrollierten in der Folgezeit das Geschehen, während der Tabellen-Zweite aus Leverkusen von Minute zu Minute jegliches Selbstvertrauen verlor. Bis zur Halbzeitpause sprang nicht eine einzige
Torchance für die Werkself heraus.
Anders die Bayern, die mit zunehmender Spielzeit immer furioser auftraten. Allen voran die starken Tymoshchuk, der im Mittelfeld nahezu jeden Zweikampf gewann, und Klose, der als hängende Spitze
viele Bälle behauptete und klug weiterleitete. Aber auch Dauerläufer Thomas Müller sorgte auf der rechten Seite für viel Unruhe. In der 28. Minute setzte er energisch gegen Reinartz und Vidal
nach und legte den Ball für Gomez auf, der auf 2:0 erhöhte.
Auch nach dem zweiten Treffer blieben die Bayern am Drücker, agierten in der Defensive kompromisslos und schalteten bei Ballbesitz blitzschnell um. In der 44. Minute schloss Gomez einen Konter
über Van Buyten und Müller eiskalt zum 3:0 ab. Doch damit nicht genug: Nur eine Minute später machte er nach Zuspiel von Schweinsteiger seinen ersten Bundesliga-Hattrick perfekt. Mit einem klaren
4:0 ging es in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel zogen sich die Münchner etwas zurück und ließen die Gäste etwas mehr ins Spiel kommen. Der kurz zuvor eingewechselte Stefan Kießling hatte in der 58. Minute die erste
Torchance für Bayer, köpfte aber deutlich neben das Tor. Besser machte es vier Minuten später Derdiyok, der einen Abstimmungsfehler zwischen Schweinsteiger und Van Buyten zum 1:4 nutzte
(62.).
Leverkusen setzte nach, Derdiyok (69.) scheiterte wenig später aus 16 Metern an Butt. Auf der Gegenseite stellte Ribéry (75.) nach feiner Einzelleistung den alten Vier-Tore-Abstand wieder her. In
der Schlussphase scheiterte der eingewechselte Andreas Ottl (85.) per Kopf noch am Pfosten, der Partystimmung in der Allianz Arena tat dies aber keinen Abbruch.
Spielstatistik FC Bayern - Bayer 04 Leverkusen 5:1 (4:0)
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten (83. Breno), Luiz Gustavo, Pranjic (15. Contento) - Tymoshchuk, Schweinsteiger (80. Ottl) - Müller, Klose, Ribéry - Gomez
Ersatz: Kraft, Jüllich
Bayer 04 Leverkusen Adler - Balitsch, Schwaab, Reinartz, Castro (46. Lars Bender) - Vidal (81. Kadlec), Rolfes - Sam, Ballack, Renato Augusto (56. Kießling) - Derdiyok
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Rolfes (7./Eigentor), 2:0 Gomez (28.), 3:0 Gomez (44.), 4:0 Gomez (45.), 4:1 Derdiyok (62.), 5:1 Ribéry (75.)
Gelbe Karten: Tymoshchuk / Vidal
FCB teilt die Punkte mit dem 'Club'
09.04.2011
Im 182. bayerisch-fränkischen Derby hat der FC Bayern einen Dämpfer im Kampf um einen Champions-League-Platz hinnehmen müssen. Am 29. Bundesliga-Spieltag kam der Rekordmeister beim 1. FC Nürnberg
nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und verlor den erst vor einer Woche eroberten dritten Tabellenplatz wieder an Hannover 96 (2:0 gegen Mainz).
Vor 48.548 Zuschauern im ausverkauften easyCredit-Stadion gingen die Münchner schon in der 4. Minute durch den zehnten Saisontreffer von Thomas Müller in Führung und hatten danach alles unter
Kontrolle. Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam der Club aber durch Christian Eigler (60.) fast aus dem Nichts zum Ausgleich. Danach blieb der FCB in der Offensive glücklos und kassierte nach dem
Schlusspfiff sogar einen Platzverweis: Arjen Robben sah Rot!
Never change a winnning team - getreu diesem Grundsatz vertraute Louis van Gaal in Nürnberg derselben Startelf, die eine Woche zuvor beim Sieg gegen Mönchengladbach aufgelaufen war. Bei den
Gastgebern, die noch um die Teilnahme am Europapokal kämpfen, stand FCB-Leihgabe Mehmet Ekici in der Anfangsformation. Der 21-Jährige sollte auf der Zehn die Fäden im Spiel des Clubs
ziehen.
Und schon nach 48 Sekunden wurde es nach einem Ekici-Freistoß gefährlich vor dem Tor von Bayern-Keeper Thomas Kraft. Am Elfmeterpunkt traf Christian Eigler den Ball aber nicht richtig und der
Ball trudelte weit am Tor vorbei ins Aus. Besser nutzten die Bayern ihre erste Chance im Spiel: Arjen Robben eroberte den Ball an der Mittelinie, servierte ihn per Traum-Diagonalpass Müller, der
frei vor FCN-Torwart Raphael Schäfer souverän zum 1:0 traf (4.).
Gefahr nur nach Ekici-Standards
Danach überließen die Münchner zunächst den Gästen das Spiel, zogen sich zurück und kontrollierten das Geschehen. Mehr als einen deutlich zu hoch angesetzten Volley-Schuss von der Strafraumgrenze
durch Almog Cohen (24.) ließen sie nicht zu. Die Nürnberger blieben harmlos, nur nach Ekici-Standards sorgten sie in der verbleibenden ersten Halbzeit noch für einen Hauch von Gefahr.
Mehr los war in der Defensive der Gastgeber, die ab Mitte der ersten Halbzeit immer mehr beschäftigt wurde. Die Bayern übernahmen das Kommando auf dem Platz, taten sich aber schwer gegen den
dicht gestaffelten Club. Mit drei defensiven Mittelfeldspielern riegelte der FCN vor der Viererabwehrkette ab.
Doppelwechsel zur Pause
Trotzdem hatten die Bayern die große Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Nach klasse Hereingabe von Toni Kroos setzte Mario Gomez den Ball aber neben das Tor (28.). Nach der anschließenden Ecke kam
Franck Ribéry zum Schuss (29.), doch der Ball wurde abgefälscht und landete im Tor-Aus. Das blieb die letzte Chance bis zum Ende der ersten Halbzeit, in der über weite Strecken nur der FC Bayern
spielte.
In der Pause entdeckten die Nürnberger ihren Offensivgeist wieder und gestalteten die Partie zu Beginn der zweiten Spielhälfte ausgeglichen. Die Bayern, bei denen in der Halbzeit Anatoliy
Tymoshchuk und Diego Contento für Kroos und Danijel Pranjic ins Spiel gekommen waren, störten die Franken früh und ließen nur unplatzierte Fernschüsse von Jens Hegeler (47.) und Robert Mak (57.)
zu.
Eigler ins leere Tor
Auf der anderen Seite hatte Gomez (60.) die Chance zum 2:0. Nach Hereingabe von Ribéry trat der FCB-Torjäger aber über den Ball. Im Gegenzug dann der Schock: Kraft war weit aus seinem Kasten
gekommen, spielte an der rechten Aus-Linie aber einen Fehlpass, den Eigler aus 30 Metern direkt ins leere Tor schoss - 1:1 (60.)! Kurz darauf fast die Führung für den Club. Bei einem artistischen
Versuch von Eigler war der Winkel aber doch zu spitz, der Ball landete im Tor-Aus.
Mit der Einwechslung von Miroslav Klose für Müller versuchte Van Gaal frischen Wind ins Offensivspiel seiner Mannschaft zu bringen. Und der Nationalstürmer hatte auch gleich eine gute
Gelegenheit. Seinen Kopfball nach einer Ecke klärte Cohen auf der Torlinie (68.).
Rot für Robben
Die Bayern erhöhten nun immer mehr den Druck, von Nürnberg war abgesehen von zwei Distanzschüssen durch Javier Pinola (71.) und Ekici (73.) kaum mehr etwas zu sehen. Näher dran am 2:1 war der
FCB: Gomez (74.) lenkte den Ball nach einer Ecke knapp am Tor vorbei, Robben (77.) scheiterte mit einem Schuss an Schäfer, Gomez (77.) scheiterte frei vor Schäfer am Club-Keeper und setzte den
Nachschuss über das Tor.
Die Bayern drängten bis zum Schlusspfiff auf das zweite Tor, doch an diesem Nachmittag fehlte ihnen das Quäntchen Glück. In der 89. Minute hatte Gomez noch einmal eine gute Chance, schoss im
Strafraum den Ball aber an die Hand von FCN-Kapitän Andreas Wolf. Auf der anderen Seite wertete der Schiedsrichter in der Nachspielzeit ein Tor der Clubberer nach einem Offensivfoul nicht. Am
Ende blieb es so beim 1:1.
Den Schlusspunkt gab es aber erst nach dem Schlusspfiff. Knut Kircher zeigte Arjen Robben wegen Schiedsrichterbeleidigung die Rote Karte.
Spielstatistik 1. FC Nürnberg - FC Bayern 1:1 (0:1)
1. FC Nürnberg Schäfer - Chandler, Wollscheid, Wolf, Pinola - Cohen, Simons, Gündogan (33. Hegeler) - Ekici (83. Mintal) - Mak (66. Schieber), Eigler
FC Bayern Kraft - Lahm, Luiz Gustavo, Badstuber, Pranjic (46. Contento) - Kroos (46. Tymoshchuk), Schweinsteiger - Robben, Müller (63. Klose), Ribéry - Gomez
Ersatz: Butt, Ottl, Altintop
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Zuschauer 48.548 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Müller (4.), 1:1 Eigler (60.)
Gelbe Karten: Wolf, Wollscheid / Kroos, Badstuber
Rote Karten: Robben (nach dem Schlusspfiff/Schiedsrichterbeleidigung)
Robben schießt FCB auf Platz drei
02.04.2011
Dank Arjen Robben ist der FC Bayern der erneuten Teilnahme an der Champions League einen großen Schritt näher gekommen. Mit seinem neunten Saisontor bescherte der Niederländer dem Rekordmeister
am 28. Spieltag einen 1:0 (0:0)-Heimerfolg gegen Borussia Mönchengladbach. Durch die gleichzeitige 1:4-Niederlage von Hannover 96 in Dortmund schob sich der FCB mit nun einem Punkt Vorsprung an
den Niedersachsen vorbei auf Rang drei.
Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena taten sich die Bayern gegen den Tabellenletzten, der seit über 16 Jahren in München sieglos ist, lange richtig schwer. Erst in der 77.
Minute erlöste Robben die Hausherren, die erstmals in dieser Saison drei Bundesligaspiele in Folge gewinnen konnten.
Im Vergleich zum letzten Spiel vor zwei Wochen in Freiburg baute Van Gaal seine Mannschaft lediglich auf einer Position um. Holger Badstuber ersetzte den mit einer Oberschenkelverletzung vom
Länderspiel zurückgekehrten Daniel van Buyten in der Innenverteidigung. Ansonsten vertraute der Bayern-Coach der gleichen Formation, die mit 2:1 in Freiburg gewann. Anatoliy Tymoshchuk fehlte im
Kader wegen einer Erkältung.
Die Borussia ging wie erwartet sehr defensiv ausgerichtet in dieses Spiel. Mit einem Fünfer-Mittelfeld und der einzigen Spitze Mike Hanke standen die Gäste tief in der eigenen Hälfte und machten
den Bayern mit schnellem Verschieben die Räume eng. Die Hausherren fanden in der ersten Halbzeit kaum ein Rezept, die Gäste-Abwehr einmal in Bedrängnis zu bringen. Zu statisch war das Spiel der
Van-Gaal-Truppe, die sich zudem zu viele Ungenauigkeiten beim Spiel in die Spitze erlaubte. Mario Gomez hing zunächst völlig in der Luft.
Viel passierte vor den beiden Toren daher nicht, und wenn, dann meistens nach Einzelaktionen. Der stets bemühte Robben gab in der 10. Minute den ersten Torschuss ab, zielte aber aus der Drehung
zu hoch. Acht Minuten darauf versuchte es der Niederländer erneut. Seinen Schuss aus 18 Metern ließ VfL-Schlussmann Logan Bailly nach vorne abklatschen, Gomez konnte den Abpraller aber nicht
verwerten. Unmittelbar darauf setzte Thomas Müller einen Kopfball nach Flanke von Franck Ribéry neben das Tor (19.).
Weitere gefährliche Offensivaktionen des Rekordmeisters bis zur Pause blieben Mangelware. Gladbach agierte bei den wenigen Kontergelegenheiten ebenfalls zu ungenau. Knapp war es nur in der 21.
Minute, als Roman Neustädter am langen Pfosten haarscharf an einer Flanke von Marco Reus vorbeirutschte. Fast auf die Sekunde genau beendete Schiedsrichter Christian Dingert nach 45 Minuten die
erste Halbzeit.
Auch nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel der Bayern zunächst nicht druckvoller und zielstrebiger, Torraumszenen waren an einer Hand abzuzählen. Eine der wenigen Ausnahmen in der 54. Minute,
als Ribéry mit einem Schlenzer vom linken Strafraumeck nur knapp am rechten Pfosten vorbeizielte. Drei Minuten darauf zielte Robben aus dem Gewühl heraus daneben.
Erlösung durch Robben
18 Minuten vor dem Ende läutete Van Gaal mit zwei Wechseln die Schlussoffensive ein und brachte Miroslav Klose und Andreas Ottl für Müller und Toni Kroos. Doch zunächst einmal hatten die
Gladbacher zwei Gelegenheiten durch Reus mit einem Schlenzer (72.) und dem gerade erst eingewechselten Mohamadou Idrissou, der an Thomas Kraft scheiterte (83.).
In der 77. Minute wurde die Bayern-Fans dann endlich erlöst. Nach Zusammenspiel mit Ribéry behielt Robben im Strafraum die Ruhe und traf aus kurzer Distanz vorbei an Bailly zur 1:0-Führung. Klose
hätte diese noch ausbauen können, scheiterte in der 83. Minute aber nur am Außenpfosten. Am Ende blieb es beim hochverdienten, aber hart erkämpften 1:0-Sieg.
Spielstatistik FC Bayern - Borussia Mönchengladbach 1:0 (0:0)
FC Bayern Kraft - Lahm, Luiz Gustavo, Badstuber, Pranjic - Schweinsteiger, Kroos (72. Ottl) - Robben, Müller (72. Klose), Ribéry - Gomez
Ersatz: Butt, Contento, Breno, Altintop
Borussia Mönchengladbach Bailly - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Neustädter (86. Brouwers), Nordveidt - Reus, Herrmann (63. Matmour), Arango - Hanke (72. Idrissou)
Schiedsrichter: Dingert (Thallichtenberg)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Robben (77.)
Gelbe Karten: Lahm, Robben / Reus
2:1 in Freiburg
Ribéry hält FCB im Kampf um CL-Plätze
19.03.2011
Ein Geniestreich von Franck Ribéry hat dem FC Bayern drei wichtige Punkte im Kampf um die Champions-League-Plätze beschert. Mit seinem sehenswerten Treffer in der 88. Minute sicherte der
französische Nationalspieler dem Rekordmeister den knappen 2:1 (1:1)-Sieg im Gastspiel beim SC Freiburg. Sieben Spieltage vor Saisonende bleibt der FCB mit zwei Punkten Rückstand hinter Hannover
96 auf Rang vier.
Vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften badenova-Stadion brachte Mario Gomez (9.) die Bayern früh in Führung, Papiss Cissé (17.) sorgte jedoch wenig später für den Ausgleich der Freiburger, die in
der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft stellten. Nach einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang sorgte Ribéry spät für den erlösenden Siegtreffer.
Bayern-Trainer Louis van Gaal schickte gegen die Breisgauer jene Elf ins Rennen, die in der Vorwoche den Hamburger SV mit 6:0 überrollt hatte. Luiz Gustavo rückte neben Daniel van Buyten in die
Innenverteidigung, Toni Kroos bildete mit Bastian Schweinsteiger das defensive Mittelfeldduo hinter dem Offensiv-Quartett mit Franck Ribéry, Arjen Robben, Thomas Müller und Gomez.
Die Partie begann erwartungsgemäß: Der FCB versuchte, sein Pass- und Positionsspiel aufzuziehen, die Freiburger störten diese Versuche mit einem laufintensiven Pressing früh und provozierten
damit Fehler im Münchner Aufbauspiel. Oliver Barth (1.) und Cissé (4.) hatten die ersten aussichtsreichen Möglichkeiten, die der aufmerksame Thomas Kraft jedoch vereitelte.
Auf der Gegenseite nutzten die Bayern ihre erste Chance zur Führung. Nach präziser Freistoßflanke von Ribéry köpfte Gomez (9.) unbedrängt aus elf Metern zum 1:0 ins Tor. Die Führung und auch der
parierte Strafstoß gaben den Bayern keine Sicherheit. Viel zu viele einfache Ballverluste im Spielaufbau prägten das Spiel der Gäste, die in der Defensive die gleichen Probleme wie in den letzten
Wochen offenbarten.
So sorgten die Freiburger mit nahezu jedem Angriff für Gefahr. Nur fünf Minuten nach dem 0:1 hatte der SCF die große Chance zum Ausgleich. Nach einem Missverständnis mit Gustavo brachte Kraft
Cedric Makiadi im Strafraum zu Fall, der FCB-Torwart parierte aber den anschließenden Foulelfmeter gegen Cissé und machte damit seinen Faux-Pas wieder gut (14.).
Weitere drei Minuten später war Kraft dann aber machtlos. Nach einer Flanke von der rechten Seite bekamen die Münchner den Ball nicht aus der Gefahrenzone, der zweite Ball landete bei Cissé, der
einen Stellungsfehler von Gustavo nutzte und aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich traf (17.).
Mit zunehmender Spielzeit blieb Freiburg die gefährlichere Mannschaft, die Bayern fanden kein Mittel, um die Gastgeber unter Druck zu setzen. Zumeist versuchten es die Münchner mit langen Bällen
aus der eigenen Abwehr heraus, doch die Freiburger hatten wenig Mühe, die Angriffe zu unterbinden. In der 30. Minute musste Robben angeschlagen aus der Partie, für ihn kam Hamit Altintop.
Auf der anderen Seite verfehlte Makiadi (26.) mit einem Freistoß aus 25 Metern knapp das Ziel, wenig später traf Caligiuri (26.) aus halbrechter Position den Innenpfosten, den Abpraller setzte
der überraschte Makiadi neben das Tor (36.). Zur Halbzeitpause blieb es beim 1:1.
Freiburg rettet auf der Linie
Personell unverändert aber mit deutlich mehr Schwung kamen die Bayern aus der Kabine, setzten die Freiburger nun früher unter Druck und hatten die erste Chance der zweiten Halbzeit durch Kroos
(47.), der von der Strafraumgrenze abzog, aber seinen eigenen Mitspieler traf. Dabei blieb es zunächst, denn auch in der Folgezeit agierten die Bayern im Angriff mitunter zu umständlich, um die
Breisgauer in Gefahr zu bringen.
Die Freiburger beschränkten sich nur noch auf sporadische Angriffe, so wie in der 59. Minute, als zunächst Makiadi aus kurzer Distanz am Tor vorbei schoss, danach zielte Barth per Seitfallzieher
über das Tor. Vier Minuten später vergab Altintop nach Zuspiel die bis dahin beste Chance zur Führung, sein Schuss aus sechs Metern wurde kurz vor der Torlinie abgeblockt (63.).
Van Gaal brachte zur Schlussphase mit Klose und Tymoshchuk für Müller und Kroos noch zwei frische Spieler, derweil scheiterte Altintop in der 77. Minute gleich zwei Mal in aussichtsreicher
Position am Freiburger Schlussmann Baumann. Sieben Minuten später rettete Toprak auf der Torlinie gegen Klose, ehe Ribéry (88.) mit einer Energieleistung und einem platzierten Flachschuss aus 16
Metern den fünften Auswärtssieg der Saison unter Dach und Fach brachte.
Spielstatistik SC Freiburg - FC Bayern 1:2 (1:1)
SC Freiburg Baumann - Mujdza, Barth, Toprak, Bastians - Schuster - Caligiuri (86. Butscher), Flum (78. Reisinger), Makiadi, Putsila (89. Yano) - Cissé
FC Bayern Kraft - Lahm, Van Buyten, Luiz Gustavo, Pranjic - Schweinsteiger, Kroos (78. Tymoshchuk) - Robben (30. Altintop), Müller (72. Klose), Ribéry - Gomez
Ersatz: Butt, Badstuber, Contento, Ottl
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
Zuschauer 24.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Gomez (9.), 1:1 Cissé (17.), 1:1 Ribéry (88.)
Gelbe Karten: Schuster, Reisinger / -
6:0! FCB feiert höchsten Saisonsieg
12.03.2011
Endlich kann der FC Bayern wieder jubeln! Und wie! Nach drei Niederlagen in Folge feierte der deutsche Rekordmeister am 26. Bundesligaspieltag mit einem 6:0 (1:0) gegen den Hamburger SV den
höchsten Saisonsieg, verkürzte in der Tabelle den Rückstand auf Platz drei auf zwei Punkte und kehrte rechtzeitig vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Inter Mailand am
kommenden Dienstag auf die Siegerstraße zurück.
Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena dominierte der FC Bayern das 92. Nord-Süd-Derby fast nach Belieben. Mann des Tages war Arjen Robben, der die Münchner mit seinem zweiten
Bundesliga-Dreierpack (40., 47., 55.) in Führung schoss. Danach schraubten Franck Ribéry (64., 85.) und Thomas Müller (79.) das Ergebnis in die Höhe.
Eine Woche nach dem 1:3 in Hannover liefen die Bayern in veränderter Defensivformation auf. Daniel van Buyten stand erstmals nach mehr als drei Monaten in der ersten Elf. Auch Luiz Gustavo und
Bastian Schweinsteiger kehrten nach überstandener Krankheit bzw. abgesessener Gelbsperre zurück in die Startaufstellung. Luiz Gustavo bildete zusammen mit Van Buyten die neue Innenverteidigung,
Schweinsteiger zusammen mit Toni Kroos die Doppelsechs. Holger Badstuber und Anatoliy Tymoshchuk rückten dafür auf die Ersatzbank, Breno fehlte rot-gesperrt.
Nach einer Schweigeminute für die Erdbebenopfer in Japan ging es los in der Allianz Arena und es bot sich das gewohnte Bild: Der FCB bestimmte das Spiel, der Gegner zog sich weitgehend in die
eigene Hälfte zurück und lauerte auf Konter. Und diese Taktik wäre in der Anfangsphase beinahe aufgegangen. In der 6. Minute blockte Philipp Lahm im Strafraum einen Schuss von Eljero Elia, kurz
darauf lenkte Thomas Kraft einen Fernschuss von Mladen Petric klasse um den Pfosten (10.).
Gomez mit dem Scheitel
Dann kamen die Bayern immer besser auf Touren. Vor allem über Robben und Ribéry nahmen sie Tempo auf und drängten auf das 1:0. Nach 16 Minuten wäre es um ein Haar gefallen. Mario Gomez
verlängerte einen Robben-Freistoß mit dem Scheitel Richtung Tor, HSV-Keeper Frank Rost rettete jedoch reaktionsschnell. Wenig später die nächste Chance für Gomez, dessen Acht-Meter-Schuss von Zé
Roberto vor dem Tor noch abgeblockt wurde (26.).
Von den Hamburgern war in der Offensive immer weniger zu sehen. Schusschancen für die beiden Ex-Bayern Paolo Guerrero (21.) und David Jarolim (33.) verpufften wirkungslos. Auf der anderen Seite
kamen die Münchner der Führung immer näher. Robben (28.) und Müller (31.) schossen knapp vorbei, dann hatte Gomez das 1:0 auf dem Fuß: Der Nationalstürmer tanzte erst Westermann, dann Rost aus,
traf aber aus spitzem Winkel nur den Pfosten des leeren Tores. Der Abpraller landete vor den Füßen von Müller, der den Ball hart bedrängt von seinem Gegenspieler an die Querlatte spitzelte
(35.).
Wieder Latte
Nur zwei Minuten später rettete erneut das Aluminium für die Hanseaten. Nach einer kurz ausgeführten Ecke lenkte Daniel van Buyten die Kugel am ersten Pfosten aufs Tor, Rost war mit einer Hand
dran und der Ball landete an der Latte. Kurz darauf parierte der HSV-Keeper auch gegen Gomez (39.), der im Strafraum zum Schuss gekommen war.
Es war wie verhext, der Ball wollte einfach nicht ins Tor - bis fünf Minuten vor der Pause. Dann legte Robben all seinen Frust in einen Schuss aus halblinker Position und drosch das Leder mit 107
km/h in den Maschen. So schnell hatte Rost die Arme nicht mehr hoch bekommen. Mit dieser hochverdienten 1:0-Führung ging es schließlich in die Kabine.
Robben nicht mehr zu halten
Ohne Wechsel kamen beide Mannschaften zurück aufs Spielfeld. Schon kurz nach Wiederanpfiff änderte sich jedoch das Ergebnis. Robben zog einen Freistoß scharf vors Tor, Gomez kam nicht an den
Ball, irritierte dadurch aber Rost, so dass die Kugel unten links im Tor einschlug - 2:0 (47.).
Robben war nun nicht mehr zu halten. In der 53. Minute hätte er sich beinahe zum dritten Mal in der Torschützenliste eingetragen, sein Schuss aus 16 Metern strich aber über das Tor. Nur wenige
Augenblicke später war der Dreierpack des Holländers schließlich perfekt: Nach Zuspiel von Ribéry traf er aus elf Metern flach zum 3:0 (55.).
Kraft auf dem Posten
Die Partie war nun entschieden, auch wenn der HSV in der 62. Minute beinahe den Anschlusstreffer erzielt hätte. Kraft rettete aber im Eins-gegen-Eins gegen Änis Ben-Hatira. Das Tor fiel erneut
auf der anderen Seite. Nach Pass von Robben lief Ribéry allein auf Rost zu und überwand den HSV-Schlussmann mit einem feinem Lupfer zum 4:0 (64.).
Die Bayern hatten auch danach noch nicht genug und spielten weiter nach vorne. Gomez verpasste das 5:0, als er einen Ball in die Arme von Rost köpfte (67.). Es war die letzte Aktion des
FCB-Stürmers. Louis van Gaal gönnte ihm, dem leicht angeschlagenen Luiz Gustavo und Robben eine Pause und brachte Miroslav Klose (73.), Holger Badstuber (67.) sowie Hamit Altintop (70.).
Westermann ins eigene Tor
Letzterer fügte sich gleich gut ein. In der 79. Minute bediente er Müller, der aus acht Metern zum 5:0 traf. Doch auch das war noch nicht genug. Fünf Minuten vor Schluss dribbelte sich Ribéry zum
x-ten Mal von links in den Strafraum, seine Hereingabe wurde von HSV-Kapitän Heiko Westermann unglücklich ins eigene Tor zum 6:0-Endstand abgelenkt. Bei diesem Ergebnis blieb es, auch wenn die
Münchner das Ergebnis in den letzten Spielminuten sogar noch weiter hätten ausbauen können.
Spielstatistik FC Bayern - Hamburger SV 6:0 (1:0)
FC Bayern Kraft - Lahm, Van Buyten, Luiz Gustavo (67. Badstuber), Pranjic - Schweinsteiger, Kroos - Robben (70. Altintop), Müller, Ribéry - Gomez (73. Klose)
Ersatz: Butt, Contento, Ottl, Klose, Tymoshchuk
Hamburger SV Rost - Rincon, Kacar, Westermann, Aogo - Jarolim, Zé Roberto - Ben-Hatira (66. Jansen), Elia - Guerrero (68. Tesche), Petric
Schiedsrichter: Weiner (Giesen)
Zuschauer 69.000
Tore: 1:0 Robben (40.), 2:0 Robben (47.), 3:0 Robben (55.), 4:0 Ribéry (64.), 5:0 Müller (79.), 6:0 Westermann (85., Eigentor)
Gelbe Karten: Ribéry, Klose / Guerrero
Bayern verlieren in Hannover
05.03.2011
Der FC Bayern droht im Kampf um die Champions-League-Qualifikation den Anschluss zu verlieren. Am 25. Spieltag unterlag der deutsche Rekordmeister beim bisherigen Tabellen-Dritten Hannover 96 mit
1:3 (0:1) und hat nun schon fünf Punkte Rückstand auf die Niedersachsen und gar sieben Zähler auf den Zweiten Bayer Leverkusen, der am Samstagabend mit 3:0 gegen den VfL Wolfsburg gewann.
Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften AWD-Arena brachte Mohammed Abdellaoue (16. Minute) die Gastgeber in Führung, Konstantin Rausch (51.) erhöhte kurz nach der Pause auf 2:0. Zwar gelang
Arjen Robben (55.) der Anschlusstreffer für die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal, doch Sergio Pinto (62.) stellte kurz darauf den alten Abstand wieder her. In der Schlussphase musste der FCB
gar in Unterzahl spielen, nachdem Breno in der 73. Minute die Rote Karte gesehen hatte.
Van Gaal musste im Vergleich zum Pokalspiel am Mittwoch gegen Schalke 04 auf seine Doppel-Sechs verzichten. Bastian Schweinsteiger fehlte gelbgesperrt, Luiz Gustavo musste kurzfristig wegen einer
Grippe passen. Für sie spielten Toni Kroos und Danijel Pranjic vor der Abwehr, zudem kehrte Holger Badstuber in die Startelf zurück und nahm die Position des Linksverteidigers ein.
Die Bayern übernahmen von Beginn an die Initiative und versuchten, die Niedersachsen sofort unter Druck zu setzen. Hannover hingegen störte den Spielaufbau der Bayern bereits kurz vor der
Mittellinie und provozierte so immer wieder Ballverluste des Rekordmeisters, so dass dieser kaum einmal gefährlich vor das Tor der 96er kam. Anders die Hannoveraner, denen sich als Folge der
Münchner Ballverluste aussichtsreiche Konterchancen eröffneten.
So wie in der 14. Minute, als Konstantin Rausch nach Flanke von Jan Schlaudraff aus 12 Metern frei zum Schuss kam, den Ball aber knapp am Tor vorbei schoss. Vier Minuten später machten es die
Gastgeber besser, als Rausch nach einem Ballverlust von Pranjic am Mittelkreis über links auf und davon ging, dessen scharfe Hereingabe verlängerte Abdellaoue (16.) unbedrängt zur 1:0-Führung ins
Tor.
Die Bayern brauchten eine ganze Weile, um sich von diesem Schock zu erholen. Pranjic (26.) und Arjen Robben (27.) versuchten sich mit Schüssen jenseits der Strafraumgrenze, stellten aber
Ron-Robert Zieler im Tor der 96er vor keinerlei Probleme. Kurz darauf setzte Gomez Müller in Szene, dessen Schuss aus halblinker Position ging aber weit über das Tor (33.).
Doppelwechsel nach der Pause
Insgesamt taten sich die Bayern aber schwer, die geschickt verteidigenden Hannoveraner ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Auf der Gegenseite blieben die Gastgeber mit ihren Gegenstößen stets
gefährlich und verpassten durch Pogatetz (29.), Rausch (37.) und Abdellaoue (44.) die Gelegenheit, den Vorsprung bis zur Halbzeit weiter auszubauen. Zuvor war Gomez an der Strafraumgrenze klar
gefoult worden, doch der Freistoßpfiff blieb aus.
Van Gaal reagierte in der Halbzeitpause, brachte Daniel van Buyten und Andreas Ottl für Badstuber und Anatoliy Tymoshchuk. Doch ehe der FCB den ersten Torschuss abgeben konnte, erhöhte Hannover
auf 2:0. Nach einem Eckball zog Rausch von der linken Strafraumecke ab, Gomez fälschte den Ball unhaltbar für Thomas Kraft unglücklich ins eigene Tor ab (51.).
Die Antwort der Bayern folgte auf dem Fuß. Nur eine Minute später wurde Müller von Cherundolo im Strafraum zu Fall gebracht, doch erneut blieb der Pfiff von Schiedsrichter Dr. Jochen Drees aus.
Weitere drei Minuten später setzte sich Ribéry energisch auf der linken Seite durch, seine Flanke erreichte Robben, der aus kurzer Distanz zum 1:2 einköpfte (55.).
Der FCB drängte nun auf den Ausgleich, doch das nächste Tor fiel erneut auf der Gegenseite. Pinto eroberte in der eigenen Spielhälfte den Ball, marschierte Richtung Bayern-Tor und überwand mit
seinem Schuss aus rund 30 Metern den etwas zu weit vor dem Tor postierten Kraft, dem der Ball über die Finger rutschte, zum 3:1.
Breno sieht Rot
Die Bayern gaben sich auch nach dem neuerlichen Zwei-Tore-Rückstand noch nicht geschlagen und erhöhten nochmals den Druck, doch Robben (66./68.) und Gomez (71.) ließen die nächsten Chancen
ungenutzt. Zu allem Überfluss mussten die Bayern ab der 73. Minute in Unterzahl spielen: Nach einer Rangelei mit Stindel sah Breno die Rote Karte, eine mehr als fragwürdige Entscheidung.
Van Gaal brachte mit Miroslav Klose für Kroos noch einen zusätzlichen Angreifer, doch mit einem Mann weniger blieb die große Schlussoffensive der Bayern aus. Am Ende blieb es beim 1:3, der
dritten Pflichtspielniederlage des FCB innerhalb von einer Woche.
Spielstatistik Hannover 96 - FC Bayern 3:1 (1:0)
Hannover 96 Zieler - Cherundolo, Haggui, Pogatetz, Schulz - Stindl (88. Eggimann), Pinto, Schmiedebach, Rausch (77. Chahed) - Abdellaoue, Schlaudraff (81. Stoppelkamp)
FC Bayern Kraft - Lahm, Tymoshchuk (46. Ottl), Breno, Badstuber (46. Van Buyten) - Kroos (69. Klose), Pranjic - Robben, Müller, Ribéry - Gomez
Ersatz: Butt, Contento, Altintop
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Münster-Sarmsheim)
Zuschauer 49.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Abdellaoue (16.), 2:0 Rausch (51.), 2:1 Robben (55.), 3:1 Pinto (62.)
Gelbe Karten: Abdellaoue, Stindl, Pinto / Kroos
Rote Karten: Breno (73.)
FCB kassiert zweite Heimniederlage
26.02.2011
Im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation hat der FC Bayern einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Der Rekordmeister verlor am Samstag das Spitzenspiel gegen Tabellenführer
Borussia Dortmund mit 1:3 (1:2) und fiel durch die zweite Heimniederlage der Saison auf den vierten Platz zurück.
Vor 69.000 Zuschauern gingen die Gäste in der ersten Halbzeit durch Lucas Barrios (9. Minute) und Nuri Sahin (18.) zwei Mal in Führung, Luiz Gustavo (16.) gelang mit seinem ersten Treffer für den
FCB der zwischenzeitliche Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Mats Hummels (60.) auf 3:1 und machte damit den ersten BVB-Sieg in München seit 1991 perfekt.
Van Gaal vertraute gegen die stärkste Auswärtsmannschaft der Liga auf jene Startformation, die er auch schon in den vorangegangenen Spielen in Mailand, Mainz und gegen Hoffenheim ins Rennen
schickte. Also auch mit Danijel Pranjic, der in Mailand frühzeitig angeschlagen vom Feld musste, gegen Dortmund aber wieder an der Seite von Bastian Schweinsteiger im defensiven Mittelfeld
spielte. Luiz Gustavo rückte links in die Viererkette.
Von Beginn an entwickelte sich eine temporeiche und intensiv geführte Partie, in der beide Mannschaften sofort den Vorwärtsgang einlegten. Die erste Chance hatten die Gäste durch Lewandowski
(4.), dessen Volleyabnahme aus halbrechter Position weit über das Tor flog. Fünf Minuten später machte es Barrios besser, als er nach einem Ballverlust von Schweinsteiger von Großkreutz in Szene
gesetzt wurde und zur 1:0-Führung traf (9.).
Die Antwort der Bayern folgte umgehend durch Müller (10.), der aus 16 Metern etwas zu hoch zielte. Auf der Gegenseite verfehlte Sven Bender (11.) aus 18 Metern ebenfalls nur knapp das Ziel. In
der 15. Minute klärte Dortmunds Subotic vor dem einschussbereiten Müller (15.), ehe Gustavo (16.) nach einer Ecke von Ribéry freistehend aus fünf Metern zum 1:1-Ausgleich einschoss.
Das Tor sollte dem FCB eigentlich mehr Sicherheit verleihen, doch der BVB schloss nur zwei Minuten später einen Konter zur neuerlichen Führung ab. Über Barrios und Götze kam der Ball zu Sahin,
der mit einem geschickten Schlenzer aus 18 Metern Thomas Kraft keine Chance ließ und zum 2:1 traf.
Die Bayern brauchten eine Weile, um sich von diesem erneuten Rückschlag zu erholen, setzten dann aber die Borussia wieder unter Druck und drängten auf den Ausgleich. In der 25. Minute traf Gomez
zwar zum viel umjubelten Ausgleich, der Treffer wurde wegen eine vermeintlichen Abseitsposition nicht anerkannt. Kurz darauf rettete Piszczek in höchster Not gegen Müller (27.).
Breno ersetzt Badstuber
Die Gäste gingen es in der Offensive etwas ruhiger an, blieben bei ihren Vorstößen aber stets gefährlich. So wie in der 33. Minute, als zunächst Hummels und anschließend Barrios den Ball nicht im
Münchner Tor unterbrachten. Die letzte Chance vor der Halbzeitpause hatte Schweinsteiger (45.), dessen Kopfball knapp über den Torwinkel strich.
Mit Breno für Holger Badstuber kamen die Bayern aus der Kabine, den besseren Start in die zweite Halbzeit erwischten aber erneut die Gäste. Einen Kopfball von Großkreutz (53.) klärte
Schweinsteiger auf der Linie, dann parierte Kraft einen 20-Meter-Schuss von Götze (59.). Beim Kopfball von Hummels nach der anschließenden Ecke war aber auch Kraft machtlos. Der ehemalige
Münchner traf aus fünf Metern zum 3:1 (60.).
Schlussoffensive bleibt unbelohnt
Van Gaal verstärkte mit Toni Kroos anstelle von Gustavo die Offensive, doch seine Mannschaft fand kaum ein Mittel, um die geschickt agierenden Dortmunder, die in Ballnähe stets Überzahl schafften
und die Bayern damit nicht ins Spiel kommen ließen, in Gefahr zu bringen.
Es dauerte bis zur 75. Minute, ehe Gomez erstmals im zweiten Durchgang Mitchell Langerak im BVB-Gehäuse prüfte, kurz darauf scheiterten Ribéry (79.) und Kroos (80.) mit ihren Distanzschüssen nur
knapp. Auf der Gegenseite verhinderte Pranjic nach einem Kopfball des eingewechselten Blaszczykowski (84.) einen weiteren Gegentreffer.
Spielstatistik FC Bayern - Borussia Dortmund 1:3 (1:2)
FC Bayern Kraft - Lahm, Tymoshchuk, Badstuber (46. Breno), Luiz Gustavo (58. Kroos) - Schweinsteiger, Pranjic - Robben, Müller (78. Klose), Ribery - Gomez
Ersatz: Butt, Van Buyten, Altintop, Ottl
Borussia Dortmund Langerak - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin (89. Kehl) - Götze, Lewandowski, Großkreutz (82. Da Silva) - Barrios (73. Blaszczykowski)
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Barrios (9.), 1:1 Gustavo (16.), 1:2 Sahin (18.), 1:3 Hummels (60.)
Gelbe Karten: Robben, Schweinsteiger / Lewandowski, Schmelzer, Sahin
Bayern springen erstmals auf Platz 2
19.02.2011
Der FC Bayern hat die schwere Auswärtsaufgabe beim Tabellenfünften FSV Mainz 05 souverän gemeistert. Am Samstagabend gewann der Rekordmeister in der Domstadt verdient mit 3:1 (1:0) und hat damit
zumindest bis Sonntag den ersehnten zweiten Platz erobert. Bayer Leverkusen kann diesen im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart aber wieder zurückerobern.
Vor 20.300 Zuschauern im ausverkauften Bruchwegstadion lieferten die Bayern über weite Strecken der Partie eine konzentrierte und engagierte Vorstellung ab. Bastian Schweinsteiger (9.) vor sowie
Thomas Müller (50.) und Mario Gomez (77.) nach der Pause erzielten die Tore für die Mannschaft von Louis van Gaal. Bei den Mainzern traf lediglich Sami Allagui sechs Minuten vor dem Ende.
Van Gaal vertraute bei den Rheinhessen auf die gleiche Elf, die eine Woche zuvor mit 4:0 gegen Hoffenheim gewonnen hatte. Die einzige Veränderung im Kader war die Rückkehr von Toni Kroos nach
mehrwöchiger Verletzungspause. Bis auf den langzeitverletzten Ivica Olic konnten die Münchner in Mainz also in Bestbesetzung antreten.
Mainz hatte nach 64 Sekunden durch Andre Schürrle den ersten Torschuss, doch danach spielten erst mal nur die Bayern. Mit aggressiven Pressing ließen sie die Hausherren kaum über die Mittelinie
kommen und suchten bei Ballbesitz zielstrebig den Weg nach vorne. Die erste Möglichkeit hatte Franck Ribéry mit einem Freistoß, den FSV-Schlussmann Heinz Müller parierte (8.).
Der Franzose war auch Initiator der FCB-Führung nur eine Minute später. Seine weite Flanke köpfte Arjen Robben in die Mitte, wo Schweinsteiger völlig frei zum 1:0 einnickte. Wiederum nur eine
Minute später hatte Thomas Müller nach Rückpass von Robben sogar die große Möglichkeit zum 2:0, verzog mit links aber knapp. Die Bayern hatten auch in der Folgezeit die Partie absolut im Griff.
Erneut Müller mit einem abgefälschten Schuss in der 22. Minute verpasste einen weiteren Treffer nur haarscharf.
Durch Nachlässigkeiten im Defensivverhalten brachte die Van-Gaal-Truppe die bis dahin chancenlosen Mainzer zurück ins Spiel. Nach einem Konter verpasste Schürrle mit einem Heber aus 12 Metern den
Ausgleich nur knapp (27.). Dessen 30-Meter-Freistoß drei Minuten später parierte Thomas Kraft mit beiden Fäusten. In der 32. Minute hatte Allagui mit einem Drehschuss im Strafraum die nächste
Möglichkeit für die 05er.
Pranjic klärt kurz vor der Linie
Nur noch selten konnten die Bayern nun an ihr druckvolles Spiel aus der Anfangsphase anknüpfen. Eine Ausnahme in der 38. Minute, als Robben von rechts auf Ribéry zurücklegte, dessen Schuss aber
von einem Mainzer Abwehrbein geblockt wurde. Bei Schweinsteigers platziertem 30-Meter-Flachschuss tauchte Heinz Müller rechtzeitig ins bedrohte Eck ab (39.).
Die größte Mainzer Gelegenheit zum Ausgleich vereitelten Kraft und Danijel Pranjic im Verbund. Mit den Fingerspitzen war der Bayern-Keeper noch an einem Schuss des völlig ungedeckten Schürrle
dran, Pranjic schlug den Ball dann kurz vor dem Überqueren der Linie ins Seitenaus. Bis zur Pause blieb es beim knappen 1:0 für den FCB.
Butt kommt für Kraft
Mit Jörg Butt für Kraft, der wegen einer Schädelprellung nicht weitermachen konnte, und mit dem Willen, eine schnelle Vorentscheidung herbeizuführen, kamen die Bayern aus der Kabine.
Schweinsteiger verpasste diese noch knapp, als er nach einer Freistoßflanke aus vier Metern Heinz Müller anschoss (48.). Gegen seinen Münchner Namensvetter Thomas hatte der Mainzer Keeper dann
keine Abwehrmöglichkeit. Nach Zuspiel von Robben kam der Nationalspieler aus Mittelstürmerposition zu seinem achten Saisontreffer.
Es folgte die beste Phase der Bayern in diesem Spiel mit prima Gelegenheiten von Gomez (52.) und Ribéry (54), die Führung weiter auszubauen. In der 60. Minute scheiterte Gomez denkbar knapp nur
am Innenpfosten. Kurz darauf nahm Van Gaal den bereits gelb-belasteten Holger Badstuber vom Platz und schickte Kroos zu seinem Comeback aufs Feld. Luis Gustavo, der auf links hinten angefangen
hatte und zwischenzeitlich ins zentrale defensive Mittelweld gewechselt war, rückte nun in die Innenverteidigung.
Dass Butt nach seiner Versetzung auf die Bank nichts verlernt hat, bewies er in der 67. Minute, als er prächtig gegen Schürrle, dem besten Mainzer Feldspieler an diesem Abend, parierte. Auf der
Gegenseite verhinderte Heinz Müller gegen Kroos zunächst das dritte Bayern-Tor (71.). Nach einem perfekten Konter über Ribéry und Thomas Müller war es dann Gomez, der mit dem langen Bein doch auf
3:0 erhöhte (77.) - für den Nationalstürmer bereits der 18. Saisontreffer. Durch Allagui kamen die Mainzer in der 84. Minute noch zum verdienten Ehrentreffer.
Spielstatistik FSV Mainz 05 - FC Bayern 1:3 (0:1)
FSV Mainz 05 Müller - Fuchs, Kirchhoff, Noveski, Zabavnik - Caligiuri (63. Soto), Polanski (85. Fathi) - Risse, Allagui, Schürrle - Sliskovic (55. Holtby)
FC Bayern Kraft (46. Butt) - Lahm, Timoshchuk, Badstuber (64. Kroos), Luiz Gustavo - Schweinsteiger, Pranjic - Robben, Müller (80. Breno), Ribéry - Gomez
Ersatz: Van Buyten, Ottl, Altintop, Klose
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
Zuschauer 20.300 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Schweinsteiger (9.), 0:2 Müller (50.), 0:3 Gomez (77.), 1:3 Allagui (84.)
Gelbe Karten: Fuchs, Holtby / Badstuber
FCB feiert klaren Heimerfolg
12.02.2011
Der FC Bayern bleibt im Kampf um den zweiten Tabellenplatz Bayer Leverkusen auf den Fersen. Am 22. Spieltag gewann der Rekordmeister sein Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim hoch verdient mit 4:0
(2:0) und verbesserte sich zumindest bis zu den Sonntagsspielen auf den dritten Rang, drei Zähler hinter den ebenfalls siegreichen Leverkusenern.
Mario Gomez (2. Minute) und Thomas Müller (15.) sorgten vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena für die frühe 2:0-Führung, die der wieder genesene Arjen Robben (63./81.) mit
seinen Saisontreffern Nummer drei und vier ausbaute.
Gegenüber der 2:3-Niederlage in der Vorwoche in Köln änderte Van Gaal seine Startelf auf zwei Positionen: Erstmals seit dem DFB-Pokalfinale in der vergangenen Saison standen Franck Ribéry und
Robben wieder gemeinsam auf dem Platz, für sie rutschten Andreas Ottl und Hamit Altintop auf die Bank. Müller rückte auf die zentrale Position zwischen Rib & Rob, Bastian Schweinsteiger
agierte neben Danijel Pranjic im defensiven Mittelfeld.
„Die Bayern werden nach der Niederlage in Köln mit viel Wut gegen uns auflaufen“, hatte Hoffenheims Trainer Marco Pezzaiuoli im Vorfeld der Partie befürchtet und sollte nur 90 Sekunden nach dem
Anpfiff bestätigt werden. Nach gelungener Kombination über Ribéry, Müller und Robben schloss Gomez aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung ab.
Ein Auftakt nach Maß für die Bayern, die auch in der Folgezeit das Tempo hoch hielten, weiter konsequent nach vorne spielten und in der 15. Minute dafür belohnt wurden. Zunächst konnten die Gäste
einen Schussversuch von Ribéry noch abblocken, im Nachsetzen traf Müller mit einem Flachschuss aus 14 Metern zum 2:0.
Die Hoffenheimer brauchten eine Weile, um sich von diesem Rückstand zu erholen und ins Spiel zurückzufinden. Sejad Salihovic (19.) aus 20 Metern und Vedad Ibisevic (25.) mit einem Kopfball hatten
die ersten nennenswerten Chancen für die Kraichgauer, die die Partie nun etwas offener gestalteten, sich jedoch keine zwingenden Gelegenheiten herausspielen konnten.
Der FCB wurde immer dann gefährlich, wenn er wieder das Tempo verschärfte und die Gäste damit vor große Probleme setzte. Gomez (33.), Müller (36.) und Schweinsteiger (39.), der nach feinem
Zuspiel von Robben am glänzend reagierenden Hoffenheimer Torwart Tom Starke scheiterte, versäumten es jedoch, den Vorsprung bis zur Halbzeitpause weiter auszubauen.
Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Bayern die Spiel bestimmende Mannschaft, ließen aber vor dem Hoffenheimer Tor zunächst die letzte Zielstrebigkeit vermissen, um die Vorentscheidung
herbeizuführen. In der 56. Minute scheiterte Müller an Starke, eine Minute später wurde Schweinsteigers Schuss abgeblockt.
Besser machte es kurz darauf Robben (63.), als er nach einem Ballverlust von David Alaba in einer für ihn typischen Aktion aus 16 Metern zum 3:0 traf. Danach nahmen die Bayern das Tempo aus der
Partie, kontrollierten das Geschehen und brachten den Sieg routiniert über die Runden. Für den Schlusspunkt sorgte Robben (81.) mit einem herrlichen Schlenzer vom rechten Strafraumeck zum
4:0-Endstand.
Spielstatistik FC Bayern - 1899 Hoffenheim 4:0 (2:0)
FC Bayern Kraft - Lahm, Tymoshchuk, Badstuber, Gustavo - Schweinsteiger, Pranjic - Robben (84. Altintop), Müller, Ribéry - Gomez
Ersatz: Butt, Breno, Van Buyten, Ottl, Klose
1899 Hoffenheim Starke - Beck, Vorsah (46. Simunic), Compper, Ibertsberger - Rudy (20. Weis), Alaba, Salihovic - Vukcevic (77. Sigurdsson), Ibisevic, Babel
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Gomez (2.), 2:0 Müller (15.), 3:0 Robben (63.), 4:0 Robben (81.)
Gelbe Karten: - / Weiß, Simunic, Beck, Salihovic
Bayern verspielen Sieg in Köln
05.02.2011
Der FC Bayern hat die erste Pflichtspielniederlage im Jahr 2011 kassiert. Am 21. Spieltag der Bundesliga verlor der Titelverteidiger beim abstiegsbedrohten 1. FC Köln trotz einer
2:0-Pausenführung mit 2:3 und musste damit im Kampf um den zweiten Platz einen unnötigen Rückschlag einstecken. In der Tabelle fiel der FCB vom dritten auf den fünften Rang zurück.
Vor 50.000 Zuschauer im ausverkauften RheinEnergieStadion sah zunächst alles nach einem Münchner Sieg aus. Durch Mario Gomez (22.) und Hamit Altintop (43.) führte die Mannschaft von Louis van
Gaal verdient mit 2:0. Doch nach der Pause drehte eine wie aufgedreht spielende Kölner Mannschaft gegen nachlassende Bayern durch Tore von Christian Clemens (55) und einem Doppelpack von Milivoje
Novakovic (62./73.) die Partie.
Van Gaal veränderte seine Erfolgsmannschaft vom 3:1 am letzten Wochenende in Bremen auf einer Position. Arjen Robben musste aufgrund einer Erkältung passen, für ihn rückte Hamit Altintop in die
Startelf. Erstmals seit seiner Verletzung beim Rückrundenauftakt in Wolfsburg gehörte Franck Ribéry wieder zum Aufgebot, das aufgrund der vielen Ausfälle nur 16 Mann stark war.
Das Spiel verlief zunächst wie erwartet. Die Kölner zogen sich weit zurück, machten die Räume eng und störten die Bayern erst auf Höhe der Mittelinie bei ihrem Kombinationsspiel. Die Münchner
wiederrum ließen den Ball geduldig durch die eigenen Reihen laufen und suchten nach einer Lücke. Der erste Torschuss kam von Danijel Pranjic, der aus 18 Metern den Ball aber nicht richtig traf
(7.). Auch der Kopfball von Luis Gustavo nach Ecke in der elften Minute war zu unplatziert.
So plätscherte die Partie ein bisschen vor sich hin. Der FC, der in der vierten Minute nach einem Einwurf zu einer ersten Gelegenheit durch Slawomir Peszko kam, lauerte nur auf Konter. So wie in
der 19. Minute, als Novakovic nach einem Fehlpass von Tymoshchuk auf die Reise geschickt wurde und von Holger Badstuber als letzter Mann regelwidrig gestoppt wurde. Schiedsrichter Felix Zwayer
beließ es bei einer Gelben Karte für den FCB-Verteidiger.
Es war die letzte brenzlige Situation, die die Van-Gaal-Truppe in der ersten Hälfte überstehen musste. Nach feinem Zuspiel von Thomas Müller brachte Gomez die Gäste in der 22. Minute gekonnt in
Führung. Zwei Minuten vor der Pause erhöhte Altintop mit einem satten Vollspannschuss aus halbrechter Position für die dominierenden Münchner auf 2:0. Und unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff hätte
Gomez nach feiner Einzelleistung beinahe auf 3:0 gestellt, scheiterte aber an Geromel, der für den bereits geschlagenen FC-Schlussmann Michael Rensing klären konnte.
Köln wie aufgedreht
Wie verwandelt gingen die Kölner in den zweiten Abschnitt und erhöhten nun auch den Druck auf die Münchner Defensivabteilung. Gerade mal vier Minuten waren gespielt, als sich Lukas Podolski eine
prima Gelegenheit zum Anschlusstreffer bot. Der ehemalige FCB-Profi verzog mit links aber knapp.
Die Geißböcke blieben am Drücker. Den Bayern gelang es fast gar nicht mehr, die Partie zu beruhigen und sie leisteten sich viel zu viele Abspielfehler im Spielaufbau. Das 1:2 durch Christian
Clemens in 55. Minute war da nicht mal überraschend. Aus spitzem Winkel überwand er den herauskommenden Thomas Kraft. Und nur sieben Minuten später gelang Novakovic nach mehreren missglückten
Rettungsversuchen der Bayern per Kopf sogar das 2:2.
Novakovic schnürt den Doppelpack
Wieder mal hatte der Rekordmeister auswärts eine sichere Führung verspielt. Van Gaal reagierte und brachte unmittelbar nach dem Ausgleich Ribéry für Altintop ins Spiel. Die Aktionen der Münchner
in der Offensive wurden nun wieder etwas zielstrebiger. Schweinsteiger prüfte Rensing mit einem Schuss aus 18 Metern (66.).
Aber auch Köln suchte weiter sein Heil in der Offensive und profitierte in der 73. Minute erneut von unsortiertem Deckungsverhalten der Bayern. Novakovic war der Nutznießer, der frei vor Kraft
die Nerven behielte und zum 3:2 traf - das RheinEnergieStadion stand endgültig Kopf.
Erst jetzt zeigten die Bayern wieder den nötigen Biss und stemmten sich mit allen Kräften gegen das drohende Unheil. Mit Miroslav Klose für Luis Gustavo brachte Van Gaal seine letzte
Offensivkraft in die Partie, doch mit etwas Glück retteten die Kölner den ersten Heimsieg gegen die Münchner seit 16 Jahren über die Zeit.
Spielstatistik 1. FC Köln - FC Bayern 3:2 (0:2)
1. FC Köln Rensing - Brecko, Geromel, Mohamad, Eichner - Lanig, Matuschyk - Peszko (90. Ehret), Podolski, Clemens (90.+1 Yalcin) - Novakovic (82. Jajalo)
FC Bayern Kraft - Lahm, Tymoshchuk, Badstuber, Luiz Gustavo (78. Klose) - Ottl, Pranjic - Altintop (64. Ribéry), Schweinsteiger, Müller - Gomez
Ersatz: Butt, Breno, Van Buyten
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Zuschauer 50.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Gomez (22.), 0:2 Altintop (43.), 1:2 Clemens (55.), 2:2 Novakovic (62.), 3:2 Novakovic (73.)
Gelbe Karten: - / Badstuber, Lahm
Bayern klettern auf Rang drei
29.01.2011
Schritt für Schritt klettert der FC Bayern in der Tabelle nach oben. Am 20. Bundesliga-Spieltag siegte der Rekordmeister bei Werder Bremen nach 0:1-Rückstand noch mit 3:1 und belegt damit
erstmals in dieser Saison den dritten Tabellenplatz, drei Punkte hinter dem Zweiten Leverkusen.
Vor 40.500 Zuschauer in der Baustelle Weser-Stadion erwartete die Bayern eine umkämpfte und temporeiche Partie. Kurz nach der Pause brachte Per Mertesacker die Gastgeber in Führung (47.), doch
der FCB drehte das Spiel. Arjen Robben (65.), Mertesacker per Eigentor (76.) und Miroslav Klose (86.) mit seinem ersten Tor gegen seinen Ex-Klub seit seinem Wechsel nach München (2007) sorgten
für den dritten Auswärtssieg in dieser Saison. In der Schlussphase des 101. Nord-Süd-Derbys sah zudem Werder-Torwart Tim Wiese nach einer Notbremse gegen Thomas Müller die rote Karte (88.).
Drei Tage nach dem Halbfinal-Einzug im DFB-Pokal (4:0 in Aachen) änderte Louis van Gaal seine Mannschaft nur auf einer Position: Robben kehrte nach überstandener Grippe in die erste Elf zurück,
Hamit Altintop machte für ihn Platz und nahm auf der Ersatzbank Platz. Dort saßen insgesamt nur fünf Spieler, da mit Franck Ribéry, Ivica Olic, Toni Kroos und Diego Contento vier FCB-Profis
verletzt ausfielen.
„Bremen wird alles versuchen“, warnte Van Gaal kurz vor dem Anpfiff noch einmal vor dem Tabellen-14., und das aus gutem Grund, wie sich schnell herausstellte. Schon nach 35 Sekunden tauchte
Clemens Fritz frei vor Thomas Kraft auf - der FCB-Schlussmann bewahrte seine Mannschaft mit einem Klassereflex vor einem frühen Rückstand.
Ottls Warnschuss
Diese Chance war nur der Startschuss für die Gastgeber, die in der Anfangsphase das Aufbauspiel der Bayern mit aggressivem Pressing störten und zu weiteren Möglichkeiten kamen. Fritz (10.)
scheiterte mit seinem Fernschuss an Kraft, Silvestre (14.). köpfte nach einem Eckball knapp am Tor vorbei.
Danach bekamen die Münchner die temporeiche Partie besser in den Griff. Sie verlagerten das Spiel immer weiter Richtung Werder-Tor, bauten Druck auf und schnupperten am Führungstreffer. Den
ersten gefährlichen Warnschuss gab Andreas Ottl in der 17. Minute aus 20 Metern ab - Werder-Keeper Tim Wiese war mit den Fingerspitzen dran und der Ball touchierte die Latte.
Torlos zur Pause
Nicht viel fehlte auch bei den Versuchen von Mario Gomez. Der FCB-Toptorjäger scheiterte erst mit einem 18-Meter-Schuss am klasse reagierenden Wiese (30.), dann verfehlte er mit einem Kopfball
das Tor knapp (36.). Kurz vor dem Pausenpfiff parierte Wiese zudem einen Fernschuss von Robben (45.). Aber auch Bremen blieb bis zur Halbzeit mit Kontern jederzeit gefährlich. Mehr als eine
Chance für Sebastian Prödl (24.), der um Haaresbreite an einer Flanke vorbeisegelte, sprang aber nicht mehr heraus. Torlos gingen beide Teams in die Kabinen.
Den besseren Start in die zweite Spielhälfte - beide Trainer hatten nicht gewechselt - erwischte erneut Bremen. Gerade zwei Minuten waren gespielt, als Mertesacker die Gastgeber in Führung
brachte. Nach einer Freistoßflanke von Thorsten Frings konnte der Nationalverteidiger aus spitzem Winkel unbedrängt zum 1:0 einschießen (47.).
Vom Schienbein ins Tor
Die Antwort der Bayern ließ nicht lange auf sich warten. In der 53. Minute beförderte Müller den Ball aus kurzer Distanz ins Tor, doch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer gab den Treffer nicht,
sondern pfiff ein Offensivfoul von Bastian Schweinsteiger. Der Ausgleich fiel schließlich nach einem schnell ausgeführten Einwurf von Thomas Müller: Pranjic flankte sofort nach innen, wo Robben
heranrauschte und den Ball aus kurzer Distanz ins Tor bugsierte (65.).
Mit dem 1:1 waren die Bayern aber noch nicht zufrieden. Sie bestimmten das Geschehen im Weser-Stadion und hatten durch einen abgefälschten Tymoshchuck-Schuss die nächste Möglichkeit - Wiese hielt
(68.). In der 76. Minute war der Bremer Schlussmann dann erneut geschlagen. Gomez setzte im Strafraum energisch nach, flankte von der Grundlinie scharf nach innen, wo Mertesacker den Ball mit dem
Schienbein ins eigene Tor beförderte - 2:1 (76.).
Rot für Wiese
Mit der Einwechslung von Ex-Bayer Sandro Wagner für Fritz (80.) versuchte Werder-Trainer Thomas Schaaf, noch einmal für eine Wende zu sorgen. Für große Gefahr konnten die Hausherren aber nicht
mehr sorgen. Kraft klärte souverän vor dem heranstürmenden Frings (79.) und bei einem Schuss von Philipp Bargfrede (82.) - mehr hatte er nicht mehr zu tun.
Die Schlussphase gehörte dem FC Bayern. In der 86. Minute machte der eingewechselte Miroslav Klose mit dem 3:1 alles klar: Müller hatte den Ball erkämpft und frei vor Wiese auf den mitgelaufenen
Nationalstürmer abgelegt, der mühelos ins leere Tor traf. Zwei Minuten vor dem Schlusspfiff sah Wiese zudem die rote Karte nach einer Notbremse gegen Müller. Viel passierte danach jedoch nicht
mehr. Es blieb beim 3:1.
Spielstatistik Werder Bremen - FC Bayern 1:3 (0:0)
Werder Bremen Wiese - Pasanen, Prödl, Mertesacker, Silvestre - Fritz (80. Wagner), Frings, Hunt (90. Mielitz), Bargfrede - Pizarro, Marin (67. Trinks)
FC Bayern Kraft - Lahm, Tymoshchuk, Badstuber, Luiz Gustavo - Ottl, Pranjic - Robben, Schweinsteiger (69. Klose), Müller - Gomez (81. Breno)
Ersatz: Butt, Van Buyten, Altintop
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer 40.500 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Mertesacker (47.), 1:1 Robben (65.), 1:2 Mertesacker (76./Eigentor), 1:3 Klose (86.)
Gelbe Karten: Pizarro, Prödl / Schweinsteiger, Robben
Rote Karten: Wiese (88./Notbremse)
Robben und Gomez führen FCB zum 5:1
Der FC Bayern hat im Kampf um den zweiten Platz ein klares Ausrufezeichen gesetzt. Angetrieben vom überragenden Arjen Robben bezwang der Titelverteidiger den 1. FC Kaiserslautern im ersten
Heimspiel des Jahres deutlich mit 5:1 (2:1) und feierte damit gleichzeitig den höchsten Saisonsieg. In der Tabelle sprang die Mannschaft von Louis van Gaal auf den dritten Platz.
Vor 69.000 Zuschauer in der Allianz Arena sorgte Robben einen Tag vor seinem 27. Geburtstag in der Nachspielzeit der ersten Hälfte für die 1:0-Pausenführung. Nach dem Seitenwechsel waren es Mario
Gomez mit seinem dritten Dreierpack in dieser Saison (46./80./84.) und Thomas Müller in der Nachspielzeit, die den sechsten Heimsieg in Serie sicherstellten. Zwischenzeitlich hatte Jan Moravek
auf 1:2 verkürzt (62.).
Van Gaal stellte seine Mannschaft gegenüber dem 1:1 beim Rückrundenauftakt in Wolfsburg auf zwei Positionen um. Für den am Knie verletzten Franck Ribéry kam Arjen Robben zu seinem ersten
Startelfeinsatz in dieser Saison. Auch Luis Gustavo spielte nach seinem Wechsel von Hoffenheim erstmals von Beginn an. Für den Brasilianer musste sein Landsmann Breno auf die Bank, Anatoliy
Tymoshchuk rückte neben Holger Badstuber in der Innenverteidigung.
Der FCK, der auf seinen gesperrten Toptorjäger Srdjan Lakic verzichten musste, kam bei eisiger Kälte schneller auf Betriebstemperatur. Bereits in der dritten Minute gab Mittelstürmer Adam Nemec
den ersten Warnschuss ab. Richtig gefährlich wurde es acht Minuten später, als eine Direktabnahme von Christian Tiffert nur haarscharf über die Querlatte strich.
Die Bayern taten sich am Anfang richtig schwer und schafften es kaum einmal, mit ihrem Positionsspiel die gut gestaffelte Defensive der Pfälzer in Verlegenheit zu bringen. Einzig Robben sorgte
mit seinen Tempodribblings für Gefahr. So wie in der zehnten Minute, als er von rechts in die Mitte zog und an der Strafraumgrenze abzog - knapp vorbei.
Auch in der Folgezeit war Robben die beste Offensivwaffe des FCB. Nach einem Konter in der 21. Minute steuerte er alleine auf FCK-Keeper Thomas Sippel zu, traf aber nur das Außennetz. 12 Minuten
darauf zögerte Gomez nach Steilvorlage zu lange mit dem Abschluss und wurde im letzten Moment von Rodnei gebremst. In der 41. Minute war es Sippel, der gegen den frei durchgebrochenen Thomas
Müller die Münchner Führung verhinderte.
Kraft pariert, Robben trifft
Unmittelbar vor dem Pausenpfiff überschlugen sich noch mal die Ereignisse. Zunächst rettete Kraft mit einer Glanzparade gegen Ivo Ilicevic (45.). Praktisch im Gegenzug schlug dann Robben eiskalt
zu. Nach wunderbarem Diagonalpass von Müller umkurvte der Niederländer den herausstürzenden Sippel und traf zum 1:0. Unmittelbar darauf erfolgte der Halbzeitpfiff.
Direkt nach Wiederanpfiff setzten die Bayern einen drauf. Diesmal war Robben der Ausgangspunkt mit einem Klassepass auf Schweinsteiger, der quer auf Gomez legte. Der Nationalspieler hatte keine
Mühe, völlig frei aus drei Metern zum 2:0 einzuschieben (46.).
Moravek sorgt für Spannung
Angriff auf Angriff rollte jetzt Richtung FCK-Tor, und immer wieder stand der herausragende Robben im Mittelpunkt. Gleich drei Mal bot sich dem Vize-Weltmeister die Chance zum 3:0, die beste
davon vereitelte Sippel mit einer Weltklasseparade in der 53. Minute. Auch Müller scheiterte nach gut einer Stunde nur knapp.
Das 3:0 war eigentlich nur einer Frage der Zeit, doch fast aus dem Nichts heraus machte der FCK das Spiel noch mal spannend. Nach einem verunglückten Klärungsversuch von Tymoshchuk kam Moravek
frei zum Abschluss und verkürzte aus wenigen Metern zum 1:2 (62.).
FCK-Coach Marco Kurz versuchte, mit drei frischen Leuten das Spiel noch mal herumzureißen. Auch Van Gaal wechselte und brachte in der 74. Minute Hamit Altintop für Robben, der unter Standing
Ovations der 69.000 den Platz verließ. Die Bayern gerieten aber nicht mehr groß in Gefahr, auch weil Gomez in der Schlussphase mit seinen Saisontreffern 13 und 14 alles klar machte.
Zwei Mal behielte er frei vor Sippel die Nerven, traf in 80. Minute zum 3:1 und schraubte das Ergebnis vier Minuten später sogar noch auf 4:1. Mit dem Schlusspfiff sorgte Müller nach herlichen
Zuspiel von Altintop für den Endstand - 5:1!
Spielstatistik FC Bayern - 1. FC Kaiserslautern 5:1 (1:0)
FC Bayern Kraft - Lahm, Tymoshchuk, Badstuber, Pranjic - Van Bommel, Luiz Gustavo (84. Breno) - Robben (73. Altintop), Schweinsteiger, Müller - Gomez
Ersatz: Butt, Braafheid, Van Buyten, Klose, Ottl
1. FC Kaiserslautern Sippel - Dick, Amedick, Rodnei, Bugera (76. Jessen)- Petsos (66. Amri) - Kirch, Tiffert, Moravek (66. Hoffer), Ilicevic - Nemec
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Robben (45.+1), 2:0 Gomez (46.), 2:1 Moravek (62.), 3:1 Gomez (80.), 4:1 Gomez (84.), 5:1 Müller (90.+1)
Gelbe Karten: - / Kirch, Tiffert, Bugera
FCB kassiert Ausgleich kurz vor Schluss
15.01.2011
Verschossene Elfmeter, Aluminiumtreffer, nicht gegebene Tore, das Comeback von Arjen Robben und ein bemerkenswertes Debüt von Thomas Kraft - mit einem packenden Spiel, aber ohne Sieg ist der
Rekordmeister in die zweite Saisonhälfte gestartet. Nach 90 umkämpften Minuten musste sich der Rekordmeister beim VfL Wolfsburg mit einem 1:1 (1:0) zufrieden geben und bleibt in der Tabelle auf
dem fünften Platz.
30.000 Zuschauer in der Volkswagen Arena kamen zum Rückrundenstart voll auf ihre Kosten. Sie sahen ein temporeiches und kampfbetontes Spiel, in dem der über weite Strecken spielbestimmende FC
Bayern durch einen kuriosen Treffer von Thomas Müller (7. Minute) früh in Führung ging. Vier Minuten vor dem Schlusspfiff erzielte Sascha Riether den Ausgleich für die Wölfe. Auf schwer
bespielbarem Rasen verschoss jede Mannschaft zudem einen Elfmeter, traf zwei Mal Aluminium und bekam einen Treffer aberkannt. Beim FC Bayern musste zudem Franck Ribéry verletzt ausgewechselt
werden (16.). Dafür feierte Arjen Robben sein lang ersehntes Comeback (25.).
Beim Anpfiff hatte der Holländer, der nach langer Verletzungspause erstmals in dieser Saison zum FCB-Kader gehörte, noch auf der Bank Platz nehmen müssen. Dort saß zunächst auch Neuzugang Luiz
Gustavo. Louis van Gaal veränderte seine erste Elf im Vergleich zum letzten Spiel vor der Winterpause (im DFB-Pokal in Stuttgart) nur in der Defensive. Im Tor feierte Thomas Kraft sein
Bundesliga-Debüt; die Innenverteidigung bildeten erstmals Breno und Holger Badstuber, der nach mehr als zwei Monaten Verletzungspause sein Comeback gab; auf der Doppelsechs begann Anatoliy
Tymoshchuk neben Kapitän Mark van Bommel
Auf dem Rasen knüpften die Bayern nahtlos an die letzten Leistungen des alten Jahres an. Sie machten das Spiel und schon nach fünf Minuten hätte Mario Gomez beinahe das 1:0 erzielt: Nach Danijel
Pranjic Flanke scheiterte er aber an der Latte. Wenig später konnten die Bayern dann jubeln. Ausgangspunkt des Führungstreffers war Kraft, der einen langen Ball in den Lauf von Müller spielte.
VfL-Keeper Diego Benaglio wollte vor dem Strafraum klären, schoss aber den heranstürmenden Müller an, von dessen Bein der Ball ins leere Tor prallte - 1:0 (7.).
Chancen im Minutentakt
Die Bayern blieben am Drücker und hatten in der Folge Chancen im Minutentakt, um ihre Führung auszubauen. Erst kam Van Bommel in der 19. Minute aus zwölf Metern frei zum Schuss, wurde aber im
letzten Moment abgeblockt. Nach der anschließenden Ecke parierte Benaglio einen Müller-Kopfball reaktionsschnell (20.). Dann setzte Philipp Lahm einen Strafstoß - Ashkan Dejagah hatte Danijel
Pranjic zu Fall gebracht - an den Pfosten (21.).
Danach verloren die Bayern jedoch die Kontrolle über das Spiel. Nur Gomez (38.) und Van Bommel (40.) hatten vor der Pause noch gute Schussmöglichkeiten. Zudem war Franck Ribéry bereits in der 16.
Minute mit einer Knieverletzung vom Platz gehumpelt und wurde aber der 25. Minute durch Robben ersetzt. Akzente konnte der Turbodribbler aber erst einmal nicht setzen. Der FCB leistete sich auf
dem holprigen Rasen viele Ballverluste und geriet in der Defensive immer mehr unter Druck.
Kraft im Mittelpunkt
In der Endphase der ersten Halbzeit stand so Kraft im Mittelpunkt. In der 44. Minute rettete der 22-Jährige gegen den durchgebrochenen Diego. Kurz zuvor war ein Dejagah-Kopfball an der Latte
gelandet (37.) und ein Freistoßtreffer von Diego war wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben worden (42.).
Dann kam die Nachspielzeit, in der Grafite zunächst einen Kopfball knapp neben das Tor setzte. Dann fädelte Dejagah im FCB-Strafraum mit Badstuber ein und es gab Elfmeter! Eine umstrittene
Entscheidung, aber Grafite trat an - und Kraft lenkte den Ball bravourös mit der Hand an die Latte. Der Debütant im FCB-Tor hatte den knappen Vorsprung in die Kabine gerettet.
Robben gegen Benaglio
Ohne personelle Wechsel kehrten die Bayern zum Anstoß der zweiten Halbzeit auf den Rasen zurück. Die Münchner präsentierten sich nun wieder geordneter und erkämpften sich ein Übergewicht.
Wolfsburg hatte zunächst nur nach einem Diego-Eckball eine Möglichkeit, Kraft parierte einen Mandzukic-Kopfball aber klasse (56.).
Mehr los war auf der anderen Seite, wo Robben in der 53. Minute einen ersten Warnschuss losließ. Benaglio fing den Freistoß des Holländers sicher. Auch einen platzierten Fernschuss Robbens
parierte der VfL-Schlussmann (57.), der dann Glück hatte, dass Gomez frei vor ihm den Ball nicht unter Kontrolle brachte (68.).
Müller-Tor nicht anerkannt
In der 69. Minute feierte Luiz Gustavo sein Pflichtspieldebüt für den FC Bayern. Der Brasilianer kam für Tymoshchuk. Die Münchner kontrollierten mittlerweile die Partie und ließen vor dem eigenen
Tor abgesehen von einem Diego-Freistoß (75.) nichts mehr zu. Es sah alles nach einem verdienten Sieg der Münchner aus - bis vier Minuten vor Schluss: Dann verlor Bastian Schweinsteiger im eigenen
Strafraum den Ball und Riether traf aus kurzer Distanz zum 1:1 (86.).
In der Schlussphase warfen die Bayern noch einmal alles nach vorne und hätten tatsächlich noch beinahe den Siegtreffer erzielt. Ein Müller-Tor wurde wegen Abseits jedoch nicht anerkannt (90.), in
der Nachspielzeit lenkte Benaglio einen Schweinsteiger-Kopfball mit den Fingerspitzen über das Tor. Es blieb beim 1:1.
Spielstatistik VfL Wolfsburg - FC Bayern 1:1 (0:1)
VfL Wolfsburg Benaglio - Riether, Friedrich, Kjaer, Schäfer - Cicero (46. Cigerci), Josué (69. Pekarik) - Dejagah, Diego (88. Kahlenberg), Mandzukic - Grafite
FC Bayern Kraft - Lahm, Breno, Badstuber, Pranjic (82. Ottl) - Van Bommel, Tymoshchuk (69. Gustavo) - Müller, Schweinsteiger, Ribéry (25. Robben) - Gomez
Ersatz: Butt, Van Buyten, Altintop, Klose
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer 30.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Müller (7.), 1:1 Riether (86.)
Sonstiges: Lahm verschießt Foulelfmeter (21.), Kraft pariert Foulelfmeter von Grafite (44.)
Gelbe Karten: Mandzukic, Josué / Schweinsteiger, Badstuber
FCB überwintert auf Rang fünf
19.12.2010
Der FC Bayern startet nach der Winterpause vom fünften Platz aus seine Aufholjagd in der Bundesliga. Mit einem 5:3 (3:0)-Erfolg am letzten Hinrunden-Spieltag beim VfB Stuttgart kletterte der
Rekordmeister einen Rang nach oben und verkürzte den Rückstand auf Platz zwei (Mainz, vier Punkte) sowie auf Herbstmeister Dortmund (14 Punkte). Vor dem Weihnachtsurlaub müssen die Bayern in drei
Tagen erneut in Stuttgart antreten. Dann kämpfen beide Teams um den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals.
Vor 40.500 Zuschauern in der Baustelle Mercedes-Benz Arena erzielte Mario Gomez an alter Wirkungsstätte seine Saisontreffer zehn, elf und zwölf (31., 52., 54.), Thomas Müller (36.) und Franck
Ribéry (43.) waren ebenfalls für den FCB erfolgreich. Der VfB schien im ersten Bundesligaspiel unter seinem neuen Trainer Bruno Labbadia zwischenzeitlich schon geschlagen, kam durch die
eingewechselten Martin Harnik (49., 64.) und Christian Gentner (70.) aber noch auf 3:5 heran. Der 50. Ligasieg des FCB beim VfB geriet aber nicht mehr in Gefahr.
Vor dem letzten Bundesligaspiel des Jahres hatte Louis van Gaal mit einer Erkältungswelle in seiner Mannschaft zu kämpfen gehabt. In Stuttgart musste er daher auf Bastian Schweinsteiger
verzichten, für den Mittelfeldspieler rückte Andreas Ottl neu in die Startformation und spielte neben Mark van Bommel auf der Doppelsechs. Im Vergleich zum Heimsieg gegen St. Pauli eine Woche
zuvor fehlte zudem der verletzte Toni Kroos, dafür kehrte Mario Gomez nach überstandener Erkältung in die Startformation zurück und bildete wie gewohnt die Sturmspitze des Rekordmeisters.
Butt und Ulreich auf dem Posten
„Neuer Trainer, neue Chance - das sehen wir auch an dieser Aufstellung“, meinte Van Gaal zur ersten Elf des VfB, in der es im Vergleich zum letzten Ligaspiel der Schwaben fünf Veränderungen gab,
im Vergleich zu Labbadias Debüt vor drei Tagen in der Europa League gab es erneut vier Änderungen. Der Trainerwechsel zeigte sich aber auch im Auftreten der Stuttgarter, die nach dem Anpfiff
hochmotiviert loslegten.
Jörg Butt musste so in der Anfangsphase gleich zweimal eingreifen. Erst war er bei einem Kopfball von Bundesliga-Debütant Ermin Bicakcic reaktionsschnell mit den Fäusten zur Stelle (7.), dann
parierte er einen Schuss von Christian Träsch (10.). Grundsätzlich hatte aber der FC Bayern mehr vom Spiel und nach 14. Minuten durch Thomas Müller eine erste Tormöglichkeit: Der
WM-Torschützenkönig kam aus elf Metern zum Abschluss, scheiterte aber an VfB-Keeper Sven Ulreich (14.).
In der folgenden Viertelstunde hatten beide Torhüter wieder kaum etwas zu tun. Die Bayern hatten Mühe, gegen die leidenschaftlich kämpfenden Gastgeber und auf dem ramponierten Grün ihre gewohntes
Flachpassspiel aufziehen. Die Partie war zerfahren, viele Zweikämpfe prägten das Geschehen - bis zur 31. Minute, als die Bayern ihre zweite Chance zur Führung nutzten: Müller eroberte in der
VfB-Hälfte den Ball, passte genau durch die Nahtstelle der Abwehr und Gomez traf allein vor Ulreich zum 1:0.
Drei Streiche vor der Pause
Nur fünf Minuten später sorgte das Zusammenspiel der beiden FCB-Profis für den zweiten Treffer: Gomez gewann im VfB-Strafraum den Zweikampf gegen seinen Bewacher Matthieu Delpierre, legte quer
auf den heranstürmenden Müller und der vollstreckte aus kurzer Distanz sicher (36.). Die Bayern kontrollierten nun das Geschehen und legten noch vor der Pause das 3:0 nach: Franck Ribéry hämmerte
den Ball aus 20 Minuten unter die Latte (43.). Dann war Halbzeit.
Mit Danijel Pranjic für den angeschlagenen Hamit Altintop kam der FCB aus der Kabine, doch Wirkung zeigte zunächst erst einmal der Wechsel des VfB. Martin Harnik - er war für Timo Gebhart ins
Spiel gekommen - verkürzte nur vier Minuten nach Wiederanpfiff nach einem Querpass von Pogrebnyak auf 1:3 (49.). Kurz zuvor hatte bereits Cacau (46.) einen Kopfball knapp über die Latte
gesetzt.
Erst die Latte, dann Butt
Die Bayern antworteten prompt. In der 52. Minute war Gomez zur Stelle, als Ulreich eine Flanke von Ribéry nicht festhielt und stellte den alten Abstand wieder her - 4:1. Nur zwei Minuten später
staubte der FCB-Torjäger erneut ab, nachdem Ulreich einen Müller-Schuss noch klasse zur Seite abgewehrt hatte - 5:1 (54.)!
Damit war die Partie eigentlich entschieden - denkste! Denn der VfB gab sich noch nicht geschlagen. Zunächst klärten noch die Latte gegen Pogrebnyak (57.) und Butt gegen Arthur Boka (57.) sowie
Zdravko Kuzmanovic (63.), dann schnürte Harnik allein vor Butt seinen Doppelpack - 2:5 (64.).
Ein hartes Stück Arbeit
Die Bayern, bei denen Ribéry in der 58. Minute um ein Haar den sechsten Treffer erzielt hätte, hatten Mühe, das Spiel zu kontrollieren. Die Stuttgarter machten Druck und verkürzten noch einmal:
Eine scharf vors Tor geschlagene Flanke des eingewechselten Christian Gentner schlug im Eck ein - nur noch 3:5 (70.).
Van Gaal versuchte, mit der Einwechslung von Miroslav Klose (68., für Gomez) und David Alaba (77., für Müller) für Beruhigung zu sorgen. Es blieb bis zum Schlusspfiff aber ein hartes Stück Arbeit
für die Bayern, die am Ende aber ihren zweiten Auswärtssieg in dieser Saison unter Dach und Fach brachten.
Spielstatistik VfB Stuttgart - FC Bayern 3:5 (0:3)
VfB Stuttgart Ulreich - Bicakcic (60. Boulahrouz), Tasci, Delpierre, Molinaro - Gebhart (46. Harnik), Träsch, Kuzmanovic (68. Gentner), Boka - Cacau, Pogrebnyak
FC Bayern Butt - Lahm, Tymoshchuk, Breno, Contento - Van Bommel, Ottl - Altintop (46. Pranjic), Müller (77. Alaba), Ribéry - Gomez (68. Klose)
Ersatz: Kraft, Braafheid, Van Buyten, Demichelis
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
Zuschauer 40.500
Tore: 0:1 Gomez (31.), 0:2 Müller (36.), 0:3 Ribéry (43.), 1:3 Harnik (49.), 1:4 Gomez (52.), 1:5 Gomez (54.), 2:5 Harnik (64.), 3:5 Gentner (70.)
Gelbe Karten: Träsch, Tasci, Pogrebnyak / Tymoshchuk
Klarer Sieg im letzten Heimspiel
11.12.2010
Der FC Bayern hat sich mit einem Sieg von seinen Heim-Fans aus dem Fußballjahr 2010 verabschiedet. Im letzten Heimspiel vor der Winterpause feierte der Rekordmeister einen klaren, aber schwer
erkämpften 3:0 (1:0)-Erfolg über Aufsteiger FC St. Pauli und bleibt damit weiter in Lauerstellung hinter der Spitzengruppe der Bundesliga.
Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena brachte Hamit Altintop (17.) die Münchner in der ersten Halbzeit in Führung, Philipp Lahm (72./Foulelfmeter) und Franck Ribéry (79.)
machten im zweiten Durchgang alles klar gegen die Hanseaten, die nach der Roten Karte gegen Torwart Thomas Kessler (69.) die Partie mit zehn Spielern beendeten.
Gegenüber dem 3:0-Erfolg drei Tage zuvor gegen den FC Basel änderte Van Gaal seine Aufstellung auf einer Position: Für den grippekranken Mario Gomez rückte Altintop in die Startelf. Thomas Müller
nahm die Gomez-Position als einzige Sturmspitze ein, Altintop spielte für Müller auf der rechten Außenbahn. Miroslav Klose, nach überstandenem Muskelfaserriss erstmals wieder im Kader, nahm
zunächst auf der Bank Platz.
„Am besten spielt es sich mit offenem Visier“, hatte St. Paulis Trainer Holger Stanislawski vor der Partie angekündigt und entsprechend aggressiv ging seine Mannschaft von Beginn an zu Werke. Der
Aufsteiger versteckte sich nicht, störte den Spielaufbau der Bayern schon kurz vor deren Strafraum und hatte in Person von Fin Bartels (3.) die erste Torchance, doch der Mittelfeldspieler zielte
aus halbrechter Position drüber.
Es dauerte eine ganze Weile, ehe sich die Bayern auf die einsatz- und lauffreudigen Gäste eingestellt hatten. Den ersten gefährlichen Angriff initiierte Ribéry über die linke Seite, doch seine
Hereingabe verfehlte Kroos nur knapp (7.). Zehn Minuten später schloss Altintop eine feine Kombination über Van Bommel und Schweinsteiger mit einem satten Schuss aus 20 Metern in den Torwinkel
zur 1:0-Führung ab (17.).
Damit war der Anfangsschwung der Hanseaten gebremst, der FCB übernahm mehr und mehr die Initiative und hatte wenig später eine weitere Chance durch Schweinsteiger (24.), dessen Kopfball
allerdings zu hoch angesetzt war. Auch in der Folgezeit kontrollierten die Bayern die Partie, ohne aber Torgefahr zu erzeugen. Kurz vor der Halbzeit scheiterte Kroos (45.) mit einem Schuss von
der Strafraumgrenze an St. Paulis Schlussmann Thomas Kessler.
Die Kiez-Kicker änderten auch nach dem Rückstand nicht ihre Ausrichtung, wenngleich sie die Münchner nicht mehr ganz so früh in der eigenen Spielhälfte störten. Dennoch hatten die Gäste vor der
Pause noch zwei Möglichkeiten durch Marius Ebbers (37./42.), der jedoch beide Male das Ziel verfehlte. So blieb es nach den ersten 45 Minuten beim knappen, aber verdienten Vorsprung der
Bayern.
Nach dem Seitenwechsel agierten die Bayern etwas zielstrebiger und mit mehr Zug zum Tor, die erste Chance jedoch hatten die Gäste durch Ebbers, dessen Schuss aus kurzer Entfernung Contento von
der Linie kratzte. Auf der Gegenseite traf Müller (52.) aus 14 Metern nur den Außenpfosten, kurz darauf scheiterte er zwei Mal an Kessler (54./55.).
Danach ebbte der Druck der Bayern wieder etwas ab, wodurch die Gäste wieder etwas gefährlicher aufkamen. Bartels (61.) und erneut Ebbers (65.) konnten ihre Möglichkeiten aber nicht nutzen. Mitte
der zweiten Halbzeit kam es dann zur Vorentscheidung aus Sicht der Münchner. Kroos hatte Müller in Szene gesetzt, der den Ball an Torwart Kessler vorbeilegte und anschließend von diesem zu Fall
gebracht wurde. Die Konsequenz: Rote Karte für Kessler und Strafstoß für den FCB, den Lahm sicher gegen Reserve-Keeper Mathias Hain verwandelte (72.).
Sieben Minuten später folgte die endgültige Entscheidung. Ribéry setzte sich energisch gegen Gunesch durch, umspielte den herausstürmenden Hain und schob locker zum 3:0 ein. In der Schlussphase
versäumten es Altintop (81.), Müller (82.) und Schweinsteiger (87.) gegen dezimierte Hamburger, weitere Treffer zu erzielen. Am Ende blieb es beim verdienten 3:0-Sieg des FCB.
Spielstatistik FC Bayern - FC St. Pauli 3:0 (1:0)
FC Bayern Butt - Lahm, Tymoshchuk, Breno, Contento -
Van Bommel, Kroos - Altintop, Schweinsteiger, Ribéry - Müller
Ersatz: Kraft, Braafheid, Van Buyten, Demichelis, Alaba, Ottl, Klose
FC St. Pauli Kessler - Rothenbach, Morena, Gunesch, Volz (46. Bruns) - Boll (62. Asamoah) - Bartels, Kruse (71. Hain), Lehmann, Oczipka - Ebbers
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Altintop (16.), 2:0 Lahm (72../Foulelfmeter), 3:0 Ribéry (79.)
Gelbe Karten: - / Volz
Rote Karten: Kessler (68./Notbremse)
Bayern verlieren bei effektiven Schalkern
04.12.2010
Der FC Bayern hat in der Bundesliga einen neuerlichen Rückschlag erlitten. Eine Woche nach dem höchsten Saisonsieg gegen Eintracht Frankfurt (4:1) unterlag der Rekordmeister am 15. Spieltag beim
bisherigen Tabellen-15. FC Schalke 04 trotz der größeren Spielanteile und der klareren Torchancen mit 0:2 (0:0) und fiel nach der ersten Niederlage seit sieben Ligaspielen auf den siebten Platz
zurück.
Vor 61.673 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena versäumten es die Bayern, aus ihrer totalen Überlegenheit im ersten Spielabschnitt Kapital zu schlagen und ihre zum Teil hochkarätigen
Torchancen zu verwerten. Nach torloser erster Halbzeit sorgte José Jurado (58. Minute) für die überraschende Schalker Führung, Benedikt Höwedes (67.) besorgte wenig später den 2:0-Endstand.
Van Gaal änderte seine Startelf im Vergleich zum 4:1-Erfolg gegen Frankfurt auf zwei Positionen. Kapitän Mark van Bommel und Diego Contento rückten in die Anfangsformation, für sie mussten Daniel
Pranjic und Daniel van Buyten auf die Bank. Auch Martin Demichelis blieb vorerst die Zuschauerrolle, denn Van Gaal setzte auf Anatoliy Tymoshchuk an der Seite von Breno.
Die Bayern, die die letzten sechs Pflichtspiele in Gelsenkirchen nicht verloren hatten, waren von Beginn an die Spiel bestimmende Mannschaft. Die Gastgeber agierten zunächst abwartend, standen
dicht gestaffelt in der eigenen Spielhälfte und versuchten, die Bayern vom eigenen Strafraum fern zu halten und mit schnellen Gegenstößen oder durch Standardsituationen selbst zum Abschluss zu
gelangen.
Die ersten Warnschüsse der Partie gaben die Schalker Klaas-Jan Huntelaar (9.) und Ivan Rakitic (13.) ab, doch beide zielten weit über das Tor. Nach rund 20 Minuten wurden die Knappen etwas
mutiger und agierten etwas offensiver, dadurch hatten die Bayern im Spiel nach vorne mehr Platz und sofort die ersten Chancen. Zunächst verfehlte Ribéry (21.) nach einem schnellen Konter über
Kroos und Müller aus rund 20 Metern sein Ziel, dann verpasste Schweinsteiger (22.) mit einer feinen Volleyabnahme nur knapp.
In der Folgezeit wurde die Überlegenheit der Bayern immer größer, einzig ein Tor ließ weiter auf sich warten. Erneut Ribéry (28.) und Mario Gomez (31.) ließen die nächsten Chancen ungenutzt, dann
scheiterte Kroos (34./38.) gleich zwei Mal am glänzend reagierenden Nationaltorhüter Manuel Neuer.
Von den Schalkern war in der Offensive weiter fast nichts zu sehen, anders die Bayern, die vehement auf den Führungstreffer drängten. In der 39. Minute traf Schweinsteiger aus 14 Metern nur das
Lattenkreuz, vier Minuten später war es Ribéry, der aus halbrechter Position den Ball ans Außennetz schoss. Mit dem torlosen Remis ging es in die Halbzeitpause.
Zwei Mal Innenpfosten
Unverändert nahmen beide Mannschaften die zweite Halbzeit auf, in der die Schalker durch Rakitic (48.) die erste Chance hatten, doch Jörg Butt reagierte prächtig gegen den Kroaten. Auf der
Gegenseite scheiterte Kroos (54.) zum wiederholten Male am besten Schalker, Manuel Neuer. In der 58. Minute sollte sich die schlechte Chancenauswertung der Bayern rächen. Nach einem weiten
Abschlag von Neuer auf Raul rutschte Breno weg, der Ball kam zu Jurado, der diesen aus acht Metern via Innenpfosten zur 1:0-Führung ins Tor schoss.
Und es kam noch schlimmer für die Bayern: Schalke übernahm nun das Kommando und erhöhte durch Höwedes (67.) auf 2:0. Nach Flanke von Rakitic köpfte der Abwehrspieler den Ball zunächst freistehend
gegen den Innenpfosten, den Abpraller drückte er reaktionsschnell aus kurzer Distanz über die Linie.
Der FCB wirkte geschockt, der Spielfluss gegen immer stärker aufspielende Schalker war dahin. Es dauerte bis zur Schlussphase, ehe die Bayern, bei denen inzwischen Pranjic und Van Buyten in der
Partie waren, in Person von Mario Gomez wieder gefährlich vor dem gegnerischen Tor auftauchten. Erst zielte der Stürmer in aussichtsreicher Position drüber (84.), kurz darauf wurde ein regulärer
Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannt (89.).
In der Schlussminute bewahrte Neuer sein Team mit einer weiteren Glanzparade gegen Gomez (90.) vor einem Gegentreffer und machte damit den ersten Heimsieg gegen den FCB seit über fünf Jahren
perfekt.
Spielstatistik FC Schalke 04 - FC Bayern 2:0 (0:0)
FC Schalke 04 Neuer - Uchida, Höwedes, Metzelder, Schmitz - Rakitic, Kluge, Edu (73. Papadopoulos) - Jurado (77. Pander) - Raul (60. Farfan), Huntelaar
FC Bayern Butt - Lahm, Breno, Tymoshchuk, Contento - Van Bommel (74. Pranjic), Kroos - Müller, Schweinsteiger (84. Van Buyten), Ribéry - Gomez
Ersatz: Kraft, Braafheid, Demichelis, Ottl, Altintop
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Zuschauer 61.673 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Jurado (58.), 2:0 Höwedes (67.)
Gelbe Karten: - / Kroos
4:1! Bayern klettern auf Rang fünf
Am 14. Spieltag hat der FC Bayern seine Aufholjagd in der Bundesliga fortgesetzt. Gegen die bislang punktgleiche Frankfurter Eintracht feierte der deutsche Rekordmeister am Samstagnachmittag mit
4:1 (1:1) seinen höchsten Saisonsieg und kletterte in der Tabelle vom achten auf den fünften Platz.
Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena dominierten die Bayern die Partie. Zur Pause stand es jedoch noch 1:1. Anatoliy Tymoshchuks Führungstreffer (29.) hatte Theofanis Gekas
(33.) ausgeglichen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit entschieden Thomas Müller (59.) und Mario Gomez (61.) mit einem Doppelschlag die Partie, Tymoshchuk (88.) besorgte kurz vor Schluss mit seinem
zweiten Treffer den Endstand.
Schweinsteiger und Breno zurück
Vier Tage nach dem Champions-League-Spiel in Rom änderte Louis van Gaal seine Mannschaft auf drei Positionen. Jörg Butt kehrte ins Tor zurück, Breno lief anstelle von Martin Demichelis in der
Innenverteidigung auf, der in der Königsklasse gelb-gesperrte Bastian Schweinsteiger sollte als Zehner Mario Gomez mit Zuspielen füttern. Toni Kroos machte für ihn Platz und rutschte etwas nach
hinten als offensiverer Part der Doppelsechs, Andreas Ottl nahm auf der Bank Platz.
Auf dem Rasen übernahm nach dem Anpfiff sofort der FC Bayern das Heft in die Hand. Die Münchner drückten aufs Tempo und setzten sich in der gegnerischen Spielhälfte fest. Den ersten Torschuss der
Partie feuerte Toni Kroos ab, zielte aber noch zu ungenau (4.). Fünf Minuten später zappelte der Ball dann im Tornetz. Mario Gomez‘ Abstauber nach einem Ribéry-Schuss, den Frankfurts Torwart Oka
Nikolov nur abklatschen konnte, wurde wegen Abseits jedoch nicht anerkannt.
Unruheherd Gekas
Die Gäste, die versuchten, früh zu stören und zu kontern, waren bis dahin offensiv nicht in Erscheinung getreten. Dann verhalf ihnen ein Luftloch von Daniel van Buyten zur ersten dicken Chance:
Breno rettete bei Gekas‘ Schuss jedoch auf der Torlinie, im Nachschuss schob Sonny Kittel den Ball neben das Tor (13.). Der quirlige Gekas blieb auch in der Folge ein Unruheherd, in der 22.
Minute trennte ihn Breno in letzter Sekunde mit einer Grätsche vom Ball.
Mehr vom Spiel hatte aber nach wie vor der FC Bayern, der durch einen Kopfball von Gomez (17.) eine weitere gute Chance verzeichnete und nach 29 Minuten endlich jubeln konnte. Tymoshchuk knallte
den Ball aus halbrechter Position ins linke Eck - 1:0! Schon nach dem nächsten Angriff wär fast das 2:0 gefolgt, Thomas Müller spitzelte den Ball aber in die Arme von Nikolov (30.).
FCB ohne Abschlussglück
Es sah also gut aus für die Bayern nach einer halben Stunde, doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuß - in Person von Gekas. Einen Kopfball des Eintracht-Stürmers, der neun Meter vor dem Tor zu
viel Platz hatte, konnte Jörg Butt zunächst gerade noch an den Pfosten lenken, beim Nachschuss war dann aber auch der FCB-Schlussmann geschlagen - 1:1 (33.)!
Die Bayern zeigten sich vom Ausgleich wenig geschockt und antworteten mit wütenden Angriffen. Vor der Pause hatten sie aber kein Abschlussglück mehr. Müller (37.) und Van Buyten (41.) zielten
neben das Tor, Ribérys Schuss wurde über die Latte abgefälscht (42.), Van Buyten (40.) und Schweinsteiger (45.) wurde im letzten Moment abgeblockt. So ging es mit einem 1:1 in die Kabinen.
Zwei Tore nach dem gleichen Muster
Auch nach Wiederanpfiff fehlten den Bayern, bei denen Demichelis für Van Buyten ins Spiel kam, zunächst weiter die entscheidenden Zentimeter: Gomez Flachschuss streifte den langen Pfosten (47.).
Dann erlöste Müller den Rekordmeister. Nachdem Nikolov einen Distanzschuss von Kroos nur nach vorne abwehren konnte, staubte der WM-Torschützenkönig ab und traf zum 2:1 (59.). Nur zwei Minuten
später der nächste Bayern-Treffer nach dem gleichen Muster: Diesmal schoss Ribéry und Gomez verwertete den Abpraller (61.) - 3:1!
Auch nach diesem Doppelschlag spielten die Bayern weiter nach vorne, wenngleich auch nicht mehr mit letztem Einsatz. Eine Direktabnahme des inzwischen eingewechselten Van Bommel (76.), die
allerdings über die Querlatte flog, blieb lange die einzig nennenswerte Aktion vor dem Gästetor. Neun Minuten vor dem Ende traf dann Demichelis noch einmal ins Tor, der Schiedsrichter pfiff
jedoch Abseits - zu Unrecht, wie die Zeitlupe offenbarte.
Auf der Gegenseite konnte sich auch Butt in der Schlussphase noch auszeichnen. Einen Schuss von Aleksandar Vasoski (74.) und eine Direktabnahme des eingewechselten Martin Fenin (84.) parierte er
klasse. Den Schlusspunkt setzten aber die Bayern. Erst scheiterte Gomez noch aus nächster Nähe an Nikolov (86.), dann traf Tymoshchuk mit einem platzierten Flaschschuss zum 4:1-Endstand (88.).
Spielstatistik FC Bayern - Eintracht Frankfurt 4:1 (1:1)
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten (46. Demichelis), Breno, Pranjic - Tymoshchuk, Kroos - Müller, Schweinsteiger (66. Van Bommel), Ribéry - Gomez
Ersatz: Kraft, Braafheid, Contento, Altintop, Ottl
Eintracht Frankfurt Nikolov - Ochs, Vasoski, Russ, Jung - Schwegler - Heller, Meier (82. Caio), Altintop (87. Amanatidis), Kittel (60. Fenin) - Gekas
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Tymoshchuk (29.), 1:1 Gekas (33.), 2:1 Müller (59.), 3:1 Gomez (61.), 4:1 Tymoshchuk (88.)
Gelbe Karten: Ribéry / -
FCB teilt sich Punkte mit Leverkusen
Der FC Bayern hat bei seiner anvisierten Aufholjagd erneut Punkte eingebüßt. Am 13. Spieltag musste sich der Titelverteidiger bei Bayer Leverkusen mit einem 1:1 (1:1)-Unentschieden begnügen und
blieb damit im neunten Pflichtspiel in Folge ungeschlagen. Der Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund beträgt allerdings nun schon 14 Punkte.
Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena waren die Bayern von Beginn an Ton angebend und gingen auch durch Mario Gomez' achtes Saisontor (32.) verdient in Führung. Leverkusen kam aber
noch vor dem Seitenwechsel durch einen verwandelten Foulelfmeter von Arturo Vidal zum Ausgleich. Nach der Pause hatten beide Teams ihre Möglichkeiten zum Sieg. Letztendlich blieb es beim
gerechten Remis.
Nach drei Spielen in Folge mit der gleichen Startformation veränderte Van Gaal seine Mannschaft diesmal auf zwei Positionen. Für den angeschlagenen Martin Demichelis rückte Breno wie schon nach
der Pause beim letzten Spiel gegen Nürnberg auf die Innenverteidigerposition. Der Brasilianer war für den FCB zuletzt vor fast 14 Monaten von Beginn an aufgelaufen. Und Thomas Müller spielte für
Hamit Altintop auf dem rechten Flügel.
In einer von Beginn an intensiven und spannenden Partie erwischten die Bayern den besseren Start. Noch keine zwei Minuten waren gespielt, als der Ball das erste Mal im Netz des Leverkusener Tores
zappelte. Nach Flanke von Danijel Pranjic ließ Bastian Schweinsteiger Rene Adler mit einem Kopfball keine Abwehrchance, doch der Treffer fand wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung
Schweinsteigers zu Unrecht keine Anerkennung.
Die Van-Gaal-Truppe ließ den Ball gut laufen und dominierte das Spiel, kam aber nicht zu den ganz zwingenden Aktionen in der Offensive. Leverkusen hatte seine erste Möglichkeit durch einen
Kopfball von Eren Derdiyok, bei dem Butt keine Mühe hatte (12.). Auch beim 18-Meter-Schuss von Renato Augusto (15.) war der Bayern-Keeper zur Stelle. Auf der Gegenseite verpasste Schweinsteiger
aus rund 22 Metern das Ziel nur knapp.
Mitte der ersten Halbzeit häuften sich beim Rekordmeister die Unkonzentriertheiten und Leverkusen kam stärker auf. In der 21. Minute landete ein Drehschuss von Sydney Sam auf der Querlatte. Nach
einer Ecke der Bayern in der 32. Minute kam Leverkusen zu einem blitzschnellen Konter, den Arturo Vidal mit einem Schuss von der Strafraumgrenze abschloss, aber Butt parierte prächtig.
Das Spiel war nun ausgeglichen, beide Teams spielten munter nach vorne. Mit dem bis dahin schönsten Spielzug über Müller und Schweinsteiger gelang Gomez dann die Führung für die Bayern (34.). Der
Torjäger vom Dienst musste den Ball aus wenigen Metern nur noch über die Linie drücken. Es war sein 12. Treffer in den letzten neun Pflichtspielen.
Leverkusen wirkte nach dem Rückstand ratlos, trotzdem kam die Bayer-Elf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch zum Ausgleich. Nach einem Abspielfehler von Daniel van Buyten landete der Ball
bei Sam, der wackelte Pranjic aus und wurde vom Kroaten im Strafraum zu Fall gebracht. Den fälligen Strafstoß verwandelte Vidal sicher zum 1:1-Halbzeitstand.
Trotz dieses unnötigen Gegentores gingen die Bayern mit viel Elan in den zweiten Abschnitt und hatten in der 52. Minute eine klasse Gelegenheit zur erneuten Führung. Nach Zuspiel von Philipp Lahm
kam Toni Kroos aus 12 Metern völlig frei zum Abschluss, doch der Nationalspieler verzog deutlich.
Nach gut einer Stunde verstärkte Van Gaal die Offensive und brachte Franck Ribéry für Anatoliy Tymoshchuk ins Spiel. Seine Mannschaft hatte weiter mehr vom Spiel, nur es fehlten die klaren
Torchancen. In der 69. Minute versuchte es Kroos mal aus der zweiten Reihe - knapp vorbei.
Von Leverkusen war bis dahin in der Offensive nichts zu sehen, doch dann unterlief Van Buyten erneut ein Abspielfehler, doch Butt verhinderte mit einer Glanztat gegen den völlig frei vor ihm
auftauchenden Derdiyok (70.) den Rückstand. Nur eine Minute darauf machte es Breno seinem Nebenmann gleich, Vidal kam aus 20 Metern zum Abschluss, aber erneut konnte Butt retten.
In der Schlussphase waren beide Teams um den Siegtreffer bemüht. Die letzte Chance vergab Gomez per Kopf in der Nachspielzeit. So blieb es beim 1:1. Es war zwischen beiden Team das dritte Spiel
in Folge, das mit diesem Ergebnis endete.
Spielstatistik Bayer Leverkusen - FC Bayern 1:1 (1:1)
Bayer Leverkusen Adler - Schwaab (58. Castro), Friedrich, Hyypiä, Kadlec - Vidal, Rolfes - Sam, Renato Augusto (90.+2 Bender), Barnetta (79. Balitsch) - Derdiyok
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten, Breno, Pranjic - Timoshchuk (61. Ribéry), Ottl - Müller, Schweinsteiger, Kroos - Gomez
Ersatz: Kraft, Contento, Braafheid, Altintop, Alaba
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Zuschauer 30.210 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Gomez (34.), 1:1 Vidal (45.+2/Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Castro, Friedrich / Lahm, Ribéry
Bayern klettern auf Rang sechs
Nach kurzem Zwischenstopp in Mönchengladbach hat der FC Bayern seine Klettertour in der Bundesliga fortgesetzt. Im 181. bayrischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg gewann der deutsche Rekordmeister
am Sonntag in der heimischen Allianz Arena mit 3:0 (1:0) und verbesserte sich mit nunmehr 19 Punkten auf den sechsten Rang.
Vor 69.000 Zuschauern machten Torjäger Mario Gomez (10./75) mit seinen Saisontreffern Nummer sechs und sieben sowie Kapitän Philipp Lahm (57.) mit einem verwandelten Foulelfmeter den fünften
Saisonsieg perfekt. Neben dem verdienten Dreier freuten sich die Bayern vor allem über die gelungenen Comebacks der lange verletzten Breno und Franck Ribéry.
Zum dritten Mal in Folge vertraute Trainer Louis van Gaal auf dieselbe Startelf. Besonders erfreulich war für den Bayern-Trainer aber, dass mit Mark van Bommel, Ribéry, Breno und Diego Contento
gleich vier Spieler auf der Bank Platz nahmen, die über Wochen nicht zur Verfügung gestanden hatten. Damit stand Van Gaal erstmals wieder ein 18-Mann-Kader zur Verfügung.
Die Bayern begannen in gewohnter Manier und versuchten sogleich, die Nürnberger mit ihrem Positions- und Kombinationsspiel unter Druck zu setzen. Diese hielten mit einer eng gestaffelten
4-1-4-1-Formation dagegen, machten in der eigenen Spielhälfte die Räume eng und hielten die Gastgeber zunächst vom eigenen Tor fern.
Doch schon nach zehn Minuten durchkreuzte Gomez die taktische Vorgabe der Gäste. Nach feinem Doppelpass zwischen Pranjic und Kroos servierte der Kroate Gomez den Ball mustergültig, der Torjäger
musste nur noch zum 1:0 einschieben. Mit der Führung im Rücken kontrollierten die Bayern nun das Geschehen, allerdings ohne dabei echte Torgefahr auszustrahlen.
Es dauerte bis zur 24. Minute, ehe Demichelis nach präziser Freistoß-Flanke von Altintop die nächste Gelegenheit hatte, sein Kopfball verfehlte das Ziel nur knapp. Die Bayern sorgten vor allem
dann für Gefahr, wenn es über Pranjic und Kroos auf der linken Außenbahn schnell nach vorne ging. Wie in der 32. Minute, als Simons nach einer Flanke des agilen Pranjic kurz vor der Torlinie
(32.) rettete.
Auch in der Folgezeit blieben die Bayern die dominierende Mannschaft und versuchten es nun zunehmend mit Fernschüssen. Zunächst verfehlte Kroos (35.) aus knapp 20 Metern knapp, dann scheiterten
erneut Kroos (40.) und Altintop (43.) am gut reagierenden Nürnberger Schlussmann Raphael Schäfer.
Breno feiert Comeback
Von den Gästen war in der Offensive lange Zeit nichts zu sehen. Für die einzig nennenswerte Aktion vor der Halbzeitpause zeichnete Jens Hegeler (37.) verantwortlich, dessen Schuss aus 14 Metern
deutlich über das Tor ging. Mit der knappen, aber hoch verdienten Führung der Bayern ging es in die Kabine.
Mit deutlich mehr Offensivdrang kamen die Nürnberger aus der Pause. Julian Schieber verpasste gleich zwei Mal den möglichen Ausgleich, als er zunächst aus fünf Metern über das Tor zielte (53.)
und eine Minute später aus spitzem Winkel an Butt scheiterte. Beim FCB agierte nach dem Seitenwechsel Breno für den angeschlagenen Martin Demichelis und feierte damit sein Comeback nach
achtmonatiger Verletzungspause.
Lahm sicher vom Punkt
Auf der Gegenseite brachte Schäfer nach einer Flanke von Pranjic den heraneilenden Gomez zu Fall, Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer zögerte keine Sekunde und entschied auf Foulelfmeter. Diesen
verwandelte Lahm (57.) sicher zur 2:0-Führung. Der Club gab sich trotz des Zwei-Tore-Rückstands noch nicht geschlagen, Pinola (61.) traf mit einem tückischen Schuss aus 25 Metern nur das
Außennetz.
Doch die Bayern ließen spätestens mit der Einwechslung von Ribéry nichts mehr anbrennen und hatten ihrerseits Chancen, den Vorsprung auszubauen. Der ebenfalls eingewechselte Thomas Müller
(71./74.) scheiterte gleich zwei Mal aus kurzer Distanz an Schäfer, ehe Gomez (75.) nach Ribéry-Eckball per Kopf auf 3:0 erhöhte. Vier Minuten vor dem Ende hatte Gomez nach einem an Müller
verursachten Foulelfmeter sogar das 4:0 auf dem Fuß, doch der Stürmer schoss den Ball über das Tor.
Spielstatistik FC Bayern - 1. FC Nürnberg 3:0 (1:0)
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten, Demichelis (46. Breno), Pranjic - Tymoshchuk, Ottl - Altintop (56. Müller), Schweinsteiger, Kroos (70. Ribéry) - Gomez
Ersatz: Kraft, Contento, Alaba, Van Bommel
1. FC Nürnberg Schäfer - Judt, Nilsson, Wolf, Pinola - Simons - Ekici (74. Mak), Gündogan, Hegeler (46. Frantz), Eigler (79. Cohen) - Schieber
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Gomez (10.), 2:0 Lahm (57./Foulelfmeter), 3:0 Gomez (75.)
Gelbe Karten: Pranjic / Schäfer
Bayern retten Punkt aber verpassen Sieg
Bei seiner anvisierten Aufholjagd in der Bundesliga hat der FC Bayern zwei wichtige Punkte liegen gelassen, mit großer Moral aber noch einen erkämpft. Am 11. Spieltag kam der Rekordmeister bei
Schlusslicht Borussia Mönchengladbach nach einer 2:1-Pausenführung und zwischenzeitlichem 2:3-Rückstand noch zu einem 3:3-Unentschieden. In der Tabelle rutschte der FCB um zwei Plätze vom siebten
auf den neunten Platz ab, der Spieltag wird aber erst am Sonntag vervollständigt.
Vor 54.057 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park präsentierten sich die Bayern in der ersten Halbzeit bärenstark. Zwar schoss Patrick Herrmann die Gastgeber schon in der fünften Spielminute
etwas glücklich in Führung, danach drehten jedoch Mario Gomez (11.) und Bastian Schweinsteiger (40.) die Partie. Zudem leistete sich der FCB den Luxus, einen Strafstoß an den Pfosten zu setzen
(43.). Nach der Pause sahen die Zuschauer ein völlig verändertes Spiel. Marco Reus (56.) und Igor De Camargo (60.) schossen die leidenschaftlich kämpfenden Gladbacher in Führung, ehe Philipp Lahm
(84.) in der Schlussphase noch der Ausgleich gelang.
Drei Tage nach dem 4:0 in der Champions League beim CFR Cluj sah Louis van Gaal keinen Grund, seine Aufstellung zu ändern, und bot die gleiche Startelf auf wie in Rumänien. Auf der Ersatzbank
nahmen erneut nur vier Mann Platz, mehr Spieler standen dem FCB-Chefcoach aufgrund der weiterhin zahlreichen Ausfälle nicht zur Verfügung.
„Herz, Leidenschaft, Organisation und Disziplin“ hatte Borussia-Trainer Michael Frontzeck vor dem Spiel von seiner Mannschaft gefordert - und genau das setzten die ebenfalls ersatzgeschwächten
Fohlen nach dem Anpfiff auch um. Sie lauerten auf Ballverluste des FCB, um mit schnellen Gegenstößen Nadelstiche zu setzen. Schon in der zweiten Spielminute kam so Raul Bobadilla aus 16 Metern
frei zum Schuss, zielte aber genau in die Arme von Jörg Butt.
Flanke ins Tor
Die Bayern antworteten nur eine Minute später mit einem Kopfball von Bastian Schweinsteiger ans Außennetz. Dann kam der Auftritt von Herrmann. Der Mittelfeldspieler der Borussia flankte fast von
der rechten Außenlinie vors FCB-Tor und der Ball senkte sich an Jörg Butt vorbei am langen Pfosten ins Tor - 0:1 (5.).
Vom frühen Rückstand zeigten sich die Bayern jedoch wenig beeindruckt. Sie hatten bisher das Spiel bestimmt und erhöhten nun noch einmal den Druck. Gladbach kam kaum mehr aus der eigenen
Spielhälfte heraus und wurde am eigenen Strafraum eingeschnürt. Die Partie ähnelte immer mehr einem Handballspiel.
Zweimal Aluminium
Schon in der elften Minute zeigte das Powerplay des Rekordmeisters Wirkung. Kroos flankte einen Freistoß maßgenau an den langen Pfosten, wo Gomez nur noch einnicken musste - 1:1! Auch nach dem
Ausgleich hielten die Bayern ihren Dauerdruck aufrecht. Hamit Altintop (17.), Kroos (23.) und Gomez (26.) konnten ihre Schusschancen aber nicht nutzen. In der 28. Minute verpasste Altintop zudem
eine Pranjic-Flanke nur um wenige Zentimeter.
Dann standen die Latte und Gladbach-Keeper Christofer Heimeroth dem zweiten Bayern-Treffer im Weg. Nach einer halben Stunde köpfte Schweinsteiger an das Aluminium (30.), sieben Minuten später
parierte zunächst Heimeroth gegen den durchgebrochenen Gomez, den Nachschuss setzte Kroos ans Aluminium (37.).
Schweinsteiger vom Elfmeterpunkt
Ende der ersten Halbzeit war das 2:1 längst überfällig, und in der 40. Minute fiel es dann auch. Danijel Pranjic flankte flach vors Borussen-Tor, wo Schweinsteiger den Ball mit der Hacke über die
Linie lenkte. Nur drei Minuten später hätte Schweinsteiger sogar auf 3:1 erhöhen können. Vom Elfmeterpunkt - Altintop war von Sebastian Schachten im Strafraum zu Fall gebracht worden - setzte er
die Kugel aber an den Pfosten. Zur Pause stand es somit 2:1 für den FC Bayern.
Mit der Einwechslung von Roel Brouwers und De Camargo versuchte Gladbachs-Trainer Frontzeck, die Defensive zu stabilisieren und für mehr Entlastung in der Offensive zu sorgen. Und tatsächlich
präsentierten sich die Fohlen plötzlich wie verwandelt. Mit Pressing störten sie das Aufbauspiel des FCB, entschlossen suchten sie nach Ballgewinn den Abschluss. Das wurde in der 56. Minute
belohnt: De Camargo steckte durch für Reus, der allein vor Butt zum 2:2 traf.
Van Gaal bringt Müller
Nur vier Minuten später sogar die Führung für die Borussia. De Camargo vollstreckte allein vor Butt eiskalt zum 3:2 (60.). Von diesem Doppelschlag der Gastgeber erholten sich die Bayern nur
schwer. Leidenschaftlich und frenetisch unterstützt vom Publikum kämpften die Gladbacher um jeden Ball, mehr als ein Kopfball von Gomez, den Heimeroth parierte (63.), sprang so lange Zeit nichts
für den Rekordmeister heraus.
In der 70. Minute reagierte Van Gaal und verstärkte mit Thomas Müller (für Andreas Ottl) die Offensive, kurz darauf kam auch Alaba für Pranjic ins Spiel. Weiterhin hatten die Münchner aber Mühe,
sich Chancen herauszuspielen. Bis zur 84. Minute. Dann kam der Ball von Tymoshchuk zu Lahm, der von der halbrechten Seite auf Heimeroth zulief und das 3:3 erzielte. Die letzte Chance auf den Sieg
vergab kurz darauf Gomez (86.), der aus spitzem Winkel knapp das Ziel verfehlte.
Spielstatistik Borussia Mönchengladbach - FC Bayern 3:3 (1:2)
Borussia Mönchengladbach Heimeroth - Levels, Anderson, Daems, Schachten (46. Brouwers) - Bradley, Neustädter - Hermann (82. Matmour), Reus, Idrissou (46. de Camargo) - Bobadilla
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten, Demichelis, Pranjic (81. Alaba) - Tymoshchuk, Ottl (70. Müller) - Altintop, Schweinsteiger, Kroos - Gomez
Ersatz: Kraft, Braafheid, Alaba
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Zuschauer 54.057 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Herrmann (5.), 1:1 Gomez (11.), 2:1 Schweinsteiger (40.), 2:2 Reus (56.), 3:2 de Camargo (60.), 3:3 Lahm (84.)
Gelbe Karten: Schachten / -
Bayern besiegen Freiburg klar
Der FC Bayern scheint auch in der Bundesliga allmählich ins Rollen zu kommen. Am 10. Spieltag kam der Titelverteidiger zuhause zu einem verdienten 4:2 (1:0)-Erfolg gegen den SC Freiburg und
verbesserte sich mit nunmehr 15 Punkten zumindest bis zum Samstag auf den siebten Tabellenplatz.
Vor 69.000 Zuschauern in der abermals ausverkauften Allianz Arena tat sich die Mannschaft von Louis van Gaal gegen defensiv ausgerichtete Freiburger lange schwer. Martin Demichelis (39.) sorgte
kurz vor der Pause für das wichtige 1:0. Nach 61 Minuten erhöhte Mario Gomez auf 2:0, doch Freiburg kam durch Joker Stefan Reisinger (61.) wieder heran. Anatoliy Tymoshchuk (72.) und Toni Kroos
(80.) mit jeweils ihrem ersten Bundesligator für den FCB stellten dann die Weichen endgültig auf Sieg, kurz vor Schluss unterlief Edson Braafheid noch ein Eigentor (87.).
Insgesamt sieben Ausfälle hatte Van Gaal schon vor der Partie zu beklagen, und dann musste er kurzfristig auch noch auf Holger Badstuber verzichten. Der Nationalverteidiger musste nach dem
Aufwärmen wegen einer Schambeinentzündung passen, für ihn rückte Martin Demichelis in die ansonsten unveränderte Startformation. Für den Argentinier war es der erste Einsatz von Beginn an in
dieser Saison. Augrund der Personalnöte gehörte Eigengewächs Nicola Sansone erstmals überhaupt zum Profi-Kader.
Gegen die ebenfalls ersatzgeschwächten Freiburger taten sich die Bayern lange Zeit schwer, klare Torchancen herauszuspielen. Die Gäste standen mit einem Fünfer-Mittelfeld tief und machten die
Räume ganz eng. Das Resultat waren lange Ballstaffetten der Münchner, aber kaum einmal in die Tiefe sondern meistens quer. Erste Ausnahme in der 21. Minute, als Toni Kroos Sturmspitze Mario Gomez
steil schickte, der aber mit links aus halblinker Position knapp verzog.
Es war insgesamt eine zähe Veranstaltung für die Zuschauer, die sich kaum einmal über echte Torraumszenen erfreuen konnten. Der Sportclub agierte bei seinen wenigen Kontern meist harmlos, nur
Toptorjäger Papiss Cissé strahlte Gefahr aus. Und die Hausherren mussten sich ihre wenigen Gelegenheiten hart erarbeiten. So wie in der 34. Minute, als Ottl eine zu kurze Abwehr der Freiburger
vor die Füße fiel und direkt abzog. Sein Schuss strich knapp über die Querlatte.
Wenn es aus dem Spiel heraus nicht klappt, dann muss eben mal eine Standardsituation helfen. Und so kam es dann auch. Nach einer feinen Ecke von Danijel Pranjic kam Demichelis am Fünfmeterraum
frei zum Kopfball und ließ SC-Keeper Oliver Baumann keine Chance - das 1:0 für den FCB in der 39. Minute. Dabei blieb es auch bis zur Pause.
Mit Beginn der zweiten Hälfte stellte Van Gaal um, für Hamit Altintop kam Daniel van Buyten in die Partie. Müller rückte nun auf den rechten Flügel, Tymoshchuk ins zentrale defensive Mittelfeld,
Kroos nach links und Bastian Schweinsteiger auf die Zehner-Position - mit zählbarem Erfolg.
Gomez mit 4. Saisontor
Der Doppeltorschütze gegen Bremen vom vergangenen Dienstag leitete auch die erste gute Chance des FCB im zweiten Abschnitt ein. Mit einem Lupfer in den Strafraum spielte Schweinsteiger Gomez
frei, doch der scheiterte knapp am prächtig reagierenden Baumann (57.). Vier Minuten später konnte Gomez dann doch Jubeln. Nach einer Pranjic-Ecke köpfte er den Ball unbedrängt zum 2:0 ein.
Die Zwei-Tore-Führung hielt aber gerade mal bis zur 64. Minute. Nach einem Ballverlust von Müller kurz vor dem eigenen Strafraum kam Anton Putsila zum Flanken und der gerade erst eingewechselte
Stefan Reisinger verkürzte mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:2 (64.). Und beinahe wären die Freiburger auch noch zum Ausgleich gekommen. Zunächst parierte Jörg Butt gegen Cedrick Makiadi, dann
konnte Tymoshchuk in höchster Gefahr den Ball wegschlagen (70.).
Tymoshchuk und Kroos machen alles klar
Der Ukrainer sorgte dann auf der anderen Seite dafür, dass dieses Spiel keine Zitterpartie mehr wurde. Nach feiner Vorarbeit von Pranjic behielt er im Strafraum der Gäste den Überblick und
verwandelte cool zum 3:1 (72.). Müller (74.) und zwei Mal Gomez (75./76.) vergaben anschließend prima Chancen zum 4:1, das gelang dann Kroos mit einem fulminanten 25-Meter-Schuss zehn Minuten vor
dem Ende.
Das Spiel war damit natürlich endgültig entschieden. Daran änderte auch das unglückliche Eigentor des kurz zuvor eingewechselteten Edson Braafheid in der 87. Minute nichts mehr.
Spielstatistik FC Bayern - SC Freiburg 4:2 (1:0)
FC Bayern Butt - Lahm, Tymoshchuk, Demichelis, Pranjic - Ottl, Schweinsteiger - Altintop (46. Van Buyten), Kroos, Müller (76. Braafheid) - Gomez
Ersatz: Kraft, Olic, Sansone
SC Freiburg Bauman - Mujdza, Barth, Toprak, Bastians - Nicu (62. Reisinger), Abdessaki (77. Pamic), Schuster (81. Williams), Makiadi, Putsila - Cissé
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Demichelis (39.), 2:0 Gomez (61.), 2:1 Reisinger (64.), 3:1 Tymoshchuk (72.), 4:1 Kroos (80.), 4:2 Braafheid (87./Eigentor)
Gelbe Karten: - / Cissé, Putsila, Toprak
Hamburg und Bayern teilen die Punkte
Das 91. Nord-Süd-Derby ist ohne Tore über die Bühne gegangen. Zum Auftakt des neunten Bundesligaspieltags stand es am Freitagabend nach 90 Minuten 0:0 zwischen dem Hamburger SV und dem FC Bayern.
Die Münchner bleiben damit in der Tabelle weiter drei Punkte hinter den Hanseaten.
57.000 Zuschauer in der ausverkauften Imtech Arena sahen eine ausgeglichene erste Halbzeit, in der die Bayern die besseren Chancen hatten. Nach dem Seitenwechsel bestimmte zunächst der HSV die
Partie und verzeichnete durch einen Pfostenschuss von Jonathan Pitroipa (81.) die beste Tormöglichkeit der Partie. Doch auch für die Bayern, bei denen Ivica Olic kurz vor Schluss (84.) sein
Comeback gab, wäre am Ende mehr drin gewesen als nur ein Punkt.
Louis van Gaal vertraute in Hamburg der gleichen Startelf, die drei Tage zuvor beim Champions-League-Spiel gegen Cluj (3:2) aufgelaufen war. Der FCB-Chefcoach hatte aber einen Spieler mehr im
Kader, denn auf der erneut dezimierten Ersatzbank nahm Olic Platz. Der Kroate war nach zwei Wochen Verletzungspause (Nasenbeinbruch) wieder einsatzfähig. Weiterhin nicht zur Verfügung standen
Arjen Robben, Franck Ribéry, Mark van Bommel, Miroslav Klose, Daniel van Buyten, Diego Contento, David Alaba und Breno.
Rost mit den Fingerspitzen
Nach dem Anpfiff überließen die Bayern zunächst den Hausherren das Spiel und machten in der eigenen Spielhälfte die Räume eng. So hatte die Van-Gaal-Elf nicht die gewohnten Spielanteile, aber das
Geschehen unter Kontrolle - und nach einer Viertelstunde mit dem ersten Torschuss gleich die erste gute Chance der Partie: Thomas Müllers beherzten Versuch von der Strafraumgrenze lenkte
HSV-Keeper Frank Rost mit den Fingerspitzen über die Querlatte (15.). Vier Minuten später kam Mario Gomez aus spitzem Winkel zum Abschluss, verfehlte sein Ziel jedoch deutlich.
Danach wurden auch die Hamburger, die vier ehemalige FCB-Spieler in ihren Reihen hatten, gefährlicher und zwangen Jörg Butt erstmals zum Eingreifen: Eine Hereingabe von Ruud van Nistelrooy, die
Danijel Pranjic unglücklich Richtung Tor ablenkte, parierte der Bayern-Schlussmann reaktionsschnell (21.). Ein Kopfball von Joris Mathijsen (27.) und ein Distanzschuss von Van Nistelrooy (31.)
stellten Butt wenig später vor keine Probleme. In der 30 Minute klärte zudem Pranjic vor dem einschussbereiten Van Nistelrooy.
Dann nahmen die Bayern das Heft in die Hand und kamen zu zwei guten Möglichkeiten. Erst zielte Hamit Altintop (31.), dann Toni Kroos (41.) aus gut 16 Metern knapp über das Tor. Auf der Gegenseite
verfehlten ein abgefälschter Guerrero-Schuss (36.) und ein Mathijsen-Kopfball (45.) das Tor. Kurz vor der Halbzeit (43.) musste dann HSV-Keeper Rost, der sich schon nach einer Viertelstunde bei
einem Zusammenprall mit Bastian Schweinsteiger am Knie verletzt hatte, vom Platz. Für ihn kam Jaroslav Drobny ins Spiel und feierte sein Debüt im HSV-Trikot. Bis zur Pause hatte er jedoch keine
Gelegenheit mehr, sich auszuzeichnen.
Auch nach dem Seitenwechsel wurde der ehemalige Berliner kaum beschäftigt. Ein Schuss von Philipp Lahm (54.) ging klar am Tor vorbei, mehr Offensivszenen hatten die Münchner zunächst nicht. Der
HSV beschäftigte die Gäste vorwiegend in der Defensive und kam durch Marcell Jansen (52.) und Van Nistelrooy (63.), dessen Versuch aus acht Metern Tymoshchuk im letzten Moment abblockte, zu
Chancen.
Butt und der Pfosten
Mitte der zweiten Halbzeit brachte HSV-Trainer Armin Veh mit Mladen Petric (62.) und Eric Maxim Choupo-Moting (71.) zwei frische Stürmer. Doch die Hamburger wirkten mit zunehmender Spielzeit
immer müder und konnten ihren Druck nicht aufrechterhalten. Trotzdem hatten Piotr Trochowski (75.) und Pitroipa (81.) in der Schlussviertelstunde das 1:0 auf dem Fuß: Beide tauchten allein vor
Butt auf, Trochowski scheiterte am FCB-Keeper, Pitroipa am Pfosten.
Doch auch für die Bayern wäre mehr drin gewesen in der Imtech Arena. Immer wieder spielte sich die Van-Gaal-Elf vielversprechend an den gegnerischen Strafraum, agierte im Abschluss aber zu
unpräzise. Ein Schuss von Andreas Ottl (82.), der am Tor vorbeiging, war bis zum Schlusspfiff die einzige nennenswerte Chance. Am Ende stand so auf beiden Seiten die Null.
Spielstatistik Hamburger SV - FC Bayern 0:0
Hamburger SV Rost (43. Drobny) - Benjamin, Westermann, Mathijsen, Jansen - Pitroipa, Rincon, Trochowski, Zé Roberto - Van Nistelrooy (71. Coupo-Moting), Guerrero (62. Petric)
FC Bayern Butt - Lahm, Tymoshchuk, Badstuber, Pranjic - Ottl, Schweinsteiger - Altintop, Kroos, Müller - Gomez (86. Olic)
Ersatz: Kraft, Demichelis, Braafheid, Jüllich, Knasmüllner
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer 57.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Mathijsen / Pranjic, Schweinsteiger
Bayerns Notelf sorgt für die Wende
16.10.2010
Mario Gomez hat den FC Bayern zurück in die Erfolgsspur geschossen. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge sorgte der Nationalstürmer mit einem Dreierpack gegen Hannover 96 für einen
hochverdienten 3:0 (1:0)-Erfolg. Es war für den Titelverteidiger gleichzeitig der höchste Saisonsieg. In der Tabelle kletterte der FCB mit nun 11 Punkten aus acht Spielen auf den neunten
Platz.
Bayerns Notelf zeigte vor 69.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena vom Anpfiff weg eine kämpferisch überzeugende Leistung und wusste im Laufe der Partie auch spielerisch zu überzeugen.
Matchwinner war Gomez, der in der 21. Minute für die wichtige Führung sorgte und nach dem Seitenwechsel auch für das 2:0 (77.) und 3:0 (90.) verwantwortlich war.
Van Gaal musste in dieser Partie auf insgesamt zehn Mann verzichten. So kam Andreas Ottl zu seinem ersten Einsatz in dieser Saison, Anatoliy Tymoshchuk spielte erstmals von Beginn an. Der
Ukrainer bildete gemeinsam mit Holger Badstuber die Innenverteidigung, Ottl mit Danijel Pranjic die Doppel-Sechs im zentralen defensiven Mittelfeld. Links hinten verteidigte wie schon vor zwei
Wochen in Dortmund Edson Braafheid. Gomez übernahm erneut die Mittelstürmerposition. Auf der Bank saßen neben Thomas Kraft, Bastian Schweinsteiger und Martin Demichelis nur noch Christoph
Knasmüllner und Nicolas Jüllich von der zweiten Mannschaft.
Auch die 96er mussten auf einige Leistungsträger verzichten. Stürmer Mohammed Abdellaoue und Abwehrspieler Emanuel Pogatetz fehlten verletzungsbedingt, Karim Haggui saß eine Sperre ab. So war es
nicht verwunderlich, dass in der Anfangsphase auf beiden Seiten viel Sand im Getriebe war.
Mit der ersten gelungenen Angriffsaktion gelang den Bayern auch gleich die Führung. Nach einer gut getimten Flanke von Hamit Altintop ging Gomez mit aller Entschlossenheit in den Kopfball und
traf unhaltbar für Gäste-Schlussmann Florian Fromlowitz zum 1:0 (21.).
Es war die ersehnte Führung für die Van-Gaal-Truppe, die anschließend immer besser ins Spiel kam. Nach Ecke von Toni Kroos setzte Tymoshchuk einen Kopfball knapp rechts vorbei (33.). Zwei Minuten
vor der Pause steckte Kroos den Ball wunderbar durch für Gomez, der mit einem Linkschuss am gut reagierenden Fromlowitz scheiterte. Kurz drauf kam Gomez nach Braafheid-Flanke zum Kopfball - knapp
vorbei (44.). Hannover hatte bis zur Pause nicht eine einzige Torchance.
Mit Wiederanpfiff waren die Bayern gleich bemüht, eine Vorentscheidung herbeizuführen. Und sie hatten auch die Chancen dazu. Nach einem Konter und Hereingabe von Altintop gelang es Christian
Schulz, den einschussbereiten Gomez im letzten Moment zu blocken (50.). Dann konnte sich Gomez gegen zwei Mann im Strafraum behaupten und spielte quer auf Kroos. Dessen Schuss ging aber genau auf
Fromlowitz (52.).
Das Spiel nahm nun deutlich an Fahrt auf, denn auch Hannover wurde aktiver. Christopher Avevor nach einer Unsicherheit in der Münchner Hintermannschaft (57.) und der gerade erst eingewechselte
Mike Hanke (61.) hatten gute Gelegenheiten zum Ausgleich. Auf der Gegenseite vergaben Kroos nach feiner Vorlage von Müller (67.) und Altintop das 2:0.
Das war dann Gomez vorbehalten. Nach Zuspiel von Kroos setzte sich der Nationalstürmer sensationell gegen zwei, drei Mannn durch und haute dann den Ball aus 15 Metern mit links unter die Latte
(77.). Es war Gomez’ erster Doppelpack für den FCB in der Bundesliga. Doch dabei wollte es der 25-Jährige an diesem Nachmittag nicht belassen. In der 90. Minute sorgte er nach einer Müller-Flanke
mit einem wunderbaren Kopfball für den 3:0-Endstand.
Spielstatistik FC Bayern - Hannover 96 3:0 (1:0)
FC Bayern Butt - Lahm, Timoshchuk, Badstuber, Braafheid (65. Schweinsteiger) - Pranjic, Ottl - Altintop, Müller, Kroos - Gomez
Ersatz: Kraft, Demichelis, Knasmüllner, Jüllich
Hannover 96 Fromlowitz - Cherundolo, Avevor, Schulz, Rausch - Stoppelkamp, Schmiedebach, Pinto (26. Djakpa), Stindl - Ya Konan (78. Schlaudraff), Forssell (60. Hanke)
Schiedsrichter: Fritz (Korb)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Gomez (21.), 2:0 Gomez (77.), Gomez 3:0 (90.)
Gelbe Karten: Badstuber, Gomez, Tymoshchuk / Ya Konan
Doppelschock nach der Pause
Bayern unterliegen in Dortmund
03.10.2010
Der FC Bayern kommt in der Bundesliga nicht voran. Am Sonntag kassierte der Doublesieger beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund die dritte Saisonniederlage und rutschte nach dem siebten Spieltag
vom neunten auf den zwölften Platz.
80.720 Zuschauer im ausverkauften Signal Iduna Park sahen in der ersten Halbzeit eine überlegene Bayern-Elf, die ihre Chancen aber nicht nutzte. Im zweiten Durchgang schockten die Gastgeber die
Münchner quasi mit ihren ersten Torschüssen. Erst traf Lucas Barrios (52.), dann Nuri Sahin (60.) - und die erste Pleite des FCB nach sechs Ligaspielen ohne Niederlage gegen den BVB war
perfekt.
Fünf Tage nach dem Sieg in Basel baute Louis van Gaal seine Startformation um. Der FCB-Chefcoach brachte mit Edson Braafheid und Mario Gomez zwei Spieler, die ihr Saisondebüt in der ersten Elf
feierten. Für Braafheid war es sogar der erste Einsatz in dieser Saison überhaupt. Gomez ersetzt im Sturm Klose, der auf der Ersatzbank Platz nahm. Braafheid rückte neben Mark van Bommel auf die
Doppelsechs, Bastian Schweinsteiger rutschte dafür eins vor auf die Zehn, wo Thomas Müller, der rechts den verletzten Hamit Altintop ersetzte, für ihn Platz machte.
Vier Mal Gomez
Nach dem Anpfiff entwickelte sich ein intensives Duell, das sich überwiegend im Mittelfeld abspielte. Die Bayern erarbeiteten sich schnell eine Feldüberlegenheit und zogen ihr gewohntes
Positionsspiel auf. Dortmund versuchte, die Gäste früh zu stören und so vom Tor fernzuhalten. In der Offensive tauchten die Gastgeber, die mit dem besten Angriff der Liga angetreten waren, im
ersten Durchgang gar nicht gefährlich auf. Anders die Münchner, die vier Mal vielversprechend vors BVB-Tor kamen, vier Mal in Person von Mario Gomez.
In der siebten Minute lenkte der FCB-Stoßstürmer - allerdings aus abseitsverdächtiger Position - eine Freistoßflanke von Holger Badstuber aus fünf Metern am Tor vorbei. Danach kam er zweimal
allein vor Roman Weidenfeller zum Abschluss: Erst zögerte er zu lange (26.), dann lenkte der BVB-Keeper den Ball im letzten Moment über das Tor (41.). Kurz vor der Pause die nächste Gomez-Chance:
Nach einem Eckball stieg er allein zum Kopfball hoch, kam aber nicht richtig hinter den Ball (44.). Pausenstand 0:0.
Van Buyten verletzt
Mit Martin Demichelis für den angeschlagenen Daniel van Buyten (Schädelprellung) kamen die Bayern aus der Kabine - und der Argentinier bekam mit der Abwehr des Rekordmeisters zu Beginn der
zweiten Halbzeit gleich zu tun. Schon drei Minuten nach Wiederanpfiff köpfte Neven Subotic aufs Tor, Butt fing die Kugel sicher (48.). Vier Minuten später der zweite Torschuss des BVB, und der
saß. Barrios kam aus 15 Metern frei zum Abschluss, der Ball wurde noch leicht abgefälscht und Butt war ohne Abwehrchance - 0:1 (52.).
Die Bayern hatten sich vom plötzlichen Rückstand noch nicht ganz erholt, da zappelte der Ball schon wieder im FCB-Netz. Sahin schoss einen Freistoß genau in den Winkel, Butt war erneut chancenlos
- 0:2 (60.). Van Gaal reagierte und brachte mit Ivica Olic für Braafheid einen frischen Offensivspieler. Olic ordnete sich hinter Gomez auf der Zehn ein, Schweinsteiger rutschte auf die Sechs und
Pranjic auf die Braafheid-Position hinten links.
An den Pfosten
Der FCB hatte nach wie vor mehr vom Spiel, agierte vorne aber zu harmlos. Ein Badstuber-Freistoß, der abgefälscht knapp sein Ziel verfehlte (76.), war die erste Chance der Münchner in der zweiten
Halbzeit. Zu diesem Zeitpunkt hätte es aber sogar schon 0:3 stehen können: Jakub Blaszczykowski zielte jedoch zu hoch (63.), Barrios traf mit einem Flachschuss den Pfosten (69.).
Auch in der verbleibenden Spielzeit waren die Dortmunder dem nächsten Treffer zunächst näher als die Bayern. Der eingewechselte Robert Lewandowski (82.) scheiterte mit einer Direktabnahme nur
knapp. Zwei Minuten vor dem Schlusspfiff dann beinahe der Anschlusstreffer: Olic scheiterte nach Zusammenspiel mit Gomez am gut reagierenden Weidenfeller, den Nachschuss setzte der Kroate im
Getümmel neben das Tor. Es blieb somit beim 0:2.
Spielstatistik Borussia Dortmund - FC Bayern 2:0 (0:0)
Borussia Dortmund Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin (88. Da Silva) - Blaszczykowski, Kagawa (75. Lewandowski), Großkreutz - Barrios (86. Feulner)
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten (46. Demichelis), Badstuber, Braafheid (61. Olic) - Van Bommel, Pranjic - Müller, Schweinsteiger, Kroos - Gomez
Ersatz: Kraft, Ottl, Tymoshchuk, Klose
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Zuschauer 80.720 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Barrios (52.), 2:0 Sahin (60.)
Gelbe Karten: - / Demichelis, Olic, Schweinsteiger
Bayern kassiert erste Heimniederlage
25.09.2010
Der FC Bayern kommt weiter nicht richtig in Schwung und hat die erste Heimniederlage der Saison kassiert. Am 6. Spieltag unterlag die Mannschaft von Louis van Gaal Spitzenreiter 1. FSV Mainz 05
mit 1:2 (1:1) und bleibt damit im Tabellenmittelfeld stecken. Das Mainzer Überraschungsteam hingegen wahrte auch beim Titelverteidiger seine weiße Weste und fuhr im sechsten Spiel den sechsten
Sieg ein.
69.000 Zuschauer in der wie immer restlos ausverkauften Allianz Arena sahen insbesondere im ersten Abschnitt eine temporeiche Partie, in der die Rheinhessen nach 15 Minuten durch Sami Allagui mit
1:0 in Führung gegangen waren. Durch ein Eigentor von Bo Svensson in der 45. Minute kamen die Bayern zum verdienten Ausgleich. Mit einem Traumtor 13 Minuten vor dem Ende gelang Adam Szalai dann
der Siegtreffer.
Van Gaal musste seine Startelf gegenüber dem 2:1-Sieg am Dienstag bei 1899 Hoffenheim auf zwei Positionen umbauen. Sowohl Franck Ribéry als auch Diego Contento fehlten gegen die Mainzer
verletzungsbedingt und wurden durch Ivica Olic und Danijel Pranjic ersetzt. Durch Ribérys Fehlen wechselte Toni Kroos von der rechten auf die linken Außenbahn, Thomas Müller spielte rechts und
Olic rückte ganz nach vorne ins Sturmzentrum, unterstützt von der hängenden Spitze Miroslav Klose.
Beide Teams legten los wie die Feuerwerk. Gerade einmal 60 Sekunden waren gespielt, als Ivica Olic mit einem verunglückten Fallrückzieher die erste Torchance hatte. Im Gegenzug scheiterte Samu
Allagui mit einem Schuss aus 18 Metern knapp (2.). Dann war es Bastian Schweinsteiger, der mit einem Distanzschuss 05-Schlussmann Christian Wetklo auf die Probe stellte (3.). Auf der Gegenseite
zog Adam Szalai aus spitzem Winkel ab, Jörg Butt war mit beiden Fäusten zur Stelle (5.).
Mainz überraschte durch eine betont offensive Ausrichtung. Schon am Strafraum der Bayern zogen sie ein aggressives Forechecking auf und versuchte so, das Positionsspiel der Van-Gaal-Truppe zu
unterbinden. Trotzdem kamen die Bayern in der 14. Minute nach toller Kombination über das komplette Spielfeld durch Miroslav Klose zur großen Führungschance. Der Nationalspieler traf freistehend
aus sieben Metern den Ball aber nicht richtig und vergab.
Statt 1:0 hieß es nur eine Minute später 0:1 aus Sicht des FCB. Lewis Holtby, der in der 11. Minute noch knapp an Butt gescheitert war, setzte sich gekonnt gegen Daniel van Buyten durch und
brachte den Ball von rechts in die Mitte auf Allagui. Der ehemalige Fürther ließ Butt mit einem Hackenschuss keine Abwehrmöglichkeit.
Die Bayern brauchten bis kurz vor der Pause, um sich von dem Schock des Rückstands zu erholen. Mainz störte weiter aggressiv und zwang die Münchner immer wieder zu Fehlpässen - über 50 waren es
bis zum Seitenwechsel. Wetklo blieb dadurch lange beschäftigungslos, hatte dann aber in der 44. Minute das Glück auf seiner Seite. Nach gefühlvoller Flanke des fleißigen Toni Kroos traf Klose per
Kopf nur den Innenpfosten.
Svensson ins eigene Tor
Praktisch mit dem Pausenpfiff konnten die Bayern dann doch noch den Ausgleich bejubeln. Nach langem Pass von Van Bommel auf Klose wollte Svensson mit dem Kopf zu seinem Torwart zurückspielen,
doch Wetklo war selbst weit aufgerückt und konnte auch mit letzten Einsatz das 1:1 nicht mehr verhindern. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Pause.
Mit viel Engagement auf beiden Seiten ging es im zweiten Abschnitt weiter, gefährliche Torraumszenen blieben aber zunächst aus. Nach gut einer Stunde versuchte Van Gaal mit der Einwechslung von
Hamit Altintop für den unglücklich agierenden Olic, dem Spiel seiner Mannschaft neuen Schwung zu verleiten. Auch Gäste-Coach Thomas Tuchel reagierte und brachte Top-Joker Andre Schürrle für Niko
Bungert (64.). Mit Wiederanpfiff war bereits Radslov Zabavnik für Holtby gekommen.
Szalai genau ins Kreuzeck
Aber auch in der Folgezeit war auf beiden Seiten viel Stückwerk im Spiel. Ein Weitschuss von Van Bommel, den Wetklo sicher parierte (64.) und ein Kopfball von Klose nach Badstuber-Ecke (71.)
waren die einzigen nennenswerten Offensivaktionen der Bayern. Mainz lauerte derweil auf Konterchancen, und nutzte eine davon in der 77. Minute gnadenlos aus. Nach Zuspiel von rechts nahm Szalai
am Strafraum den Ball kurz an und drosch ihn aus der Drehung genau ins Kreuzeck - 2:1 für den FSV.
Van Gaal, der kurz vor der Mainzer Führung bereits Mario Gomez für Klose gebracht hatte, reagiert prompt und beorderte Van Buyten ins Sturmzentrum und wechselte zudem Anatoliy Tymoshchuk für
Kroos ein. Und Van Buyten wäre beinahe auch der Ausgleich gelungen, doch mit einer Glanzparade lenkte Wetklo den Schuss des Belgiers aus wenigen Metern über die Latte (88.) und rettete den
Mainzern damit den Überraschungssieg in München.
Spielstatistik FC Bayern - 1. FSV Mainz 05 1:2 (1:1)
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten, Badstuber, Pranjic - Schweinsteiger, Van Bommel - Müller, Klose (75. Gomez), Kroos (82. Tymoshchuk) - Olic (61. Altintop)
Ersatz: Kraft, Demichelis, Ottl, Braafheid
1. FSV Mainz 05 Wetklo - Bungert (64. Schürrle), Svensson, Noveski, Fuchs - Polanski - Karhan, Calgiuri - Holtby (46. Zabavnik) - Szalai (82. Heller), Allagui
Schiedsrichter: Rafati (Hannover)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Allagui (15.), 1:1 Svensson (45./Eigentor), 1:2 Szalai (77.)
Gelbe Karten: - / Fuchs, Svensson
Van Buyten belohnt den FCB in Hoffenheim
21.09.2010
Mit einem Tor in der Nachspielzeit hat Daniel van Buyten den zweiten Saisonsieg des FC Bayern perfekt gemacht. Am fünften Bundesligaspieltag gewann der FC Bayern nach 0:1-Pausenrückstand noch 2:1
bei der TSG 1899 Hoffenheim und kletterte in der Tabelle auf den siebten Platz. Der Spieltag wird jedoch erst am Mittwoch komplettiert.
30.150 Zuschauer in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena musste nicht lange auf ein erstes Ausrufezeichen warten. Schon nach 36 Sekunden brachte Vedad Ibisevic die Gastgeber in Führung. Die
Bayern taten sich danach lange schwer mit den nur noch auf Konter lauernden Hoffenheimern. In der zweiten Halbzeit war aber mehr Schwung im Angriffspiel des FCB. Thomas Müller (62.) gelang der
Ausgleich, Van Buyten (90.+1) traf in der Nachspielzeit zum Sieg. Die Partie endete aber auch mit einem Wermutstropfen: Franck Ribéry musste mit einer Sprunggelenksverletzung ausgewechselt werden
(64.).
Drei Tage nach dem 0:0 gegen Köln schickte Louis van Gaal in Sinsheim wie erwartet die gleiche Startelf aufs Feld. Im Sturm begann also Miroslav Klose, hinter ihm lauerte Thomas Müller, auf den
Flügeln agierten rechts Toni Kroos und links Franck Ribéry. Mit einer kleinen Überraschung warteten die Gastgeber auf. 1899-Trainer Ralf Rangnick stellte sein Team zum ersten Mal in dieser Saison
nicht im 4-3-3-, sondern im 4-1-4-1-System auf. „Das ist etwas mehr verteidigend“, meinte Van Gaal vor dem Anpfiff.
Vom Innenpfosten ins Tor
Das taktische Vorgeplänkel war dann schon nach 36 Sekunden über den Haufen geworfen. Diego Contento verlor den Ball, Ibisevic kam allein vor Butt zum Abschluss und der Ball sprang vom
Innenpfosten ins Tor - 0:1. Danach zog sich Hoffenheim in die eigene Spielhälfte zurück, griff erst auf Höhe der Mittellinie an und überließ dem FC Bayern das Spiel.
Die Münchner standen also wieder vor der Aufgabe, einen Gegner, der mit elf Mann hinter dem Ball verteidigt, knacken zu müssen. Doch schon sechs Minuten nach dem Rückstand hatte Bastian
Schweinsteiger die Chance zum Ausgleich, sein Kopfball aus acht Metern ging jedoch am Tor vorbei. In der zwölften Minute hatte dann Kroos das 1:1 auf dem Fuß. Allein vor 1899-Keeper Daniel Haas
schloss er jedoch nicht selbst ab, sondern passte quer auf den mitgelaufen Klose, der im Abseits stand.
Der Pfosten rettet
Abgesehen von einer Direktabnahme von Ribéry (37.), die dem Franzosen aber über den Schlappen rutschte, sollte dies die letzte FCB-Aktion mit Torgefahr in der ersten Halbzeit bleiben. Die
Münchner hatten in den ersten 45 Minuten zwar rund 70 Prozent Ballbesitz, viele Ballverluste zerstörten aber immer wieder den Spielaufbau. Und wenn der Rekordmeister mal drauf und dran war, in
den Strafraum einzudringen, war der letzte Pass zu ungenau.
Die geschickt konternden Hoffenheimer hatten sogar die Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen. Gegen Andreas Beck (26.) und Sebastian Rudy (37.) parierte jedoch Jörg Butt, kurz vor der Pause
rettete dann der Pfosten nach einem Freistoß von Sejad Salihovic (42.). Es blieb nach 45 Minuten beim 0:1.
Doppelwechsel beim FCB
Van Gaal reagierte mit einem Doppelwechsel auf die bis dato vergeblichen Offensivbemühungen seiner Mannschaft. Für Contento kam Danijel Pranjic ins Spiel, für Kroos Ivica Olic. Letzterer ordnete
sich in der Sturmspitze ein, dafür rutschte Klose zurück auf die „Zehn“. Auf der Kroos-Position auf dem rechten Flügel rackerte fortan Müller.
Mit den Einwechslungen kam frischer Wind ins Spiel des FC Bayern. Olic prüfte Haas schon nach wenigen Sekunden mit einem Flachschuss (46.), Klose traf nach einer Schweinsteiger-Flanke den Ball
nicht richtig (57.). Aber auch Hoffenheim blieb gefährlich. Ein Versuch von Boris Vukcevic aus spitzem Winkel, noch abgefälscht von Van Buyten, hoppelte knapp am langen Pfosten vorbei (58.). Nach
der anschließenden Ecke zielte Luiz Gustavo aus der Distanz zu hoch (59.).
Ribéry verletzt vom Platz
Das klar dominierende Team blieben aber die Bayern, die jetzt mit mehr Tempo und mehr Zielstrebigkeit auf den Ausgleich drängten - und schließlich erlöst wurden. Ribéry stürmte energisch in den
Strafraum und schoss aufs Tor, Haas konnte nur zur Seite abwehren, wo Müller den Ball aus elf Metern über den Innenpfosten zum 1:1 ins Tor beförderte (62.).
Die Bayern jubelten aber nur kurz, denn Ribéry verletzte sich in der Szene am Sprunggelenk und musste wenig später ausgewechselt werden (64.). Van Gaal schickte Hamit Altintop auf den Platz, wo
die Bayern weiter das Spiel machten und in der 71. Minute beinahe in Führung gingen. Nach einem Eckball segelte Haas am Ball vorbei, aber Badstuber traf allein vor dem Tor den Ball nicht
richtig.
Van Buyten mit dem linken Knie
Hoffenheim kam nur noch selten aus der eigenen Spielhälfte heraus. Ein Kopfball von Ibisevic, der dem Bosnier über den Scheitel rutschte (72.), und ein Fernschuss von Luiz Gustavo, er einen Meter
am Tor vorbei ging (86.), blieben die einzig nennenswerten Offensivaktionen der Gastgeber in der verbleibenden Spielzeit.
In der Schlussphase blieben weiter die Bayern am Drücker. In der 85. Minute konnte Klose nach einer Pranjic-Flanke den Ball nicht Richtung Tor lenken, in der Nachspielzeit belohnte schließlich
Van Buyten die Münchner: Altintops Flanke köpfte Olic quer vors Tor, wo Van Buyten den Ball mit dem linken Knie über die Torlinie beförderte und den ersten Sieg des FC Bayern in Hoffenheim
perfekt machte.
Spielstatistik TSG 1899 Hoffenheim - FC Bayern 1:2 (1:0)
TSG 1899 Hoffenheim Haas - Beck, Simunic, Vorsah, Compper (60. Ibertsberger) - Luiz Gustavo - Rudy, Weis (46. Vukcevic), Salihovic, Ba (77. Mlapa) - Ibisevic
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten, Badstuber, Contento (46. Pranjic) - Van Bommel, Schweinsteiger - Kroos (46. Olic), Müller, Ribéry (64. Altintop) - Klose
Ersatz: Kraft, Demichelis, Tymoshchuk, Gomez
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer 30.150 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Ibisevic (1.), 1:1 Müller (62.), 1:2 Van Buyten (90.+1)
Gelbe Karten: Weis / Altintop, Van Bommel
Bayern scheitern an Kölner Beton
Es bleibt dabei, der FC Bayern kann vor eigenem Publikum nicht mehr gegen den 1. FC Köln gewinnen. Zum Oktoberfest-Auftakt kam der deutsche Rekordmeister am Samstag trotz drückender Überlegenheit
nicht über ein torloses Unentschieden hinaus und verpasste damit am 4. Spieltag den zweiten Saisonsieg.
Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena zeigte der FCB über die gesamte Spielzeit Einbahnstraßenfußball und schnürte die Gäste aus der Domstadt förmlich am eigenen Strafraum ein.
Doch wie schon im Vorjahr, als beide Mannschaften ebenfalls während der Wiesn aufeinander trafen, konnten die Münchner kein Kapital aus ihrer Überlegenheit gegen mauernde Kölner schlagen.
Im Vergleich zum 2:0-Erfolg gegen den AS Rom drei Tage zuvor gab es in der Startaufstellung der Münchner zwei Veränderungen: Der in der Champions League letztmals gesperrte Franck Ribéry rückte
ebenso in die Anfangsformation wie Miroslav Klose. Für sie blieben Hamit Altintop und Ivica Olic zunächst nur auf der Bank.
Und wie schon gegen den italienischen Vizemeister entwickelte sich die Partie gegen die Geißböcke von Beginn an zur Geduldprobe. „Handball in der Arena“ titelte eine Münchner Tageszeitung am
Samstag in weiser Voraussicht auf das Spiel und sollte damit Recht behalten. Mit zwei Viererketten und dem Portugiesen Petit als zusätzlichem Sechser zogen sich die Gäste weit in die eigene
Hälfte zurück und machten somit die Räume vor dem eigenen Strafraum ganz eng.
Die Bayern mühten sich zunächst erfolglos, eine Lücke in der eng gestaffelten Kölner Deckung zu finden. Bis auf einen 25-Meter-Freistoß von Daniel van Buyten (4.) kam in der Anfangsphase keine
Torgefahr auf, zu defensiv agierten die Rheinländer. So blieb dem FCB nichts anderes übrig, als die Kölner mit langen Ballstafetten zu großer Laufarbeit zu zwingen und geduldig auf seine Chancen
zu warten.
Mitte der ersten Halbzeit kamen die Bayern dem Kölner Tor und damit einem Führungstreffer dann etwas näher. In der 22. Minute steckte Toni Kroos, der diesmal auf der rechten Seite zum Einsatz
kam, auf Klose durch, doch Kölns Torwart Faryd Mondragon war vor dem Nationalspieler am Ball. Kurz darauf verfehlte Klose (28.) per Kopf nach Ribéry-Flanke deutlich.
Mit zunehmender Spielzeit häuften sich die Chancen der Bayern, allerdings ohne zählbaren Erfolg. Ribéry (33.) verfehlte von der Strafraumgrenze ebenso knapp wie Thomas Müller (34.), Klose (34.)
scheiterte aus 20 Metern an Mondragon. Die Kölner beschränkten sich bis auf einen Schuss von Taner Yalcin (19.) voll auf die Defensive, Jörg Butt wurde bis zur Halbzeitpause nicht ein Mal auf die
Probe gestellt.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielverlauf. Der FCB kontrollierte das Geschehen - knapp 80 Prozent Ballbesitz zeugten von der Überlegenheit des Rekordmeisters - einzig der
erlösende Führungstreffer ließ weiter auf sich warten. Schweinsteiger (50.) und Müller (52.) zielten aus 16 Metern über das Tor, dann klärte Brecko eine Hackenverlängerung von Van Buyten (66.)
auf der Torlinie.
Van Gaal verstärkte noch einmal die Offensive und brachte Mario Gomez für den glücklosen Klose. Zunächst aber stand Butt im Fokus, als er bei zwei Kölner Kontern gegen Brecko (77.) und Freis
(83.) glänzend parierte und damit einen Rückstand verhinderte. Auf der Gegenseite scheiterte Kroos (83.) aus der Drehung an Mondragon, der in der Schlussminute mit zwei Glanzparaden gegen Ribéry
und Müller den Sieg des FCB verhinderte.
Spielstatistik FC Bayern - 1. FC Köln (0:0)
FC Bayern Butt - Lahm. Van Buyten, Badstuber, Contento - Van Bommel, Schweinsteiger - Kroos, Müller, Ribéry - Klose (67. Gomez)
Ersatz: Kraft, Altintop, Demichelis, Pranjic, Tymoshchuk, Gomez, Olic
1. FC Köln Mondragon - Brecko, Geromel, Pezzoni, Ehret - Petit - Freis, Yalcin (66. Lanig), Jajalo (85. Matuschyk), Clemens (90. Ionita) - Podolski
Schiedsrichter: Felix Zweyer (Berlin)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - / Brecko
Eine Nullnummer zum Kaiser-Geburtstag
11.09.2010
Der FC Bayern hat sich im zweiten Heimspiel der Saison mit einer Nullnummer begnügen müssen. In der Neuauflage des letztjährigen Pokalfinales kam der Double-Gewinner gegen Werder Bremen nicht
über ein 0:0 hinaus und hat nun nach drei Saisonspielen vier Punkte auf dem Konto.
69.000 Zuschauer in der wie immer restlos ausverkauften Allianz Arena sahen bei Kaiserwetter zum „Kaiser“-Geburtstag, Franz Beckenbauer feierte an diesem Tag seinen 65. Geburtstag, eine
kurzweilige Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Besonders zu Beginn der zweiten Hälfte konnten die Bayern eine Vielzahl bester Möglichkeiten nicht in Tore umwandeln.
Bayern-Coach Louis Van Gaal schickte exakt die selbe Elf ins Rennen, die vor zwei Wochen bei Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern verloren hatte. Auch Thomas Müller meldete sich rechtzeitig fit. Der
Nationalspieler hatte beim Abschlusstraining am Vortag wegen Ermüdungserscheinungen gefehlt.
Während der FCB in der derzeitigen Bestformation auflaufen konnte, musste Werder-Coach Thomas Schaaf mit Naldo, Per Mertesacker und Claudio Pizarro auf drei echte Leistungsträger
verletzungsbedingt verzichten. Dafür feierten der Brasilianer Wesley und der Franzose Mikael Silvestre ihr Debüt für die Hanseaten.
Werder mit Pfosten-Latten-Treffer
In einer ausgeglichenen ersten Hälfte setzten die Bremer durch die einzige echte Spitze Marko Arnautivic nach 121 Sekunden den ersten Warnschuss. Jörg Butt musste in dieser Szene nicht eingreifen
und hatte wenig später das Glück auf seiner Seite. Ein Kopfball von Sebastian Prödl sprang vom Pfosten an Butts Fuß und von dort an die Latte (5.). Werder machte also früh deutlich, sich an
diesem Abend nicht verstecken zu wollen.
Zwei Minuten darauf kamen die Bayern zu ihrer ersten Chance. Einen Drehschuss von Franck Ribéry aus halblinker Position konnte Tim Wiese erst in Nachfassen parieren. Wenig später kam Thomas
Müller nach feiner Hereingabe von Diego Contento am Fünfmeterraum zum Abschluss, aber Wiese parierte mit einem Reflex.
Butt rettet
Insgesamt taten sich die Bayern aber schwer, die neu formierte Bremer Defensive vor größere Probleme zu stellen. Viele gut gemeinte Zuspiele in die Spitze auf Ivica Olic waren zu ungenau, auch
die Flanken von den Außen fanden zu selten einen Abnehmer. Werder machte die Räume vor dem eigenen Strafraum geschickt zu und nutzte selbst jede Möglichkeit zum schnellen Gegenstoß.
So wie in der 18. Minute, als Butt weit vor seinem eigenen Tor gegen den heranstürmenden Arnautovic rettete. Auch zehn Minuten später war der Bayern-Keeper gegen den quirligen Marko Marin
rechtzeitig aus seinem Kasten gestürmt. In der 32. Minute bewahrte Butt mit einer Glanzparade bei einem 30-Meter-Schuss von Marin seine Mannschaft vor einem Rückstand.
Mit Toni Kroos für Miroslav Klose gingen die Bayern in die zweite Hälfte und erhöhten nun deutlich die Schlagzahl. Ribéry setzte mit einem Gewaltschuss aus 25 Metern, der um haaresbreite rechts
am Bremer Tor vorbeistrich, das erste Ausrufezeichen. Dann bot sich Kroos innerhalb einer Minute gleich zwei Mal die große Chance zur Führung. Zunächst setzte er nach Zuspiel von Ribéry den Ball
per Dropkick knapp vorbei (53.), dann scheiterte er mit links freistehend am erneut prächtig reagierenden Wiese (54.).
Spielstatistik FC Bayern - SV Werder Bremen 0:0
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten (73. Demichelis), Badstuber, Contento - Van Bommel, Schweinsteiger - Müller, Klose (46. Kroos), Ribéry - Olic (78. Gomez)
Ersatz: Kraft, Pranjic, Altintop, Tymoshchuk
SV Werder Bremen Wiese - Fritz, Prödl, Pasanen, Silvestre - Bargfrede, Frings - Hunt (90. Jensen), Wesley (65. Borowski), Marin (85. Almeida) - Arnautovic
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - / -
Rote Teufel kämpfen Bayern nieder
Die Bayern haben ihre erste Niederlage einstecken müssen. Der Titelverteidiger wurde von den Roten Teufeln mit 2:0 (2:0) ohne Tor und ohne Punkt vom Betzenberg geschickt. In einer temporeichen
Partie sorgten Ivo Ilicevic (36.) und Srdjan Lakic (37.) innerhalb von 66 Sekunden im ersten Durchgang für die Entscheidung vor 49.780 begeisterten Zuschauern.
Die Bayern waren zu Beginn überlegen, vergaben aber durch Müller eine dicke Chance. Als dann Ilicevic und Lakic zuschlugen, begann der Rekordmeister einen Sturmlauf, der aber bis zum Ende ohne
Erfolg bleiben sollte, da beste Chancen vergeben wurden gegen lauf- und kampfstarke Rote Teufel.
Spielstatistik 1. FC Kaiserslautern - FC Bayern 2:0 (2:0)
1. FC Kaiserslautern Sippel - Dick, Amedick, Rodnei, Jessen - Kirch, Bilek, Tiffert (90. Schulz), Ilicevic - Lakic (78. Hoffer), Nemec (53. Walch)
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten, Badstuber, Contento (63. Pranjic) - Van Bommel, Schweinsteiger - Olic (64. Kroos), Müller, Ribéry - Klose (75. Gomez)
Ersatz: Kraft, Ottl, Altintop, Tymoshchuk
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Zuschauer 49.700 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Ilicevic (36.), 2:0 Lakic (37.)
Gelbe Karten: - / Müller
Gelb/Rote Karten: Ilicevic (90./wiederholtes Foulspiel)
Bayern siegen dank Schweinsteiger
Einen glücklichen 2:1 (1:0)-Sieg über den VfL Wolfsburg feierte der FC Bayern München am ersten Spieltag. Der Rekordmeister dominierte den ersten Durchgang klar und führte verdient mit 1:0 durch
einen Treffer von Thomas Müller (09.).
Die Wolfsburger brachten in der Pause den erst auf der Bank sitzenden Zvjezdan Misimovic. Dieser sorgte für einen Umschwung und bereitete den Ausgleich durch Edin Dzeko (55.) vor. In der
Nachspielzeit setzte Bastian Schweinsteiger allerdings nach einem Benaglio-Fehler den Schlusspunkt, so dass den Münchnern doch noch ein guter Start in das Projekt Titelverteidigung gelang.
Zum Auftakt der 48. Saison bestellte die DFL die Meister der letzten beiden Jahre an die Isar. Die Fans schüttelten vor dem Anpfiff noch mit dem Kopf, wollten die Verantwortlichen sie doch mit in
Plastikkugeln hampelnden jungen Frauen und Männern begeistern.
Dieses Wundern war jedoch mit Einlaufen der Mannschaften vorbei. Louis van Gaal wie auch Steve McClaren, dem als erster englischer Trainer in der Liga eine historische Premiere zuteil wurde,
beantworteten die Taktikfrage wie erwartet. Im bei der WM reichlich erprobten 4-2-3-1-System liefen beide Teams auf.
Spielstatistik FC Bayern - VfL Wolfsburg 2:1 (1:0)
FC Bayern Butt - Lahm, Van Buyten, Badstuber, Contento - Van Bommel, Schweinsteiger - Müller, Kroos (73. Pranjic), Ribéry - Klose (73. Gomez)
Ersatz: Kraft, Braafheid, Ottl, Tymoshchuk, Altintop
VfL Wolfsburg Benaglio - Pekarik (46. Misimovic), Kjaer, Barzagli, Schäfer - Riether, Josué, Cicero - Ziani (77. Dejagah), Mandzukic (88. Grafite) - Dzeko
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Müller (9.), 1:1 Dzeko (55.), 2:1 Schweinsteiger (90.+1)
Gelbe Karten: Van Bommel / Pekarik, Cicero, Barzagli
Doppelter Doppelschlag
FCB problemlos eine Runde weiter
16.08.2010
Der FC Bayern ist erfolgreich in die neue Saison gestartet. 93 Tage nach dem Finaltriumph in Berlin gegen Werder Bremen ließ der Titelverteidiger in der ersten Runde des DFB-Pokals nichts
anbrennen und gewann gegen den Amateurklub TSV Germania Windeck standesgemäß mit 4:0 (2:0). Die zweite Runde wird am 26./27. Oktober ausgetragen.
Vor 41.100 Zuschauern im bestens gefüllten RheinEnergieStadion von Köln, in das der Fünftligist aus Kapazitäts- und Sicherheitsgründen ausgewichen war, taten sich die Bayern fast eine Halbzeit
lang schwer. Mit einem Doppelschlag unmittelbar vor der Pause sorgten Miroslav Klose (44.) und Franck Ribéry (45.) für eine sichere Führung. Toni Kroos (84.) und Mario Gomez (85.) bauten das
Ergebnis in Halbzeit zwei auf 4:0 aus.
Real siegt bei Beckenbauer-Abschied
13.08.2010
Champions-League-Atmosphäre in der Allianz Arena! Mit Real Madrid als Gegner und 69.000 Zuschauern in Feierlaune hat der FC Bayern seinen letzten Härtetest in der Saisonvorbereitung bestanden.
Drei Tage vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal beim Fünftligisten TSV Germania Windeck musste sich der Rekordmeister im Rahmen des Abschiedsspiels für Franz
Beckenbauer erst im Elfmeterschießen mit 2:4 geschlagen geben.
Nach 90 torlosen aber durchaus munteren Minuten mit vielen guten Szenen und Kombinationen fiel die Entscheidung im Kampf um den Franz-Beckenbauer-Cup im Elfmeterschießen. Weltmeister Iker
Casillas sicherte seinem Team mit zwei gehaltenen Schüssen den Pokal. Der FCB, der ohne viele Stammkräfte agierte, kann durchaus zuversichtlich dem Saisonauftakt in der kommenden Woche
entgegenblicken.
Der 1. Pokal in der neuen Saison
FCB macht Lust auf die neue Saison
08.08.2010
Die Bayern-Fans bejubelten beim Supercup in Augsburg jeden Spieler bereits beim Einlaufen in die impuls arena. Und auch nach der Partie gegen den FC Schalke 04 feierten die vielen Zuschauer in
Rot-Weiß. Keine Frage: Der 2:0-Erfolg gegen die „Königsblauen“ sicherte nicht nur den ersten Titel der Saison, sondern machte vor allem Lust auf die kommende Saison. „Wir sind jetzt schon auf dem
Niveau der vergangenen Rückrunde“, hatte Holger Badstuber bereits vor dem Duell mit der Magath-Elf gesagt. Der Youngster sollte Recht behalten.
Von der ersten Minute an knüpfte der deutsche Rekordmeister an die tollen Leistungen der Vorsaison an. Passsicherheit, viel Ballbesitz und keine Chancen zulassen. Einzig im Spiel nach vorne
haperte es noch ein wenig, doch auch das wurde im Verlaufe der Partie immer besser. „Wir haben das Spiel dominiert, aber nicht so viele Torchancen herausgespielt. Aber das wird noch kommen“,
sagte Bastian Schweinsteiger nach dem Spiel.
Es war schon erstaunlich wie stark sich er und seine vier deutschen WM-Kollegen Miroslav Klose, Thomas Müller, Philipp Lahm und Badstuber nach nicht einmal einer Woche Training präsentierten.
Kein Wunder, dass Müller (76.) und Klose (81.) mit ihren beiden Treffern die Partie zu Gunsten des FC Bayern entschieden. „Wir sind noch nicht bei 100 Prozent, aber ich glaube, man hat gesehen,
dass wir nicht allzu viel verloren haben“, sagte Schweinsteiger, „man kommt dann doch relativ schnell wieder rein.“
Aber auch alle anderen Spieler zeigten gegen Schalke, dass sie das System von Van Gaal über die Sommerpause nicht verlernt haben. Danijel Pranjic, der für Mark van Bommel im defensiven Mittelfeld
spielte, bediente Klose, der auf Müller ablegte, beim 1:0 mustergültig. Diego Contento spielte einen grundsoliden linken Außenverteidiger, so dass Badstuber auf der Innenverteidiger-Position
seine Stärken ausspielen konnte. Vorne ackerte Ivica Olic wie eh und je und sogar Thomas Kraft, der für Jörg Butt im Tor stand, zeigte bei zwei Glanzparaden gegen Raúl und Edu in seinem
Pflichtspieldebüt eine tadellose Leistung.
Nach Elferschießen
FCB erreicht Finale des LIGAtotal!Cups
31.07.2010
Der FC Bayern steht im Finale des LIGAtotal!Cups 2010. Am Samstag setzte sich der stark ersatzgeschwächte Double-Sieger in der Vorschlussrunde mit 3:1 nach Elfmeterschießen gegen den 1. FC Köln
durch. Nach 60 Minuten - es wurden pro Halbzeit nur 30 Minuten gespielt - hatte es vor 42.000 Zuschauern in Gelsenkirchen 0:0 gestanden. Im Endspiel am Sonntag (18.35 Uhr) trifft der FCB auf den
FC Schalke, der zuvor den Hamburger SV mit 2:1 besiegt hatte.
„Wir haben eine sehr ordentliche Leistung abgeliefert“, war Louis van Gaal nach dem Schlusspfiff zufrieden mit dem Auftritt seiner mit zahlreichen Amateurspielern ergänzten Verlegenheitself.
„Natürlich haben wir nicht so dominant gespielt, auch Köln hatte seine Spielanteile. Aber die Amateure haben sehr diszipliniert in der Ordnung gespielt. Ich hoffe, dass sie das morgen auch noch
mal machen“, so Van Gaal weiter, der sich jetzt im Finale auf ein Wiedersehen mit Raul freut. „Ich habe schon als Trainer von Barcelona oft gegen Raul gespielt und weiß, wie gefährlich er ist.“
Raúl dreht die Partie
FCB verliert Finale des LIGAtotal!Cups
01.08.2010
Es hat nicht ganz gereicht zum ersten Titel der neuen Saison. Im Finale des LIGAtotal!Cups 2010 musste sich die B-Elf des FC Bayern nach 1:0-Führung noch 1:3 (1:2) gegen Raúl und den FC Schalke
04 geschlagen geben. Platz drei des Blitzturniers, in dem die Spiele nur über zweimal 30 Minuten ausgetragen wurden, hatte sich zuvor der Hamburger SV durch einen 3:0-Sieg gegen den 1. FC Köln
gesichert.
Im Endspiel vor 38.236 Zuschauern in Gelsenkirchen legten die ersatzgeschwächten Bayern einen perfekten Start hin. Schon in der sechsten Minute brachte Amateur Deniz Mujic, der in der letzten
Saison noch in der zweiten österreichischen Liga gespielt hatte, den Double-Sieger in Führung. Doch Raúl mit seinen ersten beiden Treffern im Schalke-Trikot (25., 35.) und Edu (27.) drehten die
Partie zugunsten der „Königsblauen“. Schon in einer Woche (7. August) kommt es zum Wiedersehen beider Teams. Dann spielen sie in Augsburg um den Supercup.
